David muss nicht in den Kampf gegen Israel ziehen

291Die Philister sammelten ihr Heer bei Afek, die Israeliten lagerten sich an der Quelle vor der Stadt Jesreel.

2Die Philisterfürsten ließen alle ihre Truppen geordnet an sich vorübermarschieren. Die Kriegsleute von Achisch, dem König von Gat, bildeten den Schluss.

Als die Fürsten der Philister dabei auch David mit seinen Männern sahen,

3fragten sie Achisch: »Was haben denn die Hebräer hier zu suchen?«

Achisch erklärte ihnen: »Das ist doch David, der früher dem Israelitenkönig Saul gedient hat und jetzt seit Jahr und Tag in meinen Diensten steht. Die ganze Zeit, seit er zu mir übergelaufen ist, habe ich noch nie etwas an ihm auszusetzen gehabt.«

4Doch die Philisterfürsten waren empört und forderten von Achisch: »Schick den Mann zurück! Er soll an dem Ort bleiben, den du ihm als Wohnsitz angewiesen hast. Er darf auf keinen Fall mit uns in den Kampf ziehen, sonst wird er sich noch mitten in der Schlacht auf die Seite des Feindes schlagen. Eine bessere Gelegenheit findet er nicht mehr, die Gunst seines Herrn wiederzugewinnen, als wenn er ihm die Köpfe unserer Männer vor die Füße legt!

5Das ist doch derselbe David, von dem sie bei ihren Reigentänzen singen:

'Tausend Feinde hat Saul erschlagen,

doch zehntausend waren's, die David erschlug.'«

6Achisch rief David zu sich und sagte: »So gewiss der HERR lebt: Du bist ein zuverlässiger Gefolgsmann, und ich finde es gut, dass du mit mir in den Kampf ziehst. Denn in der ganzen Zeit, seit du bei mir bist, habe ich nichts an dir auszusetzen gefunden. Aber die Philisterfürsten trauen dir nicht.

7Kehr deshalb wieder um und verhalte dich ruhig! Tu nichts, was ihren Unwillen auf dich ziehen könnte.«

8David fragte: »Womit habe ich diese Behandlung verdient? Hast du jemals etwas an mir auszusetzen gehabt, seit ich in deine Dienste getreten bin? Warum darf ich dann nicht mitkommen und gegen die Feinde meines Herrn und Königs kämpfen?«

9»Ich weiß, ich weiß«, erwiderte Achisch. »In meinen Augen bist du über jeden Verdacht erhaben wie ein Engel Gottes; aber die Fürsten der Philister haben nun einmal gesagt: 'Er darf auf keinen Fall mit uns in den Kampf ziehen.'

10Macht euch also morgen in aller Frühe fertig, du und alle, die einst Saul gedient haben, und zieht ab, sobald es hell wird!«

11So machte sich David bei Tagesanbruch auf den Weg und kehrte mit seinen Männern in das Land der Philister zurück. Das Philisterheer aber rückte in Richtung Jesreel vor.


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