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Einheitsübersetzung

Einheitsübersetzung 2016

Umkehr – Weg in die Freiheit: 18,1–32

1 Das Wort des HERRN erging an mich:

2 Wie kommt ihr dazu, auf dem Ackerboden Israels das Sprichwort zu gebrauchen: Die Väter essen saure Trauben und den Söhnen werden die Zähne stumpf?

3 So wahr ich lebe - Spruch GOTTES, des Herrn -, keiner von euch in Israel soll mehr dieses Sprichwort gebrauchen.

4 Siehe, alle Menschenleben gehören mir. Das Leben des Vaters ebenso wie das Leben des Sohnes: Sie gehören mir. Der Mensch, der sündigt, nur er soll sterben.

5 Wenn jemand gerecht ist und nach Recht und Gerechtigkeit handelt:

6 Er hält keine Opfermahlzeiten auf den Bergen. Er blickt nicht zu den Götzen des Hauses Israel auf. Er schändet nicht die Frau seines Nächsten. Einer Frau tritt er nicht nahe während ihrer Blutung.

7 Er unterdrückt niemanden. Er gibt sein Schuldpfand zurück. Er begeht keinen Raub. Dem Hungrigen gibt er sein Brot und den Nackten bedeckt er mit Kleidung.

8 Er gibt nicht gegen Zins und treibt keinen Wucher. Er hält seine Hand vom Unrecht fern. Zwischen allen fällt er einen gerechten Richtspruch.

9 Wenn er also nach meinen Satzungen geht und meine Rechtsentscheide bewahrt und sie treu befolgt: Gerecht ist er, er wird gewiss am Leben bleiben - Spruch GOTTES, des Herrn.

10 Zeugt er aber einen Sohn, der gewalttätig wird, der Blut vergießt und eines von diesen Dingen verübt,

11 während er selbst all das nicht getan hat: Wenn dieser sogar auf den Bergen Opfermahlzeiten hält, die Frau seines Nächsten schändet,

12 den Elenden und Armen unterdrückt, Raub begeht, ein Pfand nicht zurückgibt, zu den Götzen aufblickt und Gräueltaten verübt,

13 gegen Zins gibt und Wucher treibt - soll der am Leben bleiben? Er soll nicht am Leben bleiben. Er hat alle diese Gräueltaten verübt. Er hat den Tod verdient. Seine Bluttaten werden auf ihm sein.

14 Und siehe, auch er zeugt einen Sohn und der sieht alle die Sünden, die sein Vater begeht. Er sieht sie, begeht sie aber nicht.

15 Er hält auf den Bergen keine Opfermahlzeiten. Er blickt nicht zu den Götzen des Hauses Israel auf. Er schändet nicht die Frau seines Nächsten.

16 Er unterdrückt niemand. Er fordert kein Pfand und begeht keinen Raub. Dem Hungrigen gibt er sein Brot, den Nackten bedeckt er mit Kleidung.

17 Er hält seine Hand vom Armen fern. Er nimmt keinen Zins und treibt keinen Wucher. Er befolgt meine Rechtsentscheide und geht nach meinen Satzungen. Er wird nicht wegen der Schuld seines Vaters sterben; er wird gewiss am Leben bleiben.

18 Sein Vater aber, da er Erpressung verübte, Raub gegen seinen Bruder beging und inmitten seines Volkes tat, was nicht recht ist, siehe, er musste wegen seiner Schuld sterben.

19 Ihr aber sagt: Warum trägt der Sohn nicht mit an der Schuld des Vaters? Der Sohn hat nach Recht und Gerechtigkeit gehandelt. Er hat alle meine Satzungen bewahrt und sie befolgt. Er wird bestimmt am Leben bleiben.

20 Der Mensch, der sündigt, nur er soll sterben. Ein Sohn soll nicht an der Schuld des Vaters mittragen und ein Vater soll nicht an der Schuld des Sohnes mittragen. Die Gerechtigkeit des Gerechten kommt über ihn selbst und die Schuld des Schuldigen kommt über ihn selbst.

21 Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, alle meine Satzungen bewahrt und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er bestimmt am Leben bleiben, er wird nicht sterben.

22 Keines seiner Vergehen, die er begangen hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit, die er geübt hat, wird er am Leben bleiben.

23 Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen - Spruch GOTTES, des Herrn - und nicht vielmehr daran, dass er umkehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?

24 Wenn jedoch ein Gerechter sich abkehrt von seiner Gerechtigkeit und Unrecht tut, all die Gräueltat, die auch der Schuldige verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit, die er verübt, und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muss er sterben.

25 Ihr aber sagt: Der Weg des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Weg soll nicht richtig sein? Sind es nicht eure Wege, die nicht richtig sind?

26 Wenn ein Gerechter sich abkehrt von seiner Gerechtigkeit und Unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.

27 Wenn ein Schuldiger von dem Unrecht umkehrt, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren.

28 Wenn er alle seine Vergehen, die er verübt hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.

29 Die vom Haus Israel aber sagen: Der Weg des Herrn ist nicht richtig. Mein Weg soll nicht richtig sein, ihr vom Haus Israel? Sind es nicht vielmehr eure Wege, die nicht richtig sind?

30 Darum will ich euch richten, jeden nach seinem Weg, ihr vom Haus Israel - Spruch GOTTES, des Herrn. Kehrt um, kehrt euch ab von all euren Vergehen! Sie sollen für euch nicht länger der Anlass sein, in Schuld zu fallen.

31 Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Warum wollt ihr denn sterben, ihr vom Haus Israel?

32 Ich habe doch kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss - Spruch GOTTES, des Herrn. Kehrt um, damit ihr am Leben bleibt!

Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Gottes großes Angebot zu einem Neubeginn im Exil

1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so:

2 Was habt ihr, dass ihr dieses Sprichwort im Land Israel gebraucht und sprecht: Die Väter essen unreife Trauben, und die Zähne der Söhne werden stumpf?

3 So wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr[4]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn, wenn ihr diesen Spruch in Israel noch gebraucht[5]s. Anm. zu Kap.17,19!

4 Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie {allein} soll sterben.

5 Und wenn jemand gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt,

6 auf den Bergen nicht isst und seine Augen nicht erhebt zu den Götzen des Hauses Israel und die Frau seines Nächsten nicht unrein macht und einer Frau {zur Zeit ihrer} Absonderung[6]o. Ausscheidung; d. i. die Monatsregel nicht naht

7 und niemanden unterdrückt, das Pfand des Schuldners[7]so üs. LXX; Mas. T. : »sein Pfand, die Schuld«, das könnte meinen: das Pfand für seine Schuldforderung zurückgibt, keinen Raub begeht[8]w. {wer} Raub nicht raubt, sein Brot dem Hungernden gibt und den Nackten mit Kleidung bedeckt,

8 auf Zins nicht gibt und Aufschlag nicht nimmt, seine Hand vom Unrecht zurückhält, rechtes Gericht übt[9]w. zuverlässigen Rechtsspruch fällt zwischen Mann und Mann,

9 in meinen Ordnungen lebt[10]w. geht und meine Rechtsbestimmungen hält, um {sie} getreu zu befolgen: Gerecht ist er. Leben soll er, spricht der Herr, Herr[4]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn. –

10 Zeugt er aber einen gewalttätigen[11]w. räuberischen Sohn, der Blut vergießt und eines von diesen {Dingen} tut[12]T. ; Mas. T. : und – wehe! – {etwas} von einem von diesen {Dingen} tut –

11 er selbst aber hat alles das nicht getan –, wenn {der} sogar auf den Bergen isst und die Frau seines Nächsten unrein macht,

12 den Elenden und den Armen unterdrückt, Raub an sich reißt, das Pfand nicht zurückgibt und seine Augen zu den Götzen erhebt, Gräuel verübt,

13 auf Zins gibt und Aufschlag nimmt: Sollte er leben? Er soll nicht leben! All diese Gräuel hat er verübt: Er muss getötet werden, sein Blut wird auf ihm sein.

14 Und siehe, der zeugt einen Sohn, und dieser sieht alle Sünden seines Vaters, die der tut; er sieht {sie} und tut nicht desgleichen:

15 Er isst nicht auf den Bergen und erhebt seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Israel, er macht nicht die Frau seines Nächsten unrein,

16 und er unterdrückt niemanden, pfändet kein Pfand und begeht[1]w. raubt keinen Raub, er gibt dem Hungernden sein Brot und bedeckt den Nackten mit Kleidung,

17 er hält seine Hand vom Unrecht[2]so liest LXX entsprechend V.8; Mas. T. : vom Elenden zurück, nimmt weder Zins noch Aufschlag, er befolgt meine Rechtsbestimmungen, lebt[3]w. geht in meinen Ordnungen: Der wird nicht wegen der Schuld seines Vaters sterben. Leben soll er!

18 Sein Vater, weil er Erpressung[4]o. Gewalttat verübt, am Bruder Raub begangen[5]w. {vom} Bruder … geraubt hat und das, was nicht gut war, inmitten seines Volkes getan hat: siehe, er {allein} soll um seiner Schuld willen sterben.

19 Ihr aber sagt: Warum trägt der Sohn nicht an der Schuld des Vaters {mit} ? Dabei hat der Sohn {doch} Recht und Gerechtigkeit geübt, hat alle meine Ordnungen bewahrt und sie getan: Leben soll er!

20 Die Seele, die sündigt, sie soll sterben. Ein Sohn soll nicht an der Schuld des Vaters {mit} tragen, und ein Vater soll nicht an der Schuld des Sohnes {mit} tragen. Die Gerechtigkeit des Gerechten soll auf ihm sein, und die Gottlosigkeit des Gottlosen[6]o. die Ungerechtigkeit des Ungerechten soll auf ihm sein.

21 Wenn aber der Gottlose[7]o. der Ungerechte umkehrt von all seinen Sünden, die er getan hat, und alle meine Ordnungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt: Leben soll er {und} nicht sterben.

22 All seine Vergehen, die er begangen hat, sollen ihm nicht angerechnet werden; um seiner Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er leben.

23 Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen[8]o. des Ungerechten, spricht der Herr, Herr[9]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn, nicht {vielmehr} daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt?

24 Wenn aber ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut nach all den Gräueln, die der Gottlose[7]o. der Ungerechte verübt hat – tut er es, sollte er leben? –: An all seine gerechten Taten[10]w. Gerechtigkeiten, die er getan hat, soll nicht gedacht werden. Wegen seiner Untreue, die er begangen, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, ihretwegen soll er sterben.

25 Aber ihr sagt: »Der Weg des Herrn ist nicht recht.« Hört doch, Haus Israel: Ist mein Weg nicht recht? Sind nicht {vielmehr} eure Wege nicht recht?

26 Wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und um dieser {Sünden} willen stirbt, so stirbt er wegen seines Unrechts, das er getan hat.

27 Wenn aber ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit[11]o. Wenn aber der Ungerechte von seiner Ungerechtigkeit, die er begangen hat, umkehrt und Recht und Gerechtigkeit übt: Er wird seine Seele am Leben erhalten.

28 Sieht er es ein und kehrt er um von all seinen Vergehen, die er begangen hat: leben soll er {und} nicht sterben. –

29 Aber das Haus Israel sagt: »Der Weg des Herrn ist nicht recht.« Sind meine Wege nicht recht, Haus Israel? Sind nicht {vielmehr} eure Wege nicht recht?

30 Darum werde ich euch richten, Haus Israel, jeden nach seinen Wegen, spricht der Herr, Herr[1]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn. Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Vergehen, dass es euch nicht ein Anstoß zur Schuld wird!

31 Werft von euch alle eure Vergehen, mit denen ihr euch vergangen habt, und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Ja, wozu wollt ihr sterben, Haus Israel?

32 Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss[2]w. des Sterbenden, spricht der Herr, Herr[1]w. ist der Ausspruch des Herrn, Herrn. So kehrt um[3]so mit der aram. Üs. ; Mas. T. : wendet euch ab, damit ihr lebt!

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