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„Sie überlebten die Hölle" am Freitag, 09.11. um 21.55 Uhr auf Bibel TV

Vier Zeitzeugen erinnern an Reichspogromnacht, Ghetto und Verfolgung. „Es ist so, als wenn es gestern wäre, und darum ist für mich der neunte November jedes Jahr ein Tag der Trauer und der Besinnung“, sagt Charlotte Knobloch in der Dokumentation „Sie überlebten die Hölle".

Programmhinweis

Produziert wurde die sehenswerte Dokumentation von ICEJ - Deutscher Zweig e.V., Regie führte Deborah J. Orly. Bibel TV strahlt diese Dokumentation am Freitag, 9. November, 21.55 Uhr, aus – also an dem Tag, an dem sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal jährt. Die Novemberpogrome des Jahres 1938 gelten als Beginn der systematischen Judenverfolgung durch das nationalsozialistische Terror-Regime.

Pogrome in München hautnah miterlebt

Als Kind erlebte die heute 86-jährige Charlotte Knobloch die Pogrome der marodierenden Nationalsozialisten und deren Mitläufern in München hautnah mit. Sie sah wie Geschäfte zerstört, Bücher verbrannt und Menschen verprügelt oder verhaftet wurden. Im Gespräch, das Gottfried Bühler, Redakteur des Beitrags, führt, redet die heutige Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern darüber, was Menschen anderen Menschen antun können und was sie selbst deswegen nie vergessen kann.

In der Dokumentation kommen ebenfalls drei weitere jüdische Zeitzeugen zu Wort, die Konzentrationslager und Warschauer Ghetto überlebten. Auch sie berichten, wie sie gedemütigt und gequält wurden und miterleben mussten, wie Verwandte, Freunde oder andere Nahestehende verschleppt oder getötet wurden. Shoshana Kolmer ist die älteste Schönheits-Königin und wurde 2014 zur Miss "Holocaust Survivor" gewählt. Sie lebt heute in Haifa, im Heim für Holocaust-Überlebende. Außerdem kommt Yudit Rosenzweig zu Wort, die als Kind ins KZ nach Theresienstadt deportiert wurde und es überlebte. Auch berichtet Shalom Shtamberg, einer der letzten Überlebenden des Warschauer Ghettos, von seiner beeindruckenden Biografie.

„Antisemitismus ist heute schon sehr weit fortgeschritten“

Die Dokumentation bleibt nicht bei der Erinnerung stehen. Sie schlägt die Brücke zur Gegenwart und zum in Deutschland wieder zunehmenden Antisemitismus. Der bereitet Charlotte Knobloch große Sorge: „Der Antisemitismus ist heute schon sehr weit fortgeschritten. Ich dachte nicht, dass es so weit kommen würde.“ Ihr Appell an alle, die sich Gedanken über die Abwehr dieser Gefahr machen, ist eindeutig: „Wir brauchen Unterstützung. Wir können’s allein nicht schaffen.“ Auch die junge Generation trägt ihrer Ansicht nach große Verantwortung bei dieser Aufgabe: „Ich sehe heutzutage viel mehr Wissen bei den Jugendlichen und viel mehr Interesse.“ Damit die Jugend diese Verantwortung wahrnehmen kann, brauche es Leute wie sie und die anderen Zeitzeugen des Beitrags: „Wir müssen den jungen Menschen eine Verantwortung für die Zukunft dieses Landes überbringen.“