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Einheitsübersetzung

Einheitsübersetzung 2016

Klage des Verhöhnten: 17,1–10

1 Mein Geist ist verwirrt, / meine Tage sind ausgelöscht, / nur Gräber bleiben mir.

2 Wahrhaftig, nur Spott begleitet mich. / In ihren Bitterkeiten verbringt mein Auge die Nacht.

3 Sei du doch selbst mein Bürge bei dir! / Wer würde sonst den Handschlag für mich leisten?

4 Denn ihr Herz hast du der Einsicht verschlossen, / darum lässt du sie nicht triumphieren.

5 Zum Teilen lädt einer die Freunde ein, / doch die Augen seiner Kinder verschmachten.

6 Zum Spott für die Leute stellte er mich hin, / ich wurde einer, dem man ins Gesicht spuckt.

7 Vor Kummer ist mein Auge matt, / all meine Glieder sind wie ein Schatten.

8 Darüber entsetzen sich die Redlichen, / der Unschuldige empört sich über den Ruchlosen.

9 Doch der Gerechte hält fest an seinem Weg, / wer reine Hände hat, gewinnt an Kraft.

10 Ihr alle, kehrt um, kommt nur wieder her, / ich finde doch keinen Weisen unter euch.

Not des Verzweifelten: 17,11–16

11 Dahin sind meine Tage, / zunichte meine Pläne, meine Herzenswünsche.

12 Sie machen mir die Nacht zum Tag, / das Licht nähert sich dem Dunkel.

13 Ich erhoffe nichts mehr. / Die Unterwelt wird mein Haus, / in der Finsternis breite ich mein Lager aus.

14 Zur Grube rufe ich: Mein Vater bist du!, / Meine Mutter, meine Schwester!, zum Wurm.

15 Wo aber ist meine Hoffnung? / Ja, meine Hoffnung, wer kann sie erblicken?

16 Fährt sie zur Unterwelt mit mir hinab, / sinken wir vereint in den Staub?

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Von allen verlassen und verhöhnt

1 Das Atmen fällt mir schwer, mein Leben endet, der Docht verglimmt, mein Grab ist schon geschaufelt.

2 Rings um mich höre ich den Hohn der Spötter, auch nachts lässt ihr Gezänk mich nicht mehr schlafen.

3 Du forderst Bürgschaft, Gott? Sei du mein Bürge! Wer sonst legt seine Hand für mich ins Feuer?

4 Du hast ihr Herz versperrt für jede Einsicht; drum wirst du sie nicht triumphieren lassen.

5 Machst du es so wie jener Mann im Sprichwort, der seine Freunde einlädt und beschenkt und seine eigenen Kinder hungern lässt?

6 Doch jetzt bin ich die Spottfigur der Leute, ich werde angespuckt; Gott stellt mich bloß.

7 Vor Kummer ist mein Auge fast erblindet, ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst.

8 Ihr haltet euch für redlich, seid entsetzt; ihr meint, ihr hättet keine Schuld, erregt euch, in euren Augen bin ich ein Verbrecher.

9 Ihr seid gerecht und lasst euch nicht beirren, seid rein und schuldlos, fühlt euch nur bestärkt.

10 Kommt doch, kommt ruhig alle wieder her; bei euch ist doch nicht einer mit Verstand!

11 Vorbei sind meine Tage; meine Pläne, die Wünsche meines Herzens, sind zunichte.

12 Die Freunde sagen mir, die Nacht sei Tag; das Licht sei mir ganz nah, behaupten sie, obwohl die Finsternis mich überfällt.

13 Mir bleibt als Wohnstatt nur die Totenwelt, im Dunkel dort kann ich mich niederlegen.

14 Das kalte Grab – ich nenn es meinen Vater, die Maden meine Mutter, meine Schwestern.

15 Da sollte es für mich noch Hoffnung geben? Kann jemand nur ein Fünkchen davon sehen?

16 Sie steigt mit mir hinunter zu den Toten und wird dort mit mir in den Staub gelegt.«

Lutherbibel

Lutherbibel 2017

1 Mein Geist ist zerbrochen, meine Tage sind ausgelöscht; nur das Grab bleibt mir.

2 Fürwahr, Gespött umgibt mich, und auf ihrem Hadern muss mein Auge weilen.

3 Sei du selbst mein Bürge bei dir – wer sonst soll für mich bürgen?

4 Denn du hast ihrem Herzen den Verstand verborgen, darum wirst du ihnen den Sieg nicht geben.

5 Zum Teilen lädt einer Freunde ein, doch die Augen seiner Kinder müssen verschmachten.

6 Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht, und ich muss mir ins Angesicht speien lassen.

7 Mein Auge ist dunkel geworden vor Gram, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten.

8 Darüber entsetzen sich die Gerechten, und die Unschuldigen entrüsten sich über die Ruchlosen.

9 Aber der Gerechte hält fest an seinem Weg, und wer reine Hände hat, nimmt an Stärke zu.

10 Wohlan, kehrt euch alle wieder her und kommt; ich werde dennoch keinen Weisen unter euch finden!

11 Meine Tage sind vergangen; zerrissen sind meine Pläne, die mein Herz besessen haben.

12 Nacht will man mir zum Tag machen: Licht sei näher als Finsternis.

13 Wenn ich auch lange warte, so ist doch bei den Toten mein Haus, und in der Finsternis ist mein Bett gemacht.

14 Das Grab nenne ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester.

15 Worauf soll ich denn hoffen? Und wer sieht noch Hoffnung für mich?

16 Hinunter zu den Toten wird sie fahren, wenn alle miteinander im Staub liegen.

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