Das Volk bekennt seine Schuld

91Am 24. Tag desselben Monats versammelten sich die Israeliten zu einem Fasttag. Sie hatten den Sack angelegt und sich Erde auf den Kopf gestreut.

2Alle, die als Nachkommen Jakobs zu Israel gehörten, trennten sich ausdrücklich von allen Fremden und traten vor den HERRN, um ihre Schuld und die Schuld ihrer Vorfahren zu bekennen.

3Sie erhoben sich von ihren Plätzen und drei Stunden lang wurde ihnen aus dem Gesetzbuch des HERRN, ihres Gottes, vorgelesen. Dann warfen sie sich vor dem HERRN nieder und bekannten ihm ihre Verfehlungen, ebenfalls drei Stunden lang.

4Auf dem Podium der Leviten erhoben sich Jeschua, Bani, Kadmiël, Schebanja, Bunni, Scherebja, Bani und Kenani. Sie riefen mit lauter Stimme zum HERRN, ihrem Gott.

5Die Leviten Jeschua, Kadmiël, Bani, Haschabneja, Scherebja, Hodija, Schebanja und Petachja aber sagten zum Volk: »Auf, preist den HERRN, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit!«

6Und die Leviten beteten dem Volk vor:

»Dein großer Name, HERR, sei gepriesen!

Alles Preisen und Rühmen der Menschen

reicht nicht an ihn heran.

Du, HERR, allein bist Gott!

Du hast den Himmel geschaffen,

die Himmelswelt mit dem Heer der Engel.

Du hast die Erde und das Meer geschaffen

und alle Geschöpfe, die dort leben.

Ihnen allen hast du das Leben geschenkt

und die Himmelsmächte beten dich an!

7Du, HERR, unser Gott, erwähltest Abram

und holtest ihn heraus aus Ur in Chaldäa;

du gabst ihm den Namen Abraham.

8Du sahst, dass er in Treue zu dir hielt,

und schlossest einen Bund mit ihm

und gabst ihm dabei das Versprechen:

'Deinen Nachkommen gebe ich das Land,

in dem die Kanaaniter wohnen,

die Hetiter und die Amoriter,

die Perisiter, Jebusiter und Girgaschiter.'

Und du hast dein Versprechen gehalten,

auf dich ist in allem Verlass!

9Unsere Vorfahren wurden unterdrückt in Ägypten –

du sahst es und griffest ein.

Am Schilfmeer schrien sie zu dir um Hilfe –

du hörtest es und schicktest Rettung.

10Der Pharao, seine Minister und sein Volk

behandelten unsere Väter mit Hochmut.

Da zeigtest du ihnen deine Macht

und ließest sie deine gewaltigen Taten spüren.

So machtest du dir einen großen Namen,

er wird gerühmt bis zum heutigen Tag.

11Vor den Augen unserer Vorfahren zerteiltest du das Meer,

trockenen Fußes zogen sie mitten hindurch.

Doch ihre Verfolger stürztest du in die Fluten,

wie Steine sanken sie in die Tiefe.

12Du leitetest sie bei Tag durch eine Wolkensäule

und nachts erhelltest du ihren Weg

mit dem leuchtenden Schein der Feuersäule.

13Du kamst hernieder auf den Berg Sinai,

du sprachst zu ihnen vom Himmel her.

Klare Ordnungen gabst du ihnen,

Gesetze, die das Leben verlässlich regeln,

mit guten Vorschriften und Geboten.

14Du lehrtest sie, den Sabbat zu achten

als heiligen Tag, der dir gehört;

du gabst ihnen Vorschriften und Gebote

und ein Gesetz durch deinen Diener Mose.

15Als der Hunger sie plagte,

gabst du ihnen Brot vom Himmel;

aus dem Felsen ließest du Wasser strömen,

um ihren Durst damit zu löschen.

Dann befahlst du ihnen, das Land einzunehmen,

das Land, das du ihnen zugesagt hattest

mit zum Schwur erhobener Hand.

16Doch unsere Vorfahren wurden übermütig,

trotzig schlugen sie deine Weisungen in den Wind.

17Sie weigerten sich, auf dich zu hören;

nur allzu schnell vergaßen sie die Wunder,

mit denen du ihnen geholfen hattest.

Sie setzten es sich in den Kopf, zurückzukehren

nach Ägypten, in die Sklaverei.

Du aber bist ein Gott, der vergibt,

voll Liebe und Erbarmen bist du,

voll Geduld und von grenzenloser Güte.

Du hast sie nicht im Stich gelassen,

18nicht einmal, als sie sich das Stierbild gossen

und sagten: 'Das ist dein Gott,

der dich aus Ägypten herausgeführt hat.'

Wie tief sie dich damit beleidigt haben!

19Du aber, in deinem großen Erbarmen,

hast sie dort in der Wüste nicht verlassen.

Du nahmst die Wolkensäule nicht weg,

sie blieb ihr Begleiter an jedem Tag;

und die Feuersäule leuchtete ihnen,

damit sie auch nachts ihren Weg erkannten.

20Du gabst ihnen deinen guten Geist,

um sie zu rechter Einsicht zu führen.

Auch weiterhin sättigtest du sie mit Manna

und gabst ihnen Wasser für ihren Durst.

21Vierzig Jahre, bei ihrem Zug durch die Wüste,

versorgtest du sie mit dem, was sie brauchten.

Ihre Kleider zerfielen nicht zu Lumpen,

ihre Füße schwollen vom Gehen nicht an.

22Du gabst Könige und Völker in ihre Macht,

ein Land nach dem andern eroberten sie.

Sie besetzten das Land des Königs Sihon von Heschbon

und das Land Baschan, wo König Og regierte.

23Du schenktest ihnen so viele Kinder,

wie Sterne am Himmel stehen.

Und du brachtest ihre Kinder in das Land,

das schon die Väter in Besitz nehmen sollten

nach deinem Befehl.

24Nun kamen die Söhne hinein

und nahmen es in Besitz.

Die Kanaaniter, die früher dort wohnten,

zwangst du vor ihnen in die Knie.

Die Herrscher des Landes und ihre Völker,

du gabst sie alle in ihre Hand,

dass sie mit ihnen taten, was sie wollten.

25Befestigte Städte nahmen sie ein,

ein fruchtbares Land eroberten sie

und Häuser, angefüllt mit reichem Gut,

aus dem Felsen ausgehauene Zisternen,

Weinberge und Olivengärten

und Obstbäume in großer Zahl.

Es ging ihnen gut, sie aßen und wurden satt

und genossen die Fülle deiner Gaben.

26Dann aber wurden sie widerspenstig

und rebellierten gegen dich;

sie kehrten deinem Gesetz den Rücken.

Sie brachten deine Propheten um,

die ihnen ihre Schuld vorhielten

und sie mahnten, zu dir zurückzukehren.

So kränkten sie dich immer von Neuem.

27Darum gabst du sie in die Hand ihrer Feinde

und sie wurden von ihnen hart bedrängt.

Aber wenn sie vor Not nicht mehr weiterwussten,

wenn sie laut zu dir um Hilfe schrien,

dann erhörtest du sie vom Himmel her;

denn dein Erbarmen ist ja so groß.

Du sandtest ihnen starke Retter,

die sie von ihren Unterdrückern befreiten.

28Doch kaum hattest du ihnen Ruhe verschafft,

da lehnten sie sich von Neuem gegen dich auf,

und du gabst sie in die Hand ihrer Feinde

die ihnen hart zusetzten.

Wieder schrien sie zu dir um Hilfe

und du erhörtest sie vom Himmel her:

Du erwiest ihnen dein Erbarmen

und halfst ihnen wieder und wieder.

29Du ermahntest sie, zurückzukehren

und wieder auf dein Gesetz zu hören.

Sie aber blieben übermütig

und hielten sich nicht an deine Gebote.

Sie missachteten deine Ordnungen,

von denen du gesagt hattest:

'Wer sie einhält, bewahrt sein Leben.'

Sie zeigten dir die kalte Schulter,

trotzig boten sie dir die Stirn

und weigerten sich, dir zu gehorchen.

30Geduldig ertrugst du sie viele Jahre,

du warntest sie durch deinen Geist,

der deinen Propheten die Worte eingab;

doch sie blieben für dich taub.

Darum liefertest du sie schließlich aus

an die Völker fremder Länder.

31Aber weil dein Erbarmen so groß ist,

hast du dennoch kein Ende mit ihnen gemacht

und sie nicht verlassen,

du Gott voller Liebe und Erbarmen!

32Nun, Gott, unser Gott, du bist so groß,

so mächtig und Ehrfurcht gebietend!

Du hast mit uns einen Bund geschlossen

und stehst dazu mit unerschütterlicher Treue.

Lass dir nun nicht gleichgültig sein,

was an Leiden über uns gekommen ist!

Unsere Könige und Führer haben gelitten,

unsere Priester und Propheten, das ganze Volk,

schon unsere Vorfahren haben gelitten,

seit der Zeit der assyrischen Herrschaft bis heute!

33Du warst im Recht, dir ist nichts vorzuwerfen,

wenn uns dies alles getroffen hat;

denn du bist treu geblieben,

wir aber sind dir untreu geworden.

34Unsere Könige und führenden Männer,

unsere Priester und das ganze Volk, unsere Vorfahren,

haben dein Gesetz nicht befolgt,

auf deine Gebote nicht geachtet

und deine Warnungen in den Wind geschlagen.

35Du hattest ihnen ein eigenes Königreich gegeben

und sie mit Wohltaten überschüttet,

du hattest ihnen ein Land gegeben,

das weit und reich vor ihnen lag.

Sie aber weigerten sich, dir zu dienen

und von ihrem Unrecht zu lassen.

36Deshalb sind wir nun Sklaven,

hier in diesem Land,

das du unseren Vorfahren gegeben hast,

damit sie all das Gute genießen,

das es hervorbringt –

Sklaven sind wir in diesem Land!

37Sein Ertrag kommt den Königen zugute,

die du über uns gesetzt hast

zur Strafe für unsere Sünden.

Sie sind die Herren über uns und unser Vieh

und tun mit uns, was ihnen gefällt.

Darum sind wir in so tiefer Not!«


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