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Einheitsübersetzung
Einheitsübersetzung 2016
IJOBS GEGENREDE: 6,1–7,21
Das unerträgliche Los: 6,1–13
1 Da antwortete Ijob und sprach:
2 Ach, würde doch mein Gram gewogen, / legte man auf die Waage auch mein Leid!
3 Denn nun ist es schwerer als der Sand des Meeres, / darum waren meine Worte unbedacht.
4 Die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, / mein Geist hat ihr Gift getrunken, / Gottes Schrecken stellen sich gegen mich.
5 Schreit denn der Wildesel, wenn er Gras hat, / oder brüllt das Rind, wenn es sein Futter hat?
6 Isst man denn ungesalzene Speise? / Wer hat Geschmack an fadem Schleim?
7 Ich sträube mich, daran zu rühren, / das alles ist mir wie verdorbenes Brot.
8 Käme doch, was ich begehre, / und gäbe Gott, was ich erhoffe.
9 Und wollte Gott mich doch zermalmen, / seine Hand erheben, um mich abzuschneiden;
10 das wäre noch ein Trost für mich; / ich hüpfte auf im Leid, mit dem er mich nicht schont. / Denn ich habe die Worte des Heiligen nicht verleugnet.
11 Was ist meine Kraft, dass ich aushalten könnte, / wann kommt mein Ende, dass ich mich gedulde?
12 Ist meine Kraft denn Felsenkraft, / ist mein Fleisch denn aus Erz?
13 Gibt es keine Hilfe mehr für mich, / ist mir jede Rettung entschwunden?
Enttäuschung über die Freunde: 6,14–30
14 Des Freundes Liebe gehört dem Verzagten, / auch wenn er den Allmächtigen nicht mehr fürchtet.
15 Meine Brüder sind trügerisch wie ein Bach, / wie Wasserläufe, die verrinnen;
16 trüb sind sie vom Eis, / wenn über ihnen der Schnee schmilzt.
17 Zur Zeit der Hitze versiegen sie; / wenn es heiß wird, verdunsten sie in ihrem Bett.
18 Sie biegen ab von ihrem Weg, / laufen in die Wüste und kommen um.
19 Nach ihnen spähten Karawanen aus Tema, / auf sie hofften Handelszüge aus Saba.
20 Sie wurden zuschanden, weil sie vertrauten, / sie kamen an und waren enttäuscht.
21 So seid ihr jetzt ein Nein geworden: / Ihr schaut das Entsetzliche und schaudert.
22 Habe ich denn gesagt: Gebt mir etwas, / von eurem Vermögen zahlt für mich
23 und rettet mich aus dem Griff des Bedrängers / und kauft mich los aus der Hand der Tyrannen!?
24 Belehrt mich, so werde ich schweigen, / worin ich fehlte, macht mir klar!
25 Wie können redliche Worte kränken, / was kann euer Tadel rügen?
26 Gedenkt ihr, Worte zu tadeln? / Spricht der Verzweifelte in den Wind?
27 Selbst um ein Waisenkind würdet ihr würfeln, / sogar euren Freund verschachern.
28 Habt endlich die Güte, wendet euch mir zu, / ich lüge euch nicht ins Gesicht.
29 Kehrt um, kein Unrecht soll geschehen, / kehrt um, noch bin ich im Recht.
30 Ist denn Unrecht auf meiner Zunge / oder schmeckt mein Gaumen das Schlechte nicht?
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Ijob: Aus mir spricht die Verzweiflung!
1 Ijob antwortete:
2 »Wenn jemand meinen Kummer wiegen wollte und meine Leiden auf die Waage legte –
3 sie wären schwerer als der Sand am Meer. Was Wunder, wenn ich wirre Reden führe!
4 Die Pfeile Gottes haben mich getroffen und meinen Geist mit ihrem Gift verstört. Die Schrecken Gottes haben mich umzingelt, ein Heer von Feinden, aufmarschiert zur Schlacht.
5 Kein Esel schreit auf saftig grüner Weide und jeder Stier ist still, hat er sein Futter.
6 Doch wer mag ungesalzne Speisen essen? Wem schmeckt der weiße Schleim von einem Ei?
7 Wie solche Nahrung mir ein Ekel ist, genauso ungenießbar ist mein Leid!
8 Warum gibt Gott mir nicht, was ich erbitte? Und warum tut er nicht, worauf ich warte?
9 Wenn er sich doch entschlösse, mich zu töten und mir den Lebensfaden abzuschneiden!
10 Darüber würde ich vor Freude springen, das wäre mir ein Trost in aller Qual. Was er, der Heilige, befohlen hat, dagegen hab ich niemals rebelliert.
11 Woher nehm ich die Kraft, noch auszuhalten? Wie kann ich leben ohne jede Hoffnung?
12 Ist etwa meine Kraft so fest wie Stein? Sind meine Muskeln denn aus Erz gemacht?
13 Ich selber weiß mir keine Hilfe mehr, ich sehe niemand, der mich retten könnte.
14 Wer so am Boden liegt, braucht treue Freunde, dass er nicht aufhört, sich an Gott zu halten.
15 Doch ihr enttäuscht mich wie die Steppenflüsse, die trocken werden, wenn es nicht mehr regnet.
16 Wenn Eis und Schnee in Frühjahrswärme schmelzen, dann sind die Flüsse voll von trübem Wasser;
17 doch in der Sommerhitze schwinden sie, ihr Bett liegt leer und trocken in der Glut.
