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Einheitsübersetzung
Einheitsübersetzung 2016
Leben in Gottes Allgegenwart
1 Für den Chormeister. Von David. Ein Psalm. HERR, du hast mich erforscht und kennst mich. /
2 Ob ich sitze oder stehe, du kennst es. * Du durchschaust meine Gedanken von fern.
3 Ob ich gehe oder ruhe, du hast es gemessen. * Du bist vertraut mit all meinen Wegen.
4 Ja, noch nicht ist das Wort auf meiner Zunge, * siehe, HERR, da hast du es schon völlig erkannt.
5 Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen, * hast auf mich deine Hand gelegt.
6 Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, * zu hoch, ich kann es nicht begreifen.
7 Wohin kann ich gehen vor deinem Geist, * wohin vor deinem Angesicht fliehen?
8 Wenn ich hinaufstiege zum Himmel - dort bist du; * wenn ich mich lagerte in der Unterwelt - siehe, da bist du.
9 Nähme ich die Flügel des Morgenrots, * ließe ich mich nieder am Ende des Meeres,
10 auch dort würde deine Hand mich leiten * und deine Rechte mich ergreifen.
11 Würde ich sagen: Finsternis soll mich verschlingen * und das Licht um mich soll Nacht sein!
12 Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir, / die Nacht leuchtet wie der Tag, * wie das Licht wird die Finsternis.
13 Du selbst hast mein Innerstes geschaffen, * hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
14 Ich danke dir, dass ich so staunenswert und wunderbar gestaltet bin. * Ich weiß es genau: Wunderbar sind deine Werke.
15 Dir waren meine Glieder nicht verborgen, / als ich gemacht wurde im Verborgenen, * gewirkt in den Tiefen der Erde.
16 Als ich noch gestaltlos war, * sahen mich bereits deine Augen. In deinem Buch sind sie alle verzeichnet: die Tage, * die schon geformt waren, als noch keiner von ihnen da war.
17 Wie kostbar sind mir deine Gedanken, Gott! * Wie gewaltig ist ihre Summe!
18 Wollte ich sie zählen, sie sind zahlreicher als der Sand. * Ich erwache und noch immer bin ich bei dir.
19 Wolltest du, Gott, doch den Frevler töten! * Ihr blutgierigen Menschen, weicht von mir!
20 Sie nennen dich in böser Absicht, * deine Feinde missbrauchen deinen Namen.
21 Sollen mir nicht verhasst sein, HERR, die dich hassen, * soll ich die nicht verabscheuen, die sich gegen dich erheben?
22 Ganz und gar sind sie mir verhasst, * auch mir wurden sie zu Feinden.
23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, * prüfe mich und erkenne meine Gedanken!
24 Sieh doch, ob ich auf dem Weg der Götzen bin, * leite mich auf dem Weg der Ewigkeit!
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Psalm 139
1 Dem Chorleiter. Von David. Ein Psalm. Herr, du hast mich erforscht und erkannt.
2 Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst mein Trachten[5]o. Wollen; o. Absicht; o. Gedanke von fern.
3 Mein Wandeln und mein Liegen – du prüfst es[6]eigentlich: bestimmst es, misst es ab. Mit allen meinen Wegen bist du vertraut.
4 Denn das Wort ist {noch} nicht auf meiner Zunge – siehe, Herr, du weißt es genau.
5 Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen[7]o. eingeschlossen; o. eingeengt, du hast deine Hand auf mich gelegt.
6 Zu wunderbar ist die Erkenntnis für mich, zu hoch: Ich vermag sie nicht zu erfassen[8]w. Ich werde ihrer nicht mächtig.
7 Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist, wohin fliehen vor deinem Angesicht?
8 Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da. Bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da.
9 Erhöbe ich die Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres,
10 auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen.
11 Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich verbergen[9]so mit alten Üs. wegen offensichtlicher Verschreibung von Mas. T. : Nur Finsternis möge mich zermalmen o. nach mir schnappen und Nacht sei das Licht um mich her:
12 Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht.
13 Denn du bildetest meine Nieren. Du wobst[10]o. verbargst; o. bargst; vgl. V.11a mich in meiner Mutter Leib.
14 Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl.
15 Nicht verborgen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht wurde im Verborgenen, gewoben[11]Dieses hebr. Wort bezeichnet speziell das Weben kostbarer Stoffe (Buntweberei, auch unter Benutzung von Gold- und Silberfäden). in den Tiefen der Erde.
16 Meine Urform[12]w. Mein Ungeformtes. – Gemeint ist der Embryo. sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen {da war}.
17 Für mich aber – wie schwer[1]o. gewichtig; o. kostbar sind deine Gedanken, Gott! Wie gewaltig sind ihre Summen!
18 Wollte ich sie zählen, so sind sie zahlreicher als der Sand. Ich erwache[2]Bei geringfügiger Veränderung der Vokalisierung ergibt sich: Wäre ich zu Ende gekommen – ich wäre noch immer bei dir. So auch einige hebr. Handschr. und bin noch bei dir.
19 Mögest du, Gott, den Gottlosen töten! Ihr Blutmenschen, weicht von mir!
20 Sie, die mit Hinterlist von dir reden, vergeblich {die Hand} gegen dich erheben[3]So mit geringfügiger Änderung des Konsonantentextes. Manche vermuten in dem hier zu »gegen dich« veränderten Wort des Mas. T. ein aram. Lehnwort und übersetzen: sich vergeblich erheben, deine Feinde!
21 Sollte ich nicht hassen, Herr, die dich hassen, und sollte mir nicht ekeln vor denen, die gegen dich aufstehen?
22 Mit äußerstem Hass hasse ich sie. Sie sind Feinde für mich.
23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken!
24 Und sieh, ob ein Weg der Mühsal[4]o. des Abgotts; d. h. ein abgöttischer Weg bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Lutherbibel
Lutherbibel 2017
Gott – allwissend und allgegenwärtig
1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. HERR, du erforschest mich und kennest mich.
2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest.
5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.
7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
8 Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,
10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –,
12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.
13 Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.
14 Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, / da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde.
16 Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war.
17 Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!
18 Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Wenn ich aufwache, bin ich noch immer bei dir.
19 Ach, Gott, wolltest du doch den Frevler töten! Dass doch die Blutgierigen von mir wichen!
20 Denn voller Tücke reden sie von dir, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache.
21 Sollte ich nicht hassen, HERR, die dich hassen, und verabscheuen, die sich gegen dich erheben?
22 Ich hasse sie mit ganzem Ernst; sie sind mir zu Feinden geworden.
23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.
24 Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart