Wie kann ich mein geistliches Wachstum messen?

Antworten mit Bayless Conley

Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament trägt Gott den Gläubigen auf zu prüfen, wie es mit...

Hoffnung trotz tiefster Not

31Ich bin der Mann, der viel gelitten hat

unter den zornigen Schlägen des HERRN.

2Ich bin es, den er vor sich hertrieb,

immer tiefer in die dunkelste Nacht.

3Immer nur mich traf seine Faust,

Tag für Tag, ohne einzuhalten.

4Er lässt meine Haut und mein Fleisch zerfallen

und zerbricht mir alle meine Knochen.

5Von allen Seiten schließt er mich ein,

er umstellt mich mit Bitterkeit und Qual.

6In Finsternis lässt er mich wohnen

wie die, die schon seit Langem tot sind.

7Er hat mich ummauert und in Ketten gelegt,

aus diesem Gefängnis gibt es keinen Ausweg.

8Ich kann um Hilfe schreien, soviel ich will –

mein Rufen dringt nicht durch bis an sein Ohr.

9Er hat mir den Weg mit Steinen versperrt,

sodass ich ständig in die Irre gehe.

10Wie ein Bär hat er mir aufgelauert,

wie ein Löwe in seinem Hinterhalt.

11Er hat mich vom Weg heruntergezerrt,

dann hat er mich zusammengeschlagen.

12Er hat den Bogen auf mich angelegt

und mich als Ziel für seine Pfeile benutzt.

13Pfeil auf Pfeil hat er abgeschossen

und mir den Rücken damit durchbohrt.

14Die Leute meines Volkes lachen mich aus,

täglich singen sie ihr Spottlied über mich.

15Er gab mir die bitterste Kost zu essen

und ließ mich bitteren Wermut trinken.

16Er hat mich in den Staub gedrückt

und mich gezwungen, Kies zu kauen.

17Das ruhige Leben hat er mir genommen;

ich weiß nicht mehr, was Glück bedeutet.

18Ich habe keine Zukunft mehr,

vom HERRN ist nichts mehr zu erhoffen!

19An all dieses rastlose Elend zu denken

ist Gift für mich und macht mich bitter.

20Doch immer wieder muss ich daran denken

und bin erfüllt von Verzweiflung und Schwermut.

21Ich will mich an etwas anderes erinnern,

damit meine Hoffnung wiederkommt:

22Von Gottes Güte kommt es, dass wir noch leben.

Sein Erbarmen ist noch nicht zu Ende,

23seine Liebe ist jeden Morgen neu

und seine Treue unfassbar groß.

24Ich sage: Der HERR ist mein Ein und Alles;

darum setze ich meine Hoffnung auf ihn.

25Der HERR ist gut zu denen, die nach ihm fragen,

zu allen, die seine Nähe suchen.

26Darum ist es das Beste, zu schweigen

und auf die Hilfe des HERRN zu warten.

27Für jeden Menschen ist es gut,

wenn er schon früh gelernt hat, Last zu tragen.

28Wenn der HERR ihm etwas auferlegt,

soll er für sich allein bleiben und schweigen.

29Er soll seinen Mund auf den Boden pressen –

vielleicht ist doch noch Hoffnung auf Hilfe!

30Dem, der ihn schlägt, soll er die Backe hinhalten

und alle Schmach und Schande auf sich nehmen.

31Der Herr verstößt uns nicht für immer.

32Auch wenn er uns Leiden schickt,

erbarmt er sich doch wieder über uns,

weil seine Liebe so reich und groß ist.

33Es macht ihm selbst keine Freude,

seinen Kindern Schmerz und Kummer zu bereiten.

34Alle Gefangenen in unserem Land

wurden getreten und misshandelt;

35unter den Augen des höchsten Gottes

wurden sie um ihr Recht gebracht;

36Unschuldige wurden verurteilt –

und das soll der Herr nicht gesehen haben?

37Wer sonst spricht ein Wort und es geschieht?

Geschieht nicht alles auf seinen Befehl?

38Wenn Glück oder Unglück über uns kommt,

hat nicht der Höchste es angeordnet?

39Mit welchem Recht beklagt sich der Mensch bei Gott?

Gegen seine Sünde soll er Klage erheben!

40Lasst uns unser Leben überprüfen

und wieder umkehren zu dem HERRN!

41Lasst uns die Hände zum Himmel strecken

und Herz und Sinn zum HERRN hinwenden!

42Wir haben gesündigt und dir, HERR, getrotzt

und du hast uns die Schuld noch nicht vergeben.

43Du hast dich ganz in deinen Zorn gehüllt,

uns schonungslos gejagt und getötet.

44In einer Wolke hast du dich versteckt,

damit kein Gebet dich erreichen konnte.

45Wie Dreck hast du uns zusammengekehrt,

wie Abfall mitten unter den Völkern.

46Alle unsere Feinde spotten über uns,

höhnisch reißen sie ihre Mäuler auf.

47Schrecken und Entsetzen wurden unser Los,

Zusammenbruch und Untergang.

48Meine Augen zerfließen in Tränen,

weil mein Volk zugrunde gegangen ist.

49Wie ein Bach, der nie zur Ruhe kommt,

strömen meine Tränen, ohne zu versiegen,

50bis der HERR sich vom Himmel herabneigt

und seinen Blick wieder auf uns richtet.

51Es tut mir weh, wenn ich sehen muss,

wie es den Frauen in der Stadt ergeht.

52Sie haben mir nachgestellt wie einem Vogel,

obwohl ich niemandem Anlass gab, mein Feind zu sein.

53Sie haben mich lebend in die Grube gestürzt

und einen Stein auf die Öffnung gewälzt.

54Das Wasser stieg mir bis an die Kehle,

ich dachte schon, es sei aus mit mir.

55Da rief ich zu dir, HERR, um Hilfe;

aus der Tiefe der Grube schrie ich zu dir:

56»Verschließ dein Ohr nicht! Hör mein Flehen!«

Und du hast meinen Hilferuf gehört!

57Als ich zu dir schrie, bist du gekommen

und hast zu mir gesagt: »Hab keine Angst!«

58Du hast mich verteidigt und mir Recht verschafft;

das Leben hast du mir gerettet.

59Du weißt, was sie mir angetan haben.

Stell mein Recht doch völlig wieder her!

60Du hast ihren ganzen Hass gesehen

und ihre finsteren Pläne gegen mich.

61Du hast gehört, wie sie mich schmähten

und ihre Pläne gegen mich berieten.

62Alles, was sie reden und denken,

ist gegen mich gerichtet, Tag für Tag.

63Behalte ihr Tun und Lassen fest im Auge!

Noch immer singen sie ihr Spottlied auf mich.

64Alles, was sie mir angetan haben, HERR, zahl es ihnen heim, vergilt es ihnen!

65Verblende sie, verwirre ihren Sinn,

schleudere deinen Fluch gegen sie!

66Verfolge sie mit deinem ganzen Zorn

und fege sie von der Erde weg!


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