EÜ, ELB online lesen

Einheitsübersetzung

Einheitsübersetzung 2016

Davids Danklied: 22,1–51

1 David sang dem HERRN an dem Tag, als ihn der HERR aus der Hand all seiner Feinde und aus der Hand Sauls errettet hatte, folgendes Lied:

2 Er sprach: HERR, du mein Fels und meine Burg und mein Retter,

3 mein Gott, mein Fels, bei dem ich mich berge, / mein Schild und Horn meines Heils, meine Feste, / meine Zuflucht, mein Retter, / du rettest mich vor Gewalttat.

4 Ich rufe: Der HERR sei hochgelobt! / und ich werde vor meinen Feinden gerettet.

5 Denn mich umfingen die Wellen des Todes, / die Fluten des Verderbens erschreckten mich.

6 Die Fesseln der Unterwelt umstrickten mich, / über mich fielen die Schlingen des Todes.

7 In meiner Not rief ich zum HERRN / und rief zu meinem Gott / und er hörte aus seinem Tempel meine Stimme, / mein Hilfeschrei drang an seine Ohren.

8 Da wankte und schwankte die Erde, / die Grundfesten des Himmels erbebten. / Sie wankten, denn sein Zorn war entbrannt.

9 Rauch stieg aus seiner Nase auf, / aus seinem Mund kam verzehrendes Feuer, / glühende Kohlen sprühten von ihm aus.

10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, / zu seinen Füßen dunkle Wolken.

11 Er fuhr auf dem Kerub und flog daher; / er erschien auf den Flügeln des Windes.

12 Er machte Dunkelheit zu seiner Hütte, / um sich herum, dunkle Wasser, dichte Wolken.

13 Aus dem Glanz vor ihm flammten feurige Kohlen auf.

14 Da ließ der HERR den Donner vom Himmel her erdröhnen, / der Höchste ließ seine Stimme erschallen.

15 Da schoss er Pfeile und streute sie, / er schleuderte Blitze und jagte sie dahin.

16 Da wurden sichtbar die Tiefen des Meeres, / die Grundfesten der Erde wurden entblößt / durch das Drohen des HERRN, / vor dem Schnauben seines zornigen Atems.

17 Er griff aus der Höhe herab und fasste mich, / zog mich heraus aus gewaltigen Wassern.

18 Er entriss mich meinem mächtigen Feind, / meinen Hassern, denn sie waren stärker als ich.

19 Sie überfielen mich am Tag meines Unheils, / doch der HERR wurde mir zur Stütze.

20 Er führte mich hinaus ins Weite, / er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.

21 Der HERR handelte gut an mir nach meiner Gerechtigkeit, / vergalt mir nach der Reinheit meiner Hände.

22 Denn ich hielt mich an die Wege des HERRN / und fiel nicht ruchlos ab von meinem Gott.

23 Ja, ich habe alle seine Entscheide vor mir, / von seinen Satzungen weiche ich nicht ab.

24 Ich war vor ihm ohne Makel, / ich nahm mich in Acht vor meiner Sünde.

25 Darum hat der HERR mir vergolten, / nach meiner Gerechtigkeit, / nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.

26 Gegen den Treuen zeigst du dich treu, / lauter handelst du am Lauteren.

27 Gegen den Reinen zeigst du dich rein, / doch falsch gegen den Falschen.

28 Das elende Volk rettest du, / doch deine Blicke wenden sich gegen die Stolzen, / du zwingst sie nieder.

29 Ja, du bist meine Leuchte, HERR. / Der HERR macht meine Finsternis hell.

30 Ja, mit dir überrenne ich Scharen, / mit meinem Gott überspringe ich Mauern.

31 Gott, sein Weg ist lauter, / das Wort des HERRN ist im Feuer geläutert. / Ein Schild ist er für alle, die sich bei ihm bergen.

