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Einheitsübersetzung
Einheitsübersetzung 2016
HABAKUKS PSALM: 3,1–19
1 Gebet des Propheten Habakuk, / nach der Melodie von Schigjonot.
2 HERR, ich höre die Kunde, / ich sehe, HERR, was du früher getan hast. Lass es in diesen Jahren wieder geschehen, / offenbare es in diesen Jahren! Auch wenn du zürnst, denk an dein Erbarmen!
3 Gott kommt von Teman her, / der Heilige kommt vom Gebirge Paran. [Sela] Seine Hoheit überstrahlt den Himmel, / sein Ruhm erfüllt die Erde.
4 Und ein Leuchten wie Licht wird sein, / Strahlen gehen aus von seiner Hand, in ihnen verbirgt sich seine Macht.
5 Die Seuche zieht vor ihm her, / die Pest folgt seinen Schritten.
6 Er stellt sich auf und misst die Erde ab. / Er blickt hin und lässt die Völker erzittern. Da zerbersten die ewigen Berge, / versinken die uralten Hügel. Das sind von jeher seine Wege.
7 Die Zelte Kuschans sehe ich voll Unheil; / auch in Midian zittern die Zelte.
8 HERR, ist dein Zorn gegen die Flüsse entbrannt, / gegen die Flüsse dein Zorn / und dein Groll gegen das Meer, dass du mit deinen Rossen heranstürmst / und mit deinen siegreichen Wagen?
9 Du hast deinen Bogen aus der Hülle genommen, / gesättigt sind die Pfeile mit Botschaft. [Sela] Du spaltest die Erde und es brechen Ströme hervor.
10 Wenn sie dich sehen, erbeben die Berge, / das Tosen der Wasser rauscht vorüber; es erhebt die Urflut ihre Stimme, / hoch oben vergisst die Sonne ihre Strahlen.
11 Der Mond bleibt in der Behausung; / als Beleuchtung schwirren deine Pfeile, / als heller Schein das Blitzen deiner Lanze.
12 Voll Zorn schreitest du über die Erde, / in deinem Groll zerstampfst du die Völker.
13 Du ziehst aus, um dein Volk zu retten, / um deinem Gesalbten zu helfen. Vom Haus des Ruchlosen schlägst du den Dachfirst weg / und legst das Fundament frei bis hinab auf den Felsen. [Sela]
14 Du durchbohrst mit seinen eigenen Pfeilen den Kopf seiner Krieger; / sie stürmten heran, um mich zu verjagen; das ist ihr Übermut, / gleichwie der, der darauf aus ist, den Armen zu fressen im Versteck.
15 Du bahnst mit deinen Rossen den Weg durch das Meer, / durch das gewaltig schäumende Wasser.
16 Ich zitterte am ganzen Leib, als ich es hörte, / ich vernahm den Lärm und ich schrie. Fäulnis befällt meine Glieder / und es wanken meine Schritte. Doch in Ruhe erwarte ich den Tag der Not, / der dem Volk bevorsteht, das über uns herfällt.
17 Zwar blüht der Feigenbaum nicht, / an den Reben ist nichts zu ernten, der Ölbaum bringt keinen Ertrag, / die Kornfelder tragen keine Frucht; im Pferch sind keine Schafe, / im Stall steht kein Rind mehr.
18 Ich aber will jubeln über den HERRN / und mich freuen über Gott, meinen Retter.
19 GOTT, der Herr, ist meine Kraft. / Er macht meine Füße schnell wie die Füße der Hirsche / und lässt mich schreiten auf den Höhen. Dem Chormeister. Zum Saitenspiel.
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Psalmgebet des Propheten
1 Gebet des Propheten Habakuk nach Schigjonot[3]d. i. wahrscheinlich ein bewegtes Klagelied.
2 Herr, ich habe deine Botschaft vernommen. Ich habe, Herr, dein Werk gesehen[4]so mit mehreren LXX-Handschr. ; Mas. T. : gefürchtet. Inmitten der Jahre verwirkliche es[5]w. rufe es ins Leben, inmitten der Jahre mache es offenbar! Im Zorn gedenke des Erbarmens! –
3 Gott kommt von Teman her und der Heilige vom Gebirge Paran. //[6]d. i. ein Pausenzeichen und bedeutet wohl »Zwischenspiel«; vgl. Anm. zu Ps3,3. Seine Hoheit bedeckt den Himmel, und sein Ruhm erfüllt die Erde.
4 Da entsteht ein Glanz, dem Licht {der Sonne} gleich, Strahlen ihm zur Seite[7]o. gleich, der ein Strahlenpaar von seiner (Gottes) Hand, und dort verbirgt sich seine Macht[8]w. und dort ist die Hülle seiner Macht.
5 Vor ihm her geht die Pest, und die Seuche zieht aus in seinem Gefolge.
6 Er tritt auf und erschüttert die Erde, er schaut hin und lässt Nationen auffahren. Es bersten[9]w. werden zerschmettert die ewigen Berge, es senken sich die ewigen Hügel. Das sind von jeher seine Bahnen
7 {als Strafe} für Unrecht. Ich sah die Zelte von Kuschan erzittern, die Zeltdecken[10]so mit anderer Satzeinteilung. Nach der Zeichensetzung der Masoreten müsste V.7 übersetzt werden: Unter {der Last von} Unrecht sah ich die Zelte von Kuschan, es zitterten die Zeltdecken des Landes Midian.
8 Entbrannte dein Zorn gegen die Ströme, Herr, gegen die Ströme, oder dein Grimm gegen das Meer, dass du einherfährst mit[11]w. über deinen Pferden, deinen siegreichen Kampfwagen[12]w. deinen Kampfwagen der Rettung?
9 Entblößt, entblößt ist dein Bogen, Pfeilflüche sind {dein} Reden[13]Andere üs. mit Textänderung: du hast mit Pfeilen deinen Köcher gesättigt! //[6]d. i. ein Pausenzeichen und bedeutet wohl »Zwischenspiel«; vgl. Anm. zu Ps3,3. Zu Strömen spaltest du die Erde.
10 Bei deinem Anblick erbeben die Berge, Gewitterregen zieht heran, die Tiefe[14]o. Flut lässt ihre Stimme erschallen. Ihre Hände zu heben, vergisst
11 die Sonne. Der Mond steht still in seiner[15]o. tritt in die Wohnung. Als {strahlendes} Licht gehen deine Pfeile hin und her, als {heller} Schein der Blitz deines Speeres[16]Andere üs. : Vor dem Licht deiner Pfeile vergehen sie, vor dem Glanz deines blitzenden Speeres..
12 Im Grimm durchschreitest du die Erde, im Zorn zerdrischst du Nationen.
13 Du bist ausgezogen zur Rettung deines Volkes, zur Rettung[17]o. zum Heil deines Gesalbten. Du hast den First herabgeschmettert vom Haus des Gottlosen, den Grund bis auf den Felsen bloßgelegt. //[6]d. i. ein Pausenzeichen und bedeutet wohl »Zwischenspiel«; vgl. Anm. zu Ps3,3.
14 Du hast ihm mit seinen {eigenen} Pfeilen den Kopf durchbohrt, seine Anführer sind davongerannt. Uns[18]T. ; Mas. T. : Mich zu zerstreuen, war ihr Übermut gewesen, gleichsam zu verschlingen den Elenden im Versteck.
15 Du hast seine[1]T. ; Mas. T. : deine Pferde ins Meer getreten, in die Brandung gewaltiger Wasser. –
16 Ich vernahm es, da erbebte mein Leib, bei dem Schall erzitterten meine Lippen, Fäulnis drang in meine Knochen, und unter mir bebte mein Schritt[2]T. ; Mas. T. : unter mir bebte ich, der ich warten will auf den Tag der Bedrängnis. {Jetzt} will ich auf den Tag der Bedrängnis warten, dass er heraufkommt gegen das Volk, das uns angreift.
17 Denn der Feigenbaum blüht nicht[3]Andere üs. mit Textänderung: bringt nicht Frucht, und an den Reben ist kein Ertrag. Der Ölbaum versagt {seine} Leistung, und die Terrassen {gärten} bringen keine Nahrung hervor. Die Schafe sind aus der Hürde verschwunden[4]T. ; Mas. T. : Und die Schafe hat er von der Hürde abgeschnitten, und kein Rind ist in den Ställen. –
18 Ich aber, ich will in dem Herrn jubeln, will jauchzen über den Gott meines Heils[5]o. meiner Rettungo. meiner Rettung.
19 Der Herr, der Herr, ist meine Kraft. Den Hirschen gleich macht er meine Füße, und über meine Höhen lässt er mich einherschreiten. Dem Vorsänger[6]o. Zum Vorsingen, mit meinem Saitenspiel!
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen