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Einheitsübersetzung
Einheitsübersetzung 2016
Spruch über Jerusalem: 22,1–14
1 Ausspruch über das Tal der Vision. Was ist denn mit dir, / dass du mit all den Deinen auf die Dächer gestiegen bist?
2 Vom Lärm erfüllte, tobende Stätte, / fröhliche Stadt! Deine Durchbohrten sind nicht vom Schwert durchbohrt / und keine Toten des Krieges.
3 Alle deine Wortführer sind gemeinsam geflohen, / ohne einen Bogenschuss wurden sie gefangen; alle, die man von dir noch fand, wurden miteinander gefangen, / wenn sie auch noch so weit flohen.
4 Darum habe ich gesagt: Schaut weg von mir, / ich weine bitterlich! Bemüht euch nicht, mich zu trösten / über die Verwüstung der Tochter meines Volkes!
5 Denn der Tag des tobenden Lärms, des Niedertretens und der Verwirrung / gehört Gott, dem HERRN der Heerscharen, im Tal der Vision. Die Mauer bricht / und das Hilfegeschrei reicht bis zum Berg.
6 Elam hat den Köcher erhoben, / bemannte Wagen, Reiter / und Kir hat den Schild enthüllt.
7 Deine erlesenen Täler füllten sich mit Wagen, / die Reiter bezogen Stellung zum Tor hin.
8 So legte er den Schutz Judas bloß. / Und du blicktest an jenem Tag auf die Waffen im Waldhaus;
9 und ihr habt gesehen, dass die Risse der Stadt Davids zahlreich waren, / und habt das Wasser des unteren Teichs gesammelt.
10 Und habt Jerusalems Häuser gezählt; / ihr habt die Häuser abgerissen, / um die Mauer zu verstärken.
11 Ein Sammelbecken habt ihr zwischen den Mauern angelegt / für das Wasser des alten Teiches. Aber ihr habt nicht auf den geblickt, der es bewirkt, / und auf den, der es von Ferne gestaltet, habt ihr nicht geschaut.
12 Und der Herr, der GOTT der Heerscharen, rief an jenem Tag zum Weinen und zur Klage auf, / zum Scheren einer Glatze und zum Gürten mit Sacktuch.
13 Doch siehe: Freude und Frohsinn, / Rindertöten und Schafeschlachten, / Fleischessen und Weintrinken: Essen und trinken, / denn morgen sterben wir.
14 Der HERR der Heerscharen offenbart sich in meinen Ohren: / Diese Schuld wird euch nicht vergeben, bis ihr sterbt, / spricht der Herr, der GOTT der Heerscharen.
Gerichtswort über Schebna: 22,15–19
15 So spricht der Herr, der GOTT der Heerscharen: Auf, geh zu diesem Verwalter, zu Schebna, dem Palastvorsteher!
16 Wie kommst du dazu und wer bist du, dass du dir hier ein Grab ausgehauen hast? - Einer, der sich hoch oben sein Grab aushaut, sich im Felsen seine Wohnung ausmeißelt! -
17 Siehe, der HERR schleudert dich in hohem Bogen weg, Mann! - Er wickelt dich fest ein,
18 knäult dich zu einem Knäuel zusammen - wie einen Ball in ein nach allen Seiten hin offenes Land. Dort wirst du sterben und dorthin kommen deine Prunkwagen, du Schande im Haus deines Herrn.
19 Ich werde dich von deinem Posten stoßen und er wird dich aus deiner Stellung reißen.
Einsetzung Eljakims: 22,20–25
20 An jenem Tag werde ich meinen Knecht Eljakim, den Sohn Hilkijas, berufen.
21 Ich werde ihn mit deinem Gewand bekleiden und ihm deine Schärpe fest umbinden. Deine Herrschaft gebe ich in seine Hand und er wird zum Vater für die Einwohner Jerusalems und für das Haus Juda.
22 Ich werde ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter legen. Er wird öffnen und niemand ist da, der schließt; er wird schließen und niemand ist da, der öffnet.
23 Ich werde ihn als Pflock an einer festen Stelle einschlagen und er wird zum Thron der Ehre für sein Vaterhaus.
24 Dann wird sich an ihn das ganze Gewicht seines Vaterhauses hängen: die Sprösslinge und die Schösslinge, alles Kleingeschirr, von Schalen bis hin zu allen möglichen Krügen.
25 An jenem Tag - Spruch des HERRN der Heerscharen - weicht der Pflock, eingeschlagen an fester Stelle. Er wird herausbrechen, herunterfallen und die Last, die an ihm hängt, wird zerschlagen. Ja, der HERR hat gesprochen.
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten
Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Gegen Sorglosigkeit und Verblendung in Jerusalem
1 Ausspruch {über das} Tal der Offenbarung[12]o. der Vision; wahrscheinlich ist Jerusalem gemeint. Was ist dir denn, dass du insgesamt auf die Dächer gestiegen bist?
2 {Du} lärmende Stadt voller Getümmel, du ausgelassene Stadt, deine Erschlagenen sind nicht mit dem Schwert Erschlagene[1]w. deine Durchbohrten sind nicht Schwertdurchbohrte und nicht in der Schlacht Getötete!
3 All deine Anführer sind miteinander geflohen, ohne einen Bogen {schuss} wurden sie gefangen, alle, die man in dir fand, wurden miteinander gefangen, weit fort wollten sie fliehen.