32 Denn wer ist Gott außer dem HERRN, / wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott?

33 Gott ist meine starke Burg, / er gab mir meinen Weg ohne Hindernis frei.

34 Schnell wie die Hirschkühe ließ er mich springen, / auf Höhen hat er mich hingestellt.

35 Er lehrte meine Hände kämpfen, / meine Arme, den ehernen Bogen zu spannen.

36 Du gabst mir deine Rettung zum Schild, / dein Zuspruch machte mich groß.

37 Du schufst weiten Raum meinen Schritten, / meine Knöchel wankten nicht.

38 Ich verfolge meine Feinde und vertilge sie, / ich kehre nicht um, bis sie vernichtet sind.

39 Ich vernichte sie, ich schlage sie nieder; / sie stehen nicht mehr auf, sie fallen unter meine Füße.

40 Du hast mich zum Kampf mit Kraft umgürtet, / hast in die Knie gezwungen, / die gegen mich aufstehn.

41 Den Nacken meiner Feinde gabst du mir preis; / ich konnte die vernichten, die mich hassen.

42 Sie blicken umher, doch da ist kein Retter, / sie blicken zum HERRN, doch er gab keine Antwort.

43 Ich zermalme sie wie Staub auf der Erde, / wie Unrat auf der Straße zertrete, zermalme ich sie.

44 Du rettest mich vor den Anfeindungen meines Volkes, / bewahrst mich als Haupt über Nationen. / Ein Volk, das ich früher nicht kannte, wird mir dienen.

45 Mir huldigen die Söhne der Fremde; / sobald ihr Ohr hört, sind sie mir gehorsam.

46 Den Söhnen der Fremde schwindet die Kraft, / sie kommen zitternd aus ihren Burgen hervor.

47 Es lebt der HERR, gepriesen sei mein Fels! / Der Gott, der Fels meiner Rettung, sei hoch erhoben;

48 denn Gott verschaffte mir Vergeltung / und unterwarf mir Völker.

49 Du entführst mich meinen Feinden, / du erhöhst mich über die, die gegen mich aufstehn, / du entreißt mich dem Mann der Gewalttaten.

50 Darum will ich dir danken, HERR, inmitten der Nationen, / ich will deinem Namen singen und spielen.

51 Seinem König verleiht er große Hilfe, / Huld erweist er seinem Gesalbten, / David und seinem Stamm auf ewig.

Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Davids Dankpsalm

1 Und David redete zu dem Herrn die Worte dieses Liedes an dem Tag, als der Herr ihn aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls gerettet hatte. Und er sprach:

2 Der Herr ist mir mein Fels und meine Burg und mein Retter.

3 Mein Gott ist mein Hort[2]so mit LXX und der syr. Üs. ; Mas. T. : Gott meines Horts, bei dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils[3]o. meiner Rettung, meine Festung und meine Zuflucht. Mein Retter, vor Gewalttat rettest du mich!

4 Gepriesen! rufe ich[4]Mit anderer Vokalisierung lässt sich üs. : Preisend rufe ich; andere üs. mit Änderung eines Buchstabens: Durchbohrt rufe ich zum Herrn, so werde ich vor meinen Feinden gerettet.

5 Denn mich umfingen die Wogen des Todes, Bäche des Verderbens erschreckten mich.

6 Fesseln des Scheols umgaben mich, Fallen des Todes bedrohten mich[5]w. traten mir entgegen.

7 In meiner Bedrängnis rief ich zum Herrn, und ich schrie[6]so mit LXX und der syr. Üs. ; Mas. T. : ich rief zu meinem Gott. Und er hörte aus seinem Tempel meine Stimme, und mein Schrei {drang} an seine Ohren.

8 Da wankte und bebte die Erde; die Grundfesten des Himmels erzitterten und wankten, denn er war {von Zorn} entbrannt.

9 Rauch stieg auf von seiner Nase, und Feuer fraß aus seinem Mund, glühende Kohlen brannten aus ihm.

10 Er neigte den Himmel und fuhr hernieder, und Dunkel war unter seinen Füßen.

11 Er fuhr auf einem Cherub und flog daher, so schwebte er[7]so mit vielen hebr. Handschr. im Anschluss an Ps18,11; Mas. T. : so erschien er auf den Flügeln des Windes.

12 Und er machte Finsternis rings um sich her zur Hütte[8]Mas. T. : zu Hütten, das Sieb des {Himmels} wassers, dichtes Gewölk.

13 Aus dem Glanz vor ihm brannten feurige Kohlen.

14 Der Herr donnerte vom Himmel her, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen.

15 Und er schoss Pfeile und zerstreute sie, {schoss seinen} Blitz und verwirrte sie.

16 Da wurden sichtbar die Betten des Meeres, die Fundamente der Welt wurden aufgedeckt durch das Schelten des Herrn, vor dem Schnauben des Hauchs seiner Nase.

17 Er griff aus der Höhe, erfasste mich, zog mich heraus aus großen Wassern.

18 Er rettete mich vor meinem starken Feind, vor meinen Hassern, denn sie waren mächtiger als ich.

19 Sie bedrohten mich[5]w. traten mir entgegen am Tag meines Unglücks, aber der Herr wurde mir eine Stütze.

20 Und er führte mich heraus ins Weite, er befreite mich, weil er Gefallen an mir hatte.

21 Der Herr handelte an mir nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vergalt er mir.

22 Denn ich habe die Wege des Herrn eingehalten und bin von meinem Gott nicht gottlos abgewichen[9]w. bin nicht gottlos gewesen weg von meinem Gott.

23 Denn alle seine Rechtsbestimmungen waren vor mir, und seine Ordnungen – ich bin nicht davon abgewichen.

24 Auch war ich ganz[1]o. vollkommen ihm gegenüber und hütete mich vor meiner Schuld.

25 So vergalt der Herr mir nach meiner Gerechtigkeit, nach meiner Reinheit vor seinen Augen.

26 Mit dem Getreuen gehst du getreu um, ganz[1]o. vollkommen bist du mit dem Mann, der ganz[1]o. vollkommen {mit dir} ist.

27 Mit dem Reinen handelst du rein, mit dem Falschen aber unsinnig.

28 Und das demütige[2]o. elende Volk rettest du; aber deine Augen sind gegen die Hochmütigen, du erniedrigst {sie}.

29 Ja, du bist meine Leuchte, Herr; und der Herr erhellt meine Finsternis.

30 Denn mit dir erstürme ich einen Wall[3]Andere Üs. : Mit dir renne ich gegen eine {Feindes} schar an, o. gehe ich auf Raubzug., mit meinem Gott springe ich über eine Mauer[4]d. h. eine Feldabgrenzung.

31 Gott – sein Weg ist vollkommen[5]o. ganz; des Herrn Wort ist lauter; ein Schild ist er allen, die sich bei ihm bergen.

32 Denn wer ist Gott außer dem Herrn? Und wer ist ein Fels außer unserem Gott?

33 Gott ist meine starke Bergfestung[6]o. Zuflucht, und vollkommen[5]o. ganz macht er meinen Weg[7]T. ; Mas. T. : vollkommen gab er meinen Weg frei.

34 Er macht meine Füße den Hirschen gleich und stellt mich hin auf meine Höhen.

35 Er lehrt meine Hände das Kämpfen, und meine Arme spannen den ehernen Bogen.

36 Und du gabst mir den Schild deines Heils[8]o. deine Rettung, und dein Zuspruch[9]w. dein Antworten, o. dein Erhören machte mich groß.

37 Du schafftest Raum meinen Schritten unter mir, und meine Knöchel haben nicht gewankt.

38 Meinen Feinden jagte ich nach und vernichtete sie; und ich kehrte nicht um, bis ich sie aufgerieben hatte.

39 Und ich rieb sie auf und zerschmetterte sie, dass sie nicht {mehr} aufstanden; und sie fielen unter meine Füße.

40 Und du umgürtetest mich mit Kraft zum Kampf, beugtest unter mich, die gegen mich aufstanden.

41 Du hast bewirkt, dass meine Feinde mir den Rücken zeigen müssen[10]w. {Was} aber meine Feinde {betrifft} – du hast gegeben, {dass sie} mir den Rücken {zuwenden}.; meine Hasser, ich habe sie vernichtet[11]o. brachte sie zum Schweigen.

42 Sie blickten umher – aber da war kein Retter – zum Herrn, doch er antwortete ihnen nicht.

43 Und ich zermalmte sie wie Staub der Erde; wie Straßenkot zertrat, zerstampfte ich sie.

44 Und du hast mich gerettet aus den Streitigkeiten meines Volkes; du hast mich als Haupt der Nationen bewahrt; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir.

45 Die Söhne der Fremde schmeichelten mir[12]w. heuchelten mir Ergebung; sowie {ihr} Ohr hörte, gehorchten sie mir.

46 Die Söhne der Fremde sanken hin und zitterten hervor aus ihren Festungen.

47 Der Herr lebt! Gepriesen sei mein Fels! Erhoben werde Gott, der Fels meines Heils[13]w. der Gott des Felsens meiner Rettung,

48 der Gott, der mir Rache gab und mir die Völker unterwarf

49 und der mich herausholte von meinen Feinden weg! Und du erhöhtest mich über meine Gegner[14]w. weg von meinen Gegnern; von dem Mann der Gewalttaten hast du mich befreit.

50 Darum will ich dich preisen, Herr, unter den Nationen und will spielen deinem Namen,

51 der seinem König große Rettung schenkt[1]w. der groß macht die Rettungen seines Königs und Gnade erweist seinem Gesalbten, David und seinen Nachkommen[2]w. seinem Samen ewig.

Videos zu 2. Samuel 22,9 (EÜ, ELB)