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Einheitsübersetzung
Einheitsübersetzung 2016
Gottes Verzicht auf die Preisgabe Israels: 11,1–11
1 Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, / ich rief meinen Sohn aus Ägypten.
2 Je mehr man sie rief, / desto mehr liefen sie vor den Rufen weg: Den Baalen brachten sie Schlachtopfer dar, / den Götterbildern Räucheropfer.
3 Ich war es, der Efraim gehen lehrte, / der sie nahm auf seine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, / dass ich sie heilen wollte.
4 Mit menschlichen Fesseln zog ich sie, / mit Banden der Liebe. Ich war da für sie wie die, / die den Säugling an ihre Wangen heben. / Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen.
5 Er muss nicht nach Ägypten zurückkehren, / doch Assur wird sein König sein; / denn sie haben sich geweigert umzukehren.
6 Das Schwert wird in seinen Städten reihum gehen, / seinen Schwätzern ein Ende bereiten / und sie wegen ihrer Pläne vernichten.
7 Mein Volk verharrt in der Abkehr; / sie rufen zu Baal, dem Hohen, / doch der kann sie nicht hochbringen.
8 Wie könnte ich dich preisgeben, Efraim, / wie dich ausliefern, Israel? Wie könnte ich dich preisgeben wie Adma, / dich behandeln wie Zebojim? Gegen mich selbst wendet sich mein Herz, / heftig entbrannt ist mein Mitleid.
9 Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken / und Efraim nicht noch einmal vernichten. Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, / der Heilige in deiner Mitte. / Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns.
10 Hinter dem HERRN werden sie hergehen. / Er brüllt wie ein Löwe, ja, er brüllt und es kommen die Söhne / vom Meer zitternd herbei.
11 Wie ein Vogel kommen sie zitternd herbei aus Ägypten, / wie Tauben aus dem Land Assur. Ich lasse sie wieder in ihren Häusern wohnen - / Spruch des HERRN.
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Gott bleibt der Heilige: Seine Liebe zu Israel siegt über seinen Zorn
1 Als Israel jung war, gewann ich es lieb, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.
2 Sooft ich sie rief, gingen sie von meinem Angesicht weg.[6]so mit LXX; Mas. T. : Sooft sie (das sind die Propheten) sie riefen, gingen sie von deren Gesicht weg. Den Baalim opferten sie, und den Gottesbildern brachten sie Rauchopfer dar.
3 Und ich, ich lehrte Ephraim laufen – ich nahm sie {immer wieder} auf meine Arme[7]so mit der aram. und syr. Üs. und Vulg. ; andere üs. : ich nahm es bei seinen Armen; Mas. T. : er nahm sie auf seine Arme –, aber sie erkannten nicht, dass ich sie heilte.
4 Mit menschlichen Tauen zog ich sie, mit Seilen der Liebe, und ich war ihnen wie solche, die das Joch auf ihren Kinnbacken anheben, und sanft zu ihm gab ich {ihm} zu essen[8]Andere üs. mit Textänderung: Und ich war für sie wie die, die ein kleines Kind an ihre Wange heben, ich neigte mich zu ihm hinab und gab {ihm} zu essen..
5 Es wird nicht ins Land Ägypten zurückkehren. Aber Assur, der wird sein König sein, denn sie weigern sich umzukehren.
6 Und das Schwert wird kreisen in seinen Städten und seinen Schwätzern[9]w. ihrem Geschwätz; o. ihren Orakelpriestern ein Ende machen, und {es} wird fressen wegen ihrer Ratschläge.
7 Aber mein Volk bleibt verstrickt in die Abkehr von mir. Und ruft man es nach oben, bringt man es {doch} insgesamt nicht dazu, sich zu erheben.
8 Wie sollte ich dich preisgeben, Ephraim, {wie} sollte ich dich ausliefern, Israel? Wie könnte ich dich preisgeben wie Adma, dich Zebojim gleichmachen? Mein Herz kehrt sich in mir um[10]o. wendet sich gegen mich, ganz und gar erregt ist all mein Mitleid.
9 Nicht ausführen will ich die Glut meines Zornes, will nicht noch einmal Ephraim vernichten. Denn Gott bin ich und nicht ein Mensch, in deiner Mitte der Heilige; ich will nicht in Zornglut kommen. –
10 Hinter dem Herrn werden sie herziehen; wie ein Löwe wird er brüllen, ja, er wird brüllen, und zitternd werden die Söhne herbeikommen vom Meer[11]d. h. vom Westen.
11 Sie werden zitternd herbeikommen aus Ägypten wie ein Vogel und wie eine Taube aus dem Land Assur. Und ich werde sie in ihren Häusern wohnen lassen, spricht der Herr[12]w. ist der Ausspruch des Herrn.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen