Leben ist nicht zu kaufen

491Ein Lied der Korachiter.

2Hört mir zu, ihr Völker,

merkt auf, ihr Bewohner der ganzen Erde!

3Hohe und Geringe, Reiche und Arme,

die einen wie die anderen rufe ich!

4Aus meinen Worten spricht Erfahrung

und tiefe Einsicht aus meinen Gedanken.

5Ich lausche auf Eingebungen von Gott

und werde sie beim Harfenspiel erklären:

6Warum soll ich mich ängstigen an Unglückstagen,

wenn ich umringt bin von den Unheilstiftern,

die sich an meine Fersen heften?

7Sie verlassen sich auf ihr vieles Geld

und brüsten sich mit ihrem großen Reichtum.

8Doch Gott ein Menschenleben abzukaufen ist unmöglich!

Auch sein eigenes Leben kann niemand auslösen:

9Der Kaufpreis für ein Menschenleben ist zu hoch;

was man auch bietet, es ist niemals genug.

10Kein Mensch kann für immer leben,

am Sterben führt kein Weg vorbei!

11Es ist offenkundig:

Auch die Klügsten sterben,

genauso wie unvernünftige Narren;

was sie besitzen, bleibt zurück für andere.

12Für immer wird das enge Grab ihre Wohnung,

auch wenn sie ganze Länder ihr Eigen nannten.

13Durch Größe und Reichtum

bleibt keiner am Leben;

der Mensch geht ebenso zugrunde

wie das Vieh.

14Voll Sicherheit sind diese Leute,

so vermessen, nur auf sich selber zu vertrauen,

so überzeugt von ihren eigenen Reden.

Wie aber ist ihr Schicksal?

Was ist ihre Zukunft?

15Wie Schafe trotten sie zur Totenwelt;

der Hirt, der sie dort weidet, ist der Tod.

Weit weg von ihren prachtvollen Häusern

zerfrisst die Verwesung ihre Gestalt.

16Mein Leben aber – Gott selbst kauft es frei;

aus den Krallen des Todes reißt er mich heraus!

17Lass dich nicht ängstigen,

wenn einer reich wird

und der Wohlstand seines Hauses immer größer!

18Denn wenn er stirbt,

nimmt er nichts davon mit,

sein Reichtum folgt ihm nicht ins Grab.

19Sein Leben lang lobt er sich selber

und andere schmeicheln ihm,

weil es ihm gut geht.

20Und doch muss er dorthin,

wo seine Väter sind,

die nie mehr das Licht erblicken.

21Größe und Reichtum

mag ein Mensch gewinnen;

aber wenn er keine Einsicht hat,

geht er zugrunde wie das Vieh.