4 Darum sage ich: Schau weg von mir! Bitterlich weinen muss ich. Dringt nicht darauf, mich zu trösten über die Verwüstung der Tochter meines Volkes!
5 Denn ein Tag der Bestürzung, der Zertretung und der Verwirrung {kam} vom Herrn, dem Herrn der Heerscharen, im Tal der Offenbarung[2]o. der Vision; wahrscheinlich ist Jerusalem gemeint. Es bricht die Mauer, und Hilfegeschrei {hallt} zum Gebirge hin.[3]o. Im Tal der Offenbarung lärmt der Lärm, Hilfegeschrei am Berg!
6 Und Elam erhebt den Köcher mit bemannten Wagen {und} Reitern; und Kir enthüllt den Schild.
7 Und es wird geschehen, deine auserlesenen Talebenen sind voller Wagen, und die Reiter nehmen Stellung gegen das Tor.
8 Da nimmt man Judas Schutz weg[4]w. Und man deckt Judas Decke auf. Aber du blickst an jenem Tag nach den Waffen des Waldhauses.
9 Und ihr seht die Risse der Stadt Davids, dass sie zahlreich sind, und ihr sammelt das Wasser des unteren Teiches.
10 Auch zählt ihr die Häuser von Jerusalem und brecht die Häuser ab, um die Mauer unzugänglich zu machen.
11 Und ihr macht ein Sammelbecken zwischen den beiden Mauern für die Wasser des alten Teiches. Aber ihr blickt nicht auf den, der es getan, und seht den nicht an, der es lange vorher[5]o. von ferne gebildet hat[6]o. geplant hat. –
12 Und an jenem Tag ruft der Herr, der Herr der Heerscharen, zum Weinen und zur Wehklage auf, zum Kahlscheren und zum Umgürten von Sacktuch.
13 Aber siehe, Wonne und Freude, Rindertöten und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken: Lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir!
14 Aber der Herr der Heerscharen hat sich meinen Ohren offenbart: Wenn euch diese Schuld vergeben wird, bis ihr sterbt[7]Der Satz ist eine hebr. Schwurformel, deren zweite Hälfte nicht ausgesprochen wurde., spricht der Herr, der Herr der Heerscharen.
Absetzung des Schebna, Einsetzung des Eljakim
15 So sprach der Herr, der Herr der Heerscharen: Auf! Geh zu diesem Verwalter da, zu Schebna, der über das Haus {des Königs bestellt} ist {, und sprich}:
16 Was hast du hier, und wen hast du hier, dass du dir hier ein Grab aushaust? – {du, } der sein Grab aushaut {hier} auf der Höhe, sich eine Wohnung in den Felsen meißelt?
17 Siehe, der Herr wird dich weit wegschleudern, {dich} hin- und herschütteln, Mann[8]T. ; Mas. T. : {mit dem} Hin- und Herschütteln eines Mannes! Er wird dich fest packen,
18 zu [9]Andere üs. in Anlehnung an ähnlich klingende arabische Wörter: mit kräftigem Fußtritt wird er dich wegtreten wie einen Balleinem Knäuel wird er dich fest zusammenwickeln, wie den Ball {dich wegschleudern}[9]Andere üs. in Anlehnung an ähnlich klingende arabische Wörter: mit kräftigem Fußtritt wird er dich wegtreten wie einen Ball in ein Land, das nach beiden Seiten weit ausgedehnt ist. Dort wirst du sterben, und dorthin {kommen} deine Prunkwagen, du Schande für das Haus deines Herrn!
19 Und ich werde dich von deinem Posten wegstoßen, und aus deiner Stellung wird man dich herunterreißen. –
20 Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich meinen Knecht Eljakim rufen, den Sohn des Hilkija.
21 Und ich werde ihn mit deinem Leibrock bekleiden und ihm deinen Gürtel[10]Der hebr. Ausdruck bezeichnet nur den Gürtel oder die Schärpe der Priester und Amtspersonen. fest umbinden und werde deine Herrschaft in seine Hand geben. Und er wird den Bewohnern von Jerusalem und dem Haus Juda zum Vater sein.
22 Und ich werde den Schlüssel des Hauses David auf seine Schulter legen. Er wird öffnen, und niemand wird schließen, er wird schließen, und niemand wird öffnen.
23 Und ich werde ihn als Pflock einschlagen an einen festen Ort; und er wird seinem Vaterhaus zum Thron der Würde[1]hebr. kabod; kann sowohl »Ehre«, »Würde«, als auch »Gewicht«, »Bürde« heißen sein.
24 Dann werden sie sich an ihn hängen – die ganze Bürde[1]hebr. kabod; kann sowohl »Ehre«, »Würde«, als auch »Gewicht«, »Bürde« heißen seines Vaterhauses: die Sprösslinge und die Schösslinge, alle kleinen Gefäße, von den Beckengefäßen bis zu allen Kruggefäßen.
25 An jenem Tag, spricht der Herr[2]w. ist der Ausspruch des Herrn der Heerscharen, wird der Pflock weichen, der an einem festen Ort eingeschlagen war, und er wird abgehauen werden und fallen, und die Last, die er trug, wird beseitigt werden. Denn der Herr hat geredet.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen