Markus 1,40-45: Jesus heilt einen Aussätzigen
Ein Aussätziger bittet Jesus um Reinigung. Jesus lässt sich berühren und macht ihn gesund. Damit zeigt sich: Seine Macht überwindet selbst das, was Menschen ausgrenzt.
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Transkript
Moin, Servus und Grüezi, liebe Freunde aus Nah und Fern. Ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe von Bible Study. Hundert Prozent biblisch, geisterfüllt mit Jesus im Zentrum.
Wir lesen wieder gemeinsam in der Bibel, diesem Buch, das uns einerseits einen spannenden Einblick gibt, wie die Menschen vor tausenden Jahren gelebt haben. Ein Buch, das aber auch auf erstaunliche Art und Weise immer wieder direkt in die Gegenwart unserer Leben hineinspricht. Die Bibel ist ja das genaueste und zuverlässigste Geschichtsbuch der Antike. Sie ist aber viel mehr als das. Sie ist Gottes Wort, sie ist Gottes Reden in allen Jahrhunderten.
Wir lesen heute miteinander im Markus-Evangelium, im ersten Kapitel, die Verse vierzig bis fünfundvierzig. Wo stehen wir im Bibeltext? Wo ist, ist dieser Bibelabschnitt eingebet-gebettet? Jesus, der war ja in Kapharnaum, das war das Zentrum seines Dienstes in Galiläa. Von da aus hat er seine Missionsreisen, wenn man dem so sagen will, in Galiläa gemacht. Da wohnte er im Haus des Simon, des Petrus. Und kurz vor diesem Abschnitt, den wir heute lesen, da sehen wir, dass Jesus frühmorgens aufstand. Es war noch dunkel, also die Sonne, die war, die hat noch nicht, äh, geschienen. Und Jesus stand auf, um was zu tun. Er stand auf, um an einen einsamen Ort zu gehen und zu beten.
Und das ist etwas ganz Wichtiges auch für uns. Wir Menschen, wir sollten die erste Stunde des Tages Jesus geben. Wir sollten die beste Stunde des Tages für Gebet investieren. Und das ist 'ne Frage, die wir uns auch immer wieder stellen können: Wo ist dieser einsame Ort, an dem wir uns zurückziehen jeden Tag, um einfach Zeit mit Gott zu verbringen, um zu beten? Na ja, als Jesus da in, in Gebet war, da haben ihn die Jünger aufgesucht und die haben zu ihm gesagt:
Jesus, alle wollen etwas von dir.
Und das ist tatsächlich auch so in unserem Leben. Wenn viel läuft, wenn es überall an uns zehrt und alle Leute etwas von uns wollen, erst recht, dann sollten wir beten, dann sollten wir eben die Priorität aufs Gebet legen. Luther hat ja gesagt:
Ich habe heute viel zu tun, also muss ich heute viel beten.
Ja, und hier steigen wir jetzt in den Bibeltext ein. Also Jesus wurde da aus seiner, seiner Gebetszeit gerissen und hat dann gesagt, okay, er war dann voll neu fokussiert und hat gesagt:
Lass uns rausgehen und das Evangelium verkünden.
Und hier steigen wir in den Bibeltext ein. Wie immer bete ich zuerst noch, dass der Heilige Geist in unser Herz spricht, dass er uns diesen Bibeltext übersetzt. Jesus, ich danke dir, dass du jetzt heute hier bist. Ich danke dir, dass wir dein Wort haben. Danke, dass wir die, das Privileg haben, jeden Tag in deinem Wort zu lesen. Und danke, dass du uns deinen Heiligen Geist geschenkt hast, der uns dein Wort übersetzt. Und so bitte ich dich jetzt, dass du zu uns redest, jetzt während diesem Bibelstudium. Sprich direkt in unsere Herzen hinein, ja, und zeig uns die Geheimnisse deines Wortes. Amen. Okay, amen.
Ja, dann lesen wir einfach einmal durch den Bibeltext durch. Das sind sechs Verse, Markus eins ab Vers vierzig. Wir lesen aus der neuen Genfer Übersetzung.
Einmal kam ein Aussätziger zu Jesus, warf sich vor ihm auf die Knie und flehte ihn an. Wenn du willst, dann kannst du mich rein machen. Von tiefem Mitleid ergriffen, streckte Jesus die Hand aus, berührte ihn und sagte: "Ich will es. Sei rein." Im selben Augenblick verschwand der Aussatz und der Mann war geheilt. Jesus schickte ihn daraufhin sofort weg. Mit aller Entschiedenheit ermahnte er ihn: "Hüte dich, mit jemand darüber zu sprechen. Geh stattdessen zum Priester, zeig dich ihm und bring für deine Reinigung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein." Der Mann da ging weg, doch er fing sofort an, überall zu erzählen, wie er geheilt worden war. Bald war die Sache so bekannt, dass Jesus in keine Stadt mehr gehen konnte, ohne Aufsehen zu erregen. Er hielt sich daher außerhalb der Ortschaften in unbekannten Gegenden auf. Aber auch dort kamen die Leute von überall her zu ihm.
So weit mal zu dem Bibeltext, den wir heute miteinander lesen. Erster Vers noch einmal. Können wir noch mal miteinander lesen. Vers vierzig:
Einmal kam ein Aussätziger zu Jesus, warf sich vor ihm auf die Knie und flehte ihn an: "Wenn du willst, dann kannst du mich rein machen."
Was ist ein Aussätziger? Was ist Aussatz? Das, ähm, wollen wir, da-darüber wollen wir uns jetzt am Anfang mal ein bisschen vertiefter Gedanken machen. Das ist ja nicht ein Begriff, den wir irgendwie so aus unserem Alltag kennen. Was klar ist, ist, es ist eine Krankheit, aber es ist eine Krankheit, die man heute nicht mehr kennt. Zumindest benennt man diese Krankheit heute nicht mehr mit Aussatz. Spannend ist das Neue Testament, das wurde ja in Griechisch geschrieben und dann ins Deutsche übersetzt. Und das griechische Wort, das hier mit Aussatz übersetzt wurde, das heißt Lepra. Und Lepra, das kennen wir, ne? Lepra, das ist ja diese schreckliche Krankheit, die, ähm, schlussendlich, es ist 'ne Infektionskrankheit, die am, die schlussendlich, glaube ich, in den meisten Fällen ja zum Tod führt, wenn sie unbehandelt bleibt.
Jetzt ist es aber so, nicht so, dass wir einfach dieses Lepra, so wie wir es heute kennen, direkt in, in das Lepra oder in den Aussatz in der Zeit von Jesus übersetzen können. Zumindest lässt uns die Bibel- Das nicht so erahnen, ne. Wenn man die Bibel sich anschaut und auch historisch sich, ähm, das anschaut, dann kommt man eigentlich zur Erkenntnis, dass mit diesem Aussatz eigentlich alle möglichen Formen von Hautkrankheiten gemeint waren. Und gleich und trotzdem war es eine Hautkrankheit oder waren es Hautkrankheiten, die klar definiert waren in der Bibel. Was wirklich speziell ist, ist, dass Aussatz in der Bibel respektive im Alten Testament, im, im Judentum, Aussatz führte nicht nur zu körperlicher Krankheit, sondern es führte auch zu kultischer Krankheit. Das bedeutet Aussatz. Wer Aussatz hatte, der war unrein vor den Mensch, vor den Menschen und vor Gott.
Ne, also die Juden, die haben ja verschiedene Sachen, die den Menschen unrein machen vor Gott und Lepra war wahrscheinlich etwas vom Allerkrassesten, der, der eine der krassesten Unreinheiten, wenn man das jetzt mal so salopp sagen kann. Die Krankheit generell machte den Menschen nicht unrein vor Gott, aber Lepra schon. Und so ist es auch so, dass keine, in, über keine Krankheit in der Bibel so viel ge, geredet wird wie eben über Aussatz. In der Tora, also in diesen fünf Büchern Mose. Im mosaischen Gesetz gibt es 116 Verse, die über diese Krankheit Aussatz sprechen. Speziell dabei ist auch noch das wir werden jetzt dann gleich auch sehen, was dieser Aussatz wirklich speziell macht. Es war eben nicht einfach eine körperliche Krankheit, es war eine geistliche Krankheit. Eine Krankheit, die den Menschen, ich sag das jetzt mal ganz bewusst so ein bisschen salopp, die den Menschen vor Gott ungenießbar oder eben unrein machte.
Und so waren es auch die Priester und nicht die Ärzte, die eine Diagnose für Aussatz stellen durften. Also nur der Priester hatte das Recht, einen Menschen als aussätzig zu diagnostizieren. Die Symptome, die sind in der Bibel klar beschrieben, ne. Das es steht hier, das fängt meistens an mit einem Aussatzmal irgendwo, das irgendwo anfängt am Körper. Äh, oft liegt auch die, die Haut ein bisschen tiefer, die, die, die befallen ist und das gra, fängt dann an, um sich zu greifen auf dem Körper. Es wird auch beschrieben, dass die Haare, die auf diesen Malen, ähm, sind, dass die dann weiß werden. Und so wird zum Beispiel an einer Stelle in der Bibel auch, ähm, die, äh, 'ne Frau, die von Lepra befallen wurde. Es wurde beschrieben mit aussätzig wie Schnee.
Spannend ist, und ich denke, das ist auch so 'ne, mmh, ja, das verstehen wir ein bisschen falsch, wenn wir jetzt die Bibel einfach so lesen. Wir denken ja Aussatz, das muss eine ganz schreckliche Krankheit gewesen sein zu dieser Zeit, die eben wie heute zum Beispiel Lepra zum Tod geführt hat. Aber erstaunlicherweise war das nicht so. Zumindest können wir das so nicht aus der Bibel lesen. Es war auch nicht so dass, dass dieser Aussatz irgendwie hoch ansteckend war. Also die Leute hatten nicht Angst, sich bei den Menschen anzustecken mit Aussatz. Wir denken das ja manchmal, das sehen wir zum Beispiel in der Bibel gibt es eigentlich drei Leute im Alten Testament, von denen beschrieben wird, dass sie sich mit Aussatz angesteckt haben oder dass sie mit Aussatz, äh, behaftet waren, nicht angesteckt. Das war einerseits die Schwester von Mose, dann war das dieser syrische Feldhauptmann Naaman und dann war es noch ein, ein König, der damit befallen war. Und wenn wir jetzt zum Beispiel diesen Naaman anschauen, diesen syrischen Feldhauptmann, der war voller Aussatz. Aber er war mitten in seinem Dienst. Er wurde nicht ausgesondert, wie wir das jetzt vielleicht zu Zeiten von Corona hatten, wo wir Angst hatten oder die Leute Angst hatten, dass wenn man denen Leuten zu nahe kommt, dass man sich ansteckt. Aber bei, bei Aussatz war das offensichtlich nicht so, also der Naaman war voll im Dienst, der war in seiner Familie, der hatte sogar, gar Zutritt zum König. Der reiste mit vielen Leuten. Und die Bibel lässt uns auch nicht, äh, glauben, dass Lepra etwas sehr Ernstes oder Lebensbedrohliches war. Und das zeigt zum Beispiel auch dieser römisch jüdische Chronist, der bekannte der Josephus, der ja über diese Zeit schreibt. Der schreibt:
Aussatz war auch bei anderen Nationen eigentlich eine verbreitete Krankheit. Aber die Leute wurden da nicht ausgesondert aus, aus der Gesellschaft, weil man Angst hatte, dass man sich ansteckt davor.
Und das zeigt eben Aussatz war eben nicht primär eine körperliche Krankheit, es war eine geistliche Krankheit.
Nun wurde also diese Diagnose durch den Priester gestellt. Nur er durfte das diagnostizieren. Und wenn er einen Menschen als aussätzig diagnostiziert hat, dann, äh, wurde diese Person in so ein Verzeichnis im Tempel eingetragen. Also auch krass, das wurde aufgezeichnet. Diese Person hat Aussatz. Und dann, ab dem Moment, wo die Diagnose gestellt wurde, wurde diese Person ausgesondert von der Gesellschaft. Also die, die durfte nicht mehr mit Menschen zu tun haben. Und sie wurde auch ausgesondert aus der geistlichen Gesellschaft. Sie wurde von Gott separiert, ne. Sie durfte nicht mehr in den Tempel gehen und durfte nicht mehr von diesen Segnungen, die es im Tempel für die Menschen gab, profitieren. Die Aussätzigen, die mussten außerhalb der Stadt wohnen, durften natürlich keine Berührungen haben. Nicht wegen Ansteckungsgefahr, wie wir immer denken, sondern die Juden, die, ähm, glauben ja, dass Unreinheit durch Berührung übertragen wird. Also die Person war unrein und sie hatten Angst, dass diese Unreinheit durch Berührung übertragen wird.
Und so musste eigentlich jemand, wenn er Aussatz hatte, musste er sofort seine Kleider zerreißen. Er, er musste das Haar offen tragen. Jeder musste sehen, diese Person ist aussätzig. Er lebte außerhalb der Stadtmauern. Und immer wenn er in die Nähe von Menschen kam, dann musste er mit so einer Klingel musste er klingeln und rufen "Unrein, unrein", damit alle Leute wu-wussten:
Ja, ich kann nicht in die Nähe dieser Person gehen.
Und so ist also Aussatz aus meiner Sicht nicht einfach wie ich jetzt das schon ein paar Mal gesagt habe, nicht einfach eine Krankheit. Es ist eine geistliche Krankheit. Natürlich auch eine physische, aber auch eine geistliche Krankheit. Und Daher ist Aussatz natürlich ein sehr starkes Bild für die Sünde von uns Menschen. Ne, die Sünde, die hat uns Menschen infiziert. Es ist etwas, das, es ist wie ein Virus, der unser ganzer Körper infiziert hat. Eine Sünde, die uns physisch, eine Sünd, die Sünde ist eine Krankheit, die uns physisch krank macht, aber noch viel schlimmer, die uns auch von Gott trennt, die uns unrein macht für Gott, wenn man das, äh, Bild so übertragen will. Also jetzt zurück zum Bibeltext. Das war jetzt 'ne ausführliche Exegese zum Thema Aussatz, aber wichtig, um den Bibeltext zu verstehen.
Jetzt kam also ein Aussätziger zu Jesus und dann heißt es hier, er warf sich vor ihm auf die Knie. Das ist schon mal wirklich die richtige Haltung, wenn du zu Jesus kommst und von ihm Hilfe erwartest, dass du wirklich mit einem demütigen Herz kommst, dass du dich vor ihm auf die Knie wirfst. Sehr oft kommen wir, kommen wir ja mit einem hochmütigen Herzen zu Gott, auch selbst wenn wir, wenn wir Hilfe brauchen. Wir glauben vielleicht nicht an Gott, aber wir, wir denken:
Ja, jetzt geben wir ihm mal eine Chance.
Dabei ist es doch Gott, der uns eine Chance gibt. Und ja, wir kommen dann mit so 'nem hochmütigen Herzen, ballen die Faust und sagen:
Gott, wenn es dich gibt, warum hilfst du mir nicht?
Aber dieser Mann, der hat es richtig gemacht. Er kam mit einem demütigen Herzen, warf sich vor Jesus auf die Knie und dann sagte er ihm etwas Spannendes. Er fleht ihn an und er sagte:
Wenn du willst, dann kannst du mich rein machen.
Dieser Mann, der sagte nicht zu Jesus: "Jesus, kannst du mich rein machen? Ist es dir möglich?" Dieser Mann, der sagte: "Du kannst mich rein machen." Er traute es Gott zu. Dazu musst du wissen, dass im Alten Testament, wie ich schon gesagt habe, nur drei Leute an Aussatz, äh, reportiert waren, die krank wurden und zwei wurden von Gott geheilt. Zur Zeit von Jesus gab es aber unzählige Aussätzige, das sehen wir im Neuen Testament. Und die wurden alle nicht geheilt. Und ja, für die, für die Leute war eigentlich klar zur damaligen Zeit, nur Gott kann Aussatz heilen. Eben auch vermutlich, weil es eine geistliche Krankheit ist. Und dieser Mann, wenn der jetzt zu Jesus kommt und zu ihm sagt:
Du kannst mich rein machen.
Nicht, er sagt nicht mal: "Du kannst mich heilen, du kannst mich rein machen, wieder mit Gott versöhnen, wieder, wieder mit Gott in Beziehung bringen." Dann sagt dieser Mann damit eigentlich: "Du, Jesus, bist Gott, denn du kannst es." Also dieser Mann hat 'ne starke Erkenntnis. Er hat es Gott Jesus zugetraut. Und dann sagt er: "Wenn du willst, kannst du mich rein machen." Also er realisiert, eigentlich liegt es einfach daran, will Jesus oder will er nicht, weil er kann es. Und da stellt sich vielleicht auch für uns jetzt die Frage: Was braucht es denn, damit Jesus will? Was braucht es, damit Jesus diese Person heilen will? Weil können tut er's. Und was braucht es, damit Jesus auch uns heilt und rettet und mit Gott versöhnt? Das Erste, das sehen wir an dieser Person und habe ich jetzt auch schon angesprochen: Es braucht unseren Glauben. Also es braucht, Glaube bedeutet ja ein Vertrauen. Es braucht unser Vertrauen, dass Gott es kann und Glaube auch, dass es möglich ist. Und dann braucht es aber auch noch etwas von Gott. Es braucht seine Barmherzigkeit, ne. Jesus hätte auch einfach sagen können, und so hätten es viele Rabbiner zu seiner Zeit gemacht, er hätte einfach sagen können:
Hey, was wagst du es, so nahe an mich heranzukommen? Du musst weit weg bleiben. Du, du weißt das ganz genau. Das ist das mosaische Gesetz.
Aber Jesus, der hatte Mitleid. Wir lesen das im nächsten Vers, von tiefem Mitleid ergriffen. Jesus hatte tiefes Mitleid, Mitleid, streckte er die Hand aus und berührte ihn.
Ich will es, sagte er, Sei rein.
Obwohl dieser Mann unrein war und, und eigentlich Jesus ihn nicht hätte berühren dürfen. Nach mosaischem Gesetz hat er ihn berührt und Jesus reinigte ihn. Er machte ihn wieder angenehm vor Gott. Und ich finde, das ist auch wirklich, das kennzeichnet den Dienst von Jesus und auch seine Berufung hier auf dieser Erde. Jesus, der kam ja, um uns Menschen zu retten und zu heilen. Ne, Jesus, der rettet uns. Er bringt uns wieder mit Gott in Kontakt. Er vergibt uns unsere Sünden, aber er stellt uns auch wieder her. Er heilt uns Menschen an Körper, Seele und Geist. Das ist etwas, finde ich, ein sehr starkes Bild. Und dann heißt es hier im nächsten Vers, im Vers zweiundvierzig:
Im selben Augenblick verschwand der Aussatz und der Mann war geheilt.
Es war eine sofortige Rettung und Heilung. Und ich sage dir, genau das tut Jesus auch bei uns Menschen, die wir heute im einundzwanzigsten Jahrhundert leben. Und insofern hat diese Geschichte dieses Mannes, dieses schreckliche Schicksal dieses Mannes hat eine große Relevanz für uns. Denn weißt du, es, ja, wir Menschen, wir kämpfen nicht mit Aussatz heute. Wir kennen ja nicht mal mehr das Wort. Aber mit geistlichem Aussatz kämpfen wir sehr wohl. Vordergründig ist bei uns Menschen oft alles gut, ne, aber sobald wir mal hinter die Kulissen schauen von uns Menschen, dann sieht's plötzlich nicht mehr so gut aus. So viele Menschen leiden an Krankheiten, an Süchten, an Ängsten, so viel Streit in unseren Beziehungen, in unseren- In unseren Familien. Aber das Allerschlimmste ist, wir Menschen, wir sind getrennt von Gott, weil wir eben uns verschuldet haben Gott gegenüber. Wir sind unrein Gott gegenüber, um mal dieses Wort hier vom Aussatz aufzugrei-aufzugreifen.
Und die Frage ist: Was braucht es denn, damit Jesus uns berührt? Was braucht es, damit er uns versöhnt mit Gott, damit er uns wiederherstellt, damit er uns unsere Sünden vergibt? Braucht es unsere Leistung? Müssen wir möglichst viel in die Kirche gehen, möglichst viel in der Bibel lesen oder dieses Bible Study hier schauen? Nein, es ist genau wie, wie bei diesem Mann. Es braucht Glaube. Es braucht unser demütiges Herz, dass wir zu Jesus kommen, uns vor ihm auf die Knie werfen und sagen:
Jesus, bitte hilf mir.
Und wenn du das tust, wenn du mit so einem demütigen Herzen zu Jesus kommst, ich sage dir, dann wird Jesus dich berühren und er wird dich retten und er wird dich heilen in einem Augenblick, genauso wie er das bei diesem Mann getan hat. Glaubst du das? Lass uns noch 'n Vers weiterlesen oder die nächsten Verse auch noch lesen. Nun wurde also der Mann geheilt. Große Freude. Der Markus, wie immer, ne, der, der berichtet jetzt hier nicht so emotionsgeladen, wie ich das jetzt vielleicht machen würde. Er war ja sehr nüchtern. Er schrieb ja auch für die Römer, die wollten da nicht irgendwelche Tränendrüsen-Geschichten, sondern die wollten harte Fakten. Und so ist auch der Text geschrieben. Also Markus sagte, er ist geheilt. Und jetzt geht's weiter: Jesus schickte ihn daraufhin sofort weg. Mit aller Entschiedenheit ermahnte er ihn:
Schüte dich, mit jemand darüber zu sprechen. Geh stattdessen zum Priester, zeig dich ihm und bring für deine Reinigung das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat. Das soll ein Zeichen für sie sein.
Also, was soll der Mann tun? Was sagt ihm Jesus? Er sagt zu ihm:
Rede niemand, äh, rede mit niemandem darüber und geh zu den Priestern und zeige dich ihnen, damit, ähm, damit sie dich als rein sprechen, ne.
Die Priester, habe ich eingangs gesagt, waren dafür verantwortlich, jemanden zu diagnostizieren als unrein, als, als aussätzig. Und dann wurde, wie gesagt, sein Name in dieses, in dieses Verzeichnis im Tempel aufgenommen. Und deswegen waren auch die Priester dafür verantwortlich, jemanden dann zu checken, ob der jetzt wi-wieder gesund war und dann wieder aus diesem Verzeichnis rauszunehmen. Und deswegen sagt eigentlich Jesus: "Mach diesen Weg, geh zum Priester, lass dich da austragen und das soll ein Zeichen für sie sein." Wofür ein Zeichen? Dass Jesus Christus der Messias ist. Denn das war damals allen bewusst, dass nur Gott Aussätzige heilen könnte und das hätte eigentlich bei den Priestern dieses Verständnis auslösen müssen: Jesus ist eben nicht nur ein Mensch, er ist der verheißene Messias. Er ist dieser Gott, auf den wir so lange gewartet haben, dass er zurück oder dass er auf diese Erde kommt.
Nun sagte aber Jesus auch: "Hüte dich, mit jemandem darüber zu sprechen." Also Jesus sagte, er darf nicht mit Menschen darüber sprechen. Warum, ne? Diese Frage, die stellt sich natürlich hier an, an dieser Stelle. Warum darf dieser Mann nicht erzählen, was Jesus in seinem Leben getan hat? Das ist relativ einfach. Ähm, du musst wissen, dass damals die Juden darauf gewartet haben, dass der Messias wiederkommt. Nun warteten sie aber nicht auf einen Messias, der am Kreuz sterben würde. Dieses Verständnis hatten sie nicht, sondern sie warteten auf den Messias, der das Königreich oder die Königsherrschaft Davids wieder aufnehmen würde. Damals war ja Israel besetzt von den Römern und die Juden glaubten, der Messias, der würde der neue König werden und würde dann die Israeliten befreien von den Römern. Und stell dir jetzt mal vor, es gab ja damals einen König oder sogar mehrere, zum Beispiel eben Herodes Agrippa, der in, da in Palästina König war, oder auch die Römer natürlich, die Besatzungsmacht. Und stell dir jetzt mal vor, Jesus wäre, das hätte sich rumgesprochen, dass Jesus diesen Mann von Aussatz geheilt hätte, dann hätten die Jesus sofort zum König gekrönt und das hätte einen Bürgerkrieg ausgelöst, ne. Das hätte Herodes nicht auf sich sitzen lassen und schon gar nicht die Römer. Das hätte sofort zu Krieg geführt und das wollte natürlich Jesus nicht, denn er hatte einen anderen Auftrag. Er wollte ans Kreuz von Golgatha, um für die Sünden von uns Menschen zu sterben.
Ja, und so lesen wir dann auch im letzten Vers: Dieser Mann, der ging weg, doch er fing sofort an, überall zu erzählen, wie er geheilt worden war. Bald war die Sache so bekannt, dass Jesus in keine Stadt mehr gehen konnte. Siehst du, ohne Aufsehen zu erregen, er hielt sich daher außerhalb der Ortschaften in unbewohnten Gegenden auf, aber auch dort kamen die Leute von überall zu ihm hin. Also Jesus, der, die Leute, die haben sich ja nicht daran gehalten, nicht von Jesus zu erzählen und deswegen musste sich dann Jesus zurückziehen, damit die ihn nicht zu früh zum König gekrönt haben. Na ja, und, ähm, trotzdem hat Jesus seinen Auftrag ausgeführt, wie wir heute wissen. Und später war das dann ja auch der Auftrag der Jünger, diese Botschaft von Jesus, dieses Zeugnis von Jesus in die ganze Welt hinauszutragen. Die ko, die konnten einfach noch nicht warten, bis es so weit war.
Was haben wir heute gelernt? Ein Aussätziger kam zu Jesus. Aussatz, ganz 'ne schlimme geistliche Krankheit, auch physische und geistliche Krankheit. Er warf sich vor Jesus nieder. Er sagte zu ihm: "Wenn du willst, kannst du mich heilen." Und Jesus, der heilte und rettete ihn und er tut es noch heute. Und ja, ähm, diese Botschaft, die musste damals noch zurückgehalten werden, aber heute darf sie der ganzen Welt erzählt werden.
Ihr Lieben, das war's für heute von Bible Study. Nächstes Mal geht's weiter im Text. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und bis dann. Tschüss.
Immer wieder schreiben uns Menschen, wie sehr sie durch unser gemeinsames Bibellesen, durch Bible Study gesegnet wurden. Und vielleicht würdest auch du das sagen. Wenn das so ist, dann schreib auch du uns gerne eine Nachricht. Das ermutigt mich und auch das ganze Team, das hinter der Sendung steht. Übrigens, diese Sendung, die ist komplett spendenfinanziert. Wir freuen uns über jeden von euch, der sich nach seinen Möglichkeiten mit einer kleinen oder großen Spende an den Produktionskosten beteiligt. Danke für alles, was du gibst.
Automatisch transkribiert durch KI
Zusatzinformationen
Serie: BIBLE STUDY mit Gabriel Häsler
Genre: Ratgeber