18 Die Karawanen biegen ab vom Weg und folgen ihnen, sterben in der Wüste.
19 Aus Tema und aus Saba kamen sie, sie spähten aus, sie wollten Wasser finden.
20 Doch ihr Vertrauen wurde nicht belohnt: An leeren Flüssen endete die Hoffnung.
21 Für mich seid ihr genau wie diese Flüsse: Weil ihr mein Unglück seht, weicht ihr zurück.
22 Hab ich vielleicht um ein Geschenk gebeten, müsst ihr für mich denn irgendwen bestechen?
23 Sollt ihr Erpressern Lösegelder zahlen, um mich aus ihren Händen freizukaufen?
24 Belehrt mich doch, dann will ich gerne schweigen. Wo hab ich mich vergangen? Sagt es mir!
25 Durch Wahrheit bin ich leicht zu überzeugen, doch euer Redeschwall beweist mir nichts!
26 Wollt ihr mich wegen meiner Worte tadeln und merkt nicht, dass Verzweiflung aus mir spricht?
27 Ihr würdet noch um Waisenkinder würfeln und euren besten Freund für Geld verschachern!
28 Seht mir doch einmal richtig in die Augen! Wie käme ich dazu, euch anzulügen?
29 Hört auf zu richten, seid nicht ungerecht! Noch habe ich das Recht auf meiner Seite!
30 Ich gehe nicht zu weit mit meinen Worten, ich kann doch Recht und Unrecht unterscheiden!
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Lutherbibel
Lutherbibel 2017
Hiobs erste Antwort an Elifas
1 Hiob antwortete und sprach:
2 Wenn man doch meinen Kummer wägen und mein Leiden zugleich auf die Waage legen wollte!
3 Denn nun ist es schwerer als Sand am Meer; darum sind meine Worte noch unbedacht.
4 Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir; mein Geist muss ihr Gift trinken, und die Schrecknisse Gottes sind auf mich gerichtet.
5 Schreit denn der Wildesel, wenn er Gras hat, oder brüllt der Stier, wenn er sein Futter hat?
6 Isst man denn Fades, ohne es zu salzen, oder hat Eiweiß Wohlgeschmack?
7 Meine Kehle sträubt sich, es aufzunehmen; es ist, als wäre mein Brot unrein.
8 Könnte meine Bitte doch geschehen und Gott mir geben, was ich hoffe!
9 Dass mich doch Gott erschlagen wollte und seine Hand ausstreckte und mir den Lebensfaden abschnitte!
10 So hätte ich noch diesen Trost und wollte fröhlich springen – ob auch der Schmerz mich quält ohne Erbarmen –, dass ich nicht verleugnet habe die Worte des Heiligen.
11 Was ist meine Kraft, dass ich ausharren könnte; und welches Ende wartet auf mich, dass ich geduldig sein sollte?
12 Ist doch meine Kraft nicht aus Stein und mein Fleisch nicht aus Erz.
13 Hab ich denn keine Hilfe mehr, und gibt es keinen Rat mehr für mich?
14 Wer Barmherzigkeit seinem Nächsten verweigert, der gibt die Furcht vor dem Allmächtigen auf.
15 Meine Brüder sind trügerisch wie ein Bach, wie das Bett der Bäche, die versickern,
16 die erst trübe sind vom Eis, darin der Schnee sich birgt,
17 doch zur Zeit, wenn die Hitze kommt, versiegen sie; wenn es heiß wird, vergehen sie von ihrer Stätte:
18 Karawanen gehen ihren Weg dahin, sie gehen hin ins Nichts und verschwinden.
19 Die Karawanen von Tema blickten aus auf sie, die Karawanen von Saba hofften auf sie;
20 aber sie wurden zuschanden über ihrer Hoffnung und waren betrogen, als sie dahin kamen.
21 So seid ihr jetzt für mich geworden; weil ihr Schrecknisse seht, fürchtet ihr euch.
22 Hab ich denn gesagt: Schenkt mir etwas und bezahlt für mich von eurem Vermögen
23 und errettet mich aus der Hand des Feindes und kauft mich los von der Hand der Gewalttätigen?
24 Belehrt mich, so will ich schweigen, und worin ich geirrt habe, darin unterweist mich!
25 Wie könnten redliche Worte betrüben? Aber euer Tadel, was tadelt er?
26 Gedenkt ihr, Worte zu rügen? Aber die Rede eines Verzweifelnden verhallt im Wind.
27 Ihr freilich könntet wohl über eine Waise das Los werfen und euren Nächsten verschachern.
28 Nun aber hebt doch an und seht auf mich, ob ich euch ins Angesicht lüge.
29 Kehrt doch um, damit nicht Unrecht geschehe! Kehrt um! Noch habe ich recht darin!
30 Ist denn auf meiner Zunge Unrecht, oder sollte mein Gaumen Böses nicht merken?
Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart