Markus 2,18-22: Jesus erklärt, wie fasten geht
Die Jünger von Jesus fasten nicht - und genau das sorgt für Kritik. Jesus erklärt: Mit ihm beginnt etwas völlig Neues. Nicht Gesetzlichkeit und religiöser Druck stehen im Zentrum, sondern Freude, Freiheit und eine echte Beziehung zu Gott.
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Transkript
Moin, Servus und Grüezi liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe von Bible Study. Hundert Prozent biblisch, Geist erfüllt mit Jesus im Zentrum. Wir lesen heute gemeinsam in der Bibel, in diesem Buch, in dem Gott höchstpersönlich zu uns Menschen spricht.
Ich werde gerade auf den sozialen Medien immer wieder gefragt:
"Wie kann ich Gottes Stimme hören?"
Nun, es gibt viele Formen, wie Gott zu uns Menschen spricht. Durch Träume zum Beispiel, durch Visionen, durch andere Menschen, durch diese leise Stimme des Heiligen Geistes in unseren Gedanken. Aber die einfachste und zuverlässigste Methode oder Art und Weise, wenn man so will, um Gottes Reden zu hören, ist eben einfach, in der Bibel zu lesen. Gott spricht heute zu dir persönlich durch sein Wort. Von daher schön, dass du mit am Start bist bei diesem Bible Study. Wir lesen heute in Markus zwei, die Verse achtzehn bis zweiundzwanzig.
Und bevor wir jetzt in diese Bibelverse reingehen und uns da Gedanken darüber machen, was da drin steht, möchte ich euch kurz 'ne Einordnung geben: Wo stehen wir gerade? Was ist kurz vor diesem Text, den wir heute lesen, geschehen? Jesus, der war in, im Norden Israels, in Galiläa. Und dann haben, ja, dann liest man so kurz vor diesen Versen, die wir heute lesen, dass Jesus einem Zöllner begegnete, nämlich dem Levi. Zöllner, das, äh, die heutige Bezeichnung wäre wahrscheinlich eher Steuerbeamter. Zöllner waren damals richtig verhasst im Volk. Warum? Weil sie haben sich bereichert auf Kosten der Juden. Die Zöllner, die waren so verhasst, dass sie teilweise aus der Synagoge ausgeschlossen wurden. Sie durften eigentlich nicht am regulären öffentlichen Leben teilnehmen. Niemand hat mit Zöllnern Zeit verbracht. Aber Jesus war anders. Er ging an diesem Levi vorbei, der gerade in seinem Zollhaus saß und Jesus hat ihm gesagt:
"Komm und folge mir nach."
Jesus hat diesen Levi berufen in seine Nachfolge und Levi wurde tatsächlich einer der zwölf Apostel von Jesus. Als er sich dann bekehrt hat, hat er einen neuen Namen bekommen, Matthäus, was so viel heißt wie Geschenk Gottes. Und, äh, ja, der Matthäus, der war auch der Matthäus, der dann später diese Jesus-Biografie, das Matthäus-Evangelium geschrieben hat.
Nun lesen wir dann hier, dass Jesus, um diese Bekehrung zu feiern, ins Haus des Levi kam. Und nicht nur der Levi war da, sondern all seine Berufskollegen und sonstige anrüchige Persönlichkeiten und Jesus war mittendrin. Die Pharisäer, diese religiöse Partei, die hatten natürlich keine Freude daran. Die haben die Nasen gerümpft und haben gedacht:
"Warum sitzt Jesus, warum feiert Jesus ein Fest mit diesen Sündern?"
Und ja, warum hatten sie 'n Problem damit? Weil die Pharisäer, die gingen eigentlich davon aus, sie waren ja gerade am Prüfen, ob Jesus der Messias ist. Und, ähm, das war für sie dann völlig klar, indem Jesus mit diesen Zöllnern zusammen ist. Das zeigt ganz klar, dass er eben nicht der Messias ist, weil der Messias würde sich im Verständnis der Pharisäer, der damaligen, äh, Rabbiner, würde er sich mit Gerechten umgeben und nicht mit Zöllnern, äh, mit Zöllnern.
Ja, und Jesus antwortete dann diesen Pharisäern:
"Leute, ihr habt das Ganze einfach falsch verstanden. Ich bin genau für diese Sünder gekommen. Ja, ich, ich, äh, bin gekommen, um zu suchen und zu retten, diejenigen, die verloren sind."
Und ja, ich finde, diese Geschichte, die zeigt uns auch sehr gut, dass es eben so wichtig ist, dass wir ein weiches Herz haben, Gott gegenüber und erkennen, dass wir Gottes Hilfe brauchen. Na ja, Jesus hat gesagt, die Gesunden brauchen ja keinen Arzt. Und wenn wir denken, wir sind gesund, wir brauchen keinen Arzt, na ja, dann, ähm, wird das nicht für uns wirksam, dass Jesus für uns gestorben ist. Ja, und da steigen wir ein. Da startet jetzt, ähm, dieser Bibeltext und wie immer bete ich noch zuerst, dass der Heilige Geist zu uns spricht.
Jesus, ich danke dir, dass wir jetzt miteinander in der Bibel lesen dürfen und ich bitte dich, dass du, ja, uns einfach die Geheimnisse deines Wortes offenbarst. Rede du zu uns, ja, übersetze diesen Bibeltext in unsere Herzen. Schenk uns, schenk uns eine klare Sicht auf dich und auf dein Evangelium. In Jesu Namen, Amen.
Gut, es sind vier Verse oder fünf Verse, die wir miteinander lesen und ich les die einfach einmal durch, damit wir so den Überblick haben und dann gehen wir da Vers für Vers rein.
"Einmal, als die Jünger des Johannes und des, der, die Pharisäer fasteten, kamen einige Leute zu Jesus und sagten: "Die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten. Warum fasten denn deine Jünger nicht?" Jesus gab ihnen zur Antwort: "Können etwa bei einer Hochzeit die Gäste fasten, während der Bräutigam noch bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie doch nicht fasten. Es kommt allerdings eine Zeit, wo ihnen der Bräutigam entrissen sein wird. Dann werden sie fasten. Niemand flickt ein altes Kleid mit einem neuen Stück Stoff, sonst reißt das neue Stück wieder aus und der Riss im alten Stoff wird noch größer. Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Er gärt ja noch und würde die Schläuche zum Platzen bringen und der Wein samt den Schläuchen wäre verloren. Nein, jungen Wein füllt man in junge Schläuche."
Soweit mal diese Bibelverse, die wir uns heute genauer anschauen. Und jetzt starten wir gleich mit Vers achtzehn. Ich les den nochmals. Und dann steigen wir da ein.
Einmal, als die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten, kamen einige Leute zu Jesus und sagten: "Die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten. Warum fasten deine Jünger nicht?"
Also hier ist jetzt oft die Rede von Jüngern. Was waren Jünger? Du musst dir das so vorstellen: Damals waren ja viele Rabbiner unterwegs, ähm, zum Beispiel Johannes galt, er war ein Prophet, so ein, ein Rabbiner. Und, ähm, zum Beispiel auch die Pharisäer waren ja Rabbiner und die Rabbiner, die hatten Jünger. Und man könnte eigentlich sagen, dass das Synonym für Jünger ist eigentlich Lehrling. Also das waren, diese Rabbiner hatten Schüler, die sie ausbildeten, damit die später dann auch Rabbiner werden würden. Und diese Jünger des Johannes und Jünger der Pharisäer waren also einfach Lehrlinge von Johannes und Lehrlinge von, von den Pharisäern.
Der Johannes, da-, damit ist nicht dieser, äh, Apost-, Apostel Johannes gemeint, der, ja, mit Jesus auch unterwegs war, der Jünger von Jesus. Nein, mit Johannes ist ein anderer gemeint, und zwar Johannes der Täufer. Johannes der Täufer war eigentlich der letzte Prophet im Alten Testament. Und was ihn kennzeichnete, er war ein Bußprediger. Also er war derjenige, der vor Jesus herging und den Menschen gesagt hat:
"Kehrt um, denn Gottes Reich ist nahe gekommen, kehrt um und glaubt an das Evangelium."
Und es heißt dann von Johannes, dem Täufer, dass ganz viele Leute aus Judäa und aus Jerusalem zu ihm kamen und sich taufen ließen zur Vergebung der Sünden, also dass die wirklich umgekehrt, umkehrten von ihrem Weg, den sie ohne Gott waren. Und, ähm, ja, die Jünger des Johannes, offensichtlich, die fasteten und auch die Jünger der Pharisäer. Die Pharisäer, das war eine, eine religiöse Gruppierung. Die hatten sich so auf die Flagge geschrieben, dass sie die Tora, also die, das schriftliche Gesetz im Alten Testament und auch das mündliche Gesetz, die Überlieferung der Väter, dass sie diese Gesetze ganz eng und, und genau einhalten wollten. Das hat die Pharisäer gekennzeichnet und also auch die Schüler dieser Pharisäer haben gefastet.
Fasten, das ist etwas, das kennt man heute ja auch. Ist ein prominenter Begriff wieder, ne. Also heute fasten ja viele so 'n bisschen aus Wellnessgründen. Also sie fasten, um vielleicht abzunehmen oder um, um sich besser zu fühlen, um sich zu entschlacken, vielleicht auch so, um spirituell irgendwie sich zu fokussieren. Aber Fasten ist etwas, das kannten auch die Juden und das war sehr verankert eigentlich in der jüdischen Gesellschaft. Die Juden, die haben für viele unterschiedliche Sachen gefastet. Zum Beispiel haben die Juden gefastet, um sich bei Gott zu entschuldigen. So lesen wir das in der Bibel immer wieder. Also, wenn sie irgendwie viel Mist gebaut haben und sie haben das bereut, dann haben sie gefastet.
Zum Beispiel gibt es diese Geschichte von diesem bekannten König David. Ne, das ist dieser Hirtenjunge, der den Goliath mit nur einer, mit, mit einem Stein, ähm, besiegt hat. David wurde ja später dann König und als er so in dieser Machtposition war, da hat er sich in seine Nachbarin verliebt, in die Batseba. Nur gab's da ein Problem: Diese Nachbarin, die Batseba, die war verheiratet. Na ja, der David, weil der ja König war und irgendwie anscheinend einfach völlig, völlig durchgedreht ist in diesem Punkt, obwohl er eigentlich ein Mann Gottes war. Aber hier hat er irgendwie sein Gehirn ausgeschaltet und er ist mit dieser Batseba fremd gegangen. Er hat die zu sich in den, in, in den Palast holen lassen und, ja, hat mit ihr geschlafen. Und dann wurde die Batseba schwanger, obwohl die ja verheiratet war. Und weil das David peinlich war und weil er wahrscheinlich die Batseba für sich wollte, hat er dann einfach der, den Mann der Batseba umbringen lassen. Und er dachte dann vielleicht, man kann das so unter den Teppich kehren, ich bin ja der König. Aber Gott hat das gesehen und er hat seinen Propheten Nathan zum David geschickt und, ja, hat ihm wirklich gesagt:
"Hey, Gott hat gesehen, was du getan hast."
Und, äh, hat dann Buße zu ihm gepredigt und hat ihm Gottes Gericht auch, ähm, angekündigt. Und David hatte da wirklich so 'ne, so 'n Moment der Reue, wo er wirklich gecheckt hat, was für Mist er gebaut hat. Und dann hat er, heißt es hier, er hat gefastet, er hat seine Kleider zerrissen und hat aus dieser Trauer, aus dieser Reue heraus hat er gefastet und Gott angefleht auch, dass dieses Gericht, das er angekündigt hat, nicht über ihn kommen würde.
Also die Juden fasteten, um sich bei Gott zu entschuldigen. Dann fasteten die Juden aber auch zum Beispiel, um zu trauern, wenn, wenn irgendwas Schlimmes passiert war. Auch David kann man hier wieder als Beispiel heranziehen. Als sein bester Freund, der Jonathan, starb im Krieg, da heißt es, dass David als König damals ein, ein Fasten ausgerufen hat, ähm, für die ganze Nation. Zum Beispiel haben die Juden auch gefastet, wenn sie Gott gesucht haben, also wenn sie irgendwie ein spezielles Anliegen hatten, ähm, wo sie, wo sie Gott einfach, ähm, baten, dass er ihnen hilft.
Zum Beispiel bei diesem König Joschafat. Der wurde belagert von, von ganz vielen, äh, feindlichen Heeren, von, äh, feindlichen Soldaten. Ich kann euch mal kurz die Stelle vorlesen, was der dann gemacht hat. Das lesen wir nämlich im, in der zweiten Chronik im, ähm, Kapitel zwanzig, Vers drei bis vier. Joschafat wurde eben belagert von Feinden, dieser israelitische König. Und dann heißt es hier:
"Joschafat fürchtete sich und richtete seinen Sinn darauf, den Herrn zu suchen, und ließ unter ganz Juda ein Fasten ausrufen. Und Juda kam zusammen, um den Herrn zu suchen, und ka-, ähm, auch kamen sie aus allen Städten Judas, um den Herrn zu suchen."
Also die haben gefastet, um Gott zu suchen und um ihn, um, ja, um Hilfe zu bitten. Dann, was wir auch zum Beispiel lesen, ist, das sehen wir jetzt zum Beispiel bei Jesus, dass Jesus ging ja in die Wüste, um vierzig Tage zu fasten. Jetzt sagt uns die Bibel nicht genau, warum er das getan hat. Das kann man da hineininterpretieren, aber ich sehe da zum Beispiel eine Vorbereitung von Jesus für die Kreuzigung. Also Jesus hat gefastet in der Wüste, um, ja, um s-, um zu, um zu trainieren, wie man überwindet. Denn weißt du, das ist ja die größte Überwindung, die Jesus bringen musste, als er an diesem Kreuz für uns Menschen gestorben ist. Jesus hatte ja jederzeit, als er am Kreuz hing, einen Exit-Knopf. Er hätte diesen Horror, der über ihn erging, jederzeit abbrechen können. Aber Jesus wusste:
"Ich muss das tun, damit die Menschen gerettet werden können, damit ihnen ihre Sünden vergeben werden können."
Und deswegen glaube ich, dass diese vierzig Tage Fastenzeit, die Jesus da in der Wüste verbracht hatten, auch eine Vorbereitung waren für ihn, um zu überwinden, um sein, sein Fleisch zu besiegen, wenn man das mal so geistlich ausdrücken darf.
Dann lesen wir zum Beispiel auch an einer anderen Stelle im Neuen Testament, dass Fasten, äh, benutzt wurde, um mehr geistliche Vollmacht zu bekommen. Zum Beispiel lesen wir hier die Geschichte, wie die Jünger von Jesus versuchten, einen bösen Geist auszutreiben, also einen Dämon. Und sie haben es nicht geschafft. Und dann haben sie Jesus gefragt:
"Sag mal, Jesus, warum haben wir das nicht geschafft?"
Und Jesus sagte:
"Diese Art, also dieser Geist, kann nur durch nichts ausfahren, außer durch Beten und Fasten."
Also Fasten hilft, um geistliche Vollmacht zu bekommen. Ja, die Juden, die hatten eigentlich gar nicht so viele Fastengebote. Eigentlich se-sieht man im Alten Testament nur ein Fastengebot und das ist dieser nationale Fastentag, nämlich Jom Kippur. Das ist der Versöhnungstag im Judentum und da fasten alle. Aber jetzt heißt es hier trotzdem, haben wir im Bibeltext gelesen, dass die Jünger des Johannes fasteten. Warum haben die gefastet? Liegt wahrscheinlich auf der Hand. Ich habe gesagt, die, die Juden haben auch gefastet, Buße zu tun und Johannes war ja ein Bußprediger, also die Jünger des Johannes, die fasteten, um Buße zu tun, um, um Reue zu zeigen Gott gegenüber.
Dann heißt es hier aber auch, die Jünger des, der Pharisäer fasteten. Na ja, die Pharisäer waren eben diejenigen, die all die Dinge, die im Alten Testament waren, bis ins Extreme gesteigert haben. Die Pharisäer, die haben zum Beispiel dann statt einen Fastentag im Jahr, hatten die zwei Fastentage pro Woche ausgerufen. Nämlich fasteten die Pharisäer am Montag und am Donnerstag.
Aber warum fasten denn jetzt die, die Jünger von Jesus nicht? Das lesen wir jetzt im nächsten Vers, in Vers neunzehn:
"Jesus gab ihnen zur Antwort: Können etwa bei einer Hochzeit die Gäste fasten, während der Bräutigam noch bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie doch nicht fasten."
Jesus bringt hier das Bild der Hochzeit und er sagt, ähm:
"Wie können die Hochzeitsgäste fasten, wenn ich, der Bräutigam, bei ihnen bin?"
Und du musst wissen, dieses Bild der Hochzeit, das kommt in der Bibel immer wieder vor, dafür, um zu zeigen, wie es sein wird am Ende der Zeit, respektive im Himmel, wenn Gott und die Menschen wieder vereint sein werden. Dann heißt es nämlich in der Bibel, wird das ein Riesenhochzeitsfest werden. Und dieses Bild benutzt Jesus hier. Und was nämlich 'ne Tatsache ist, ist, dass Gott hier die Menschen schon vorher besucht, vor der Ende, vor dem Ende der Zeit. Es heißt nämlich, Jesus ist ja der Sohn Gottes, der auf die Erde kam, ne, um mitten unter uns Menschen zu wohnen. Gott hat die Menschen besucht. Jesus Christus war drei Jahre lang mit seinen Jüngern unterwegs und in diesen drei Jahren hat Jesus gesagt:
"Will ich doch nicht in Sack und Asche herumlaufen und irgendwie leiden und fasten, sondern ich will diese Zeit mit meinen Jüngern genießen. Es ist ein Vorgeschmack auf das, was wir im Himmel erleben werden. Ich will mit ihnen feiern. Ich will sie natürlich auch ausbilden, trainieren, aussenden, aber gleichzeitig will ich auch mit ihnen zusammen sein. Und ja, ich will, ich, ich möchte ihnen einen Vorgeschmack geben auf den Himmel. Deswegen können wir doch jetzt in diesen drei Jahren nicht fasten, wenn, wenn ich hier bin, wenn schon dieses Vorhochzeitsfest stattfindet."
Nun darfst du das aber auch nicht falsch verstehen. Das ist nicht ein Statement gegen das Fasten, ne, sondern was Jesus hier eher sagt, ist, es gibt Zeiten zum Fasten und es gibt Zeiten zum Feiern. Und ich glaube, das ist auch ein, ein gutes Statement für diejenigen Christen, die jetzt hier zuschauen, die immer so mit 'nem ernsten Gesichtsausdruck durchs Leben gehen und irgendwie alles ist immer Kampf, alles ist immer, ähm, Angriff und, und Leiden und so, ne. Ähm, ja, es, das ist wichtig, dass wir Jesus nachfolgen und es gibt auch Zeiten des Kampfes und Zeiten, wo, wo wir überwinden müssen und, na ja, aber es gibt auch Zeiten, wo wir einfach Jesus genießen dürfen, wo wir Freude haben dürfen mit ihm. Ich finde, das bringt Jesus hier sehr gut auf den Punkt, ne.
Also es, es kommen Zeiten, sagt Jesus nämlich dann auch hier, wo der Bräutigam entrissen sein wird und dann werden sie fasten. Was Jesus hier antönt, ist eben diese Realität, dass Jesus jetzt zwar drei Jahre mit seinen Jüngern unterwegs ist, aber danach stirbt er am Kreuz, steht wieder auf und dann geht er zurück in den Himmel, um- Den, um Wohnungen für die Christen oder für die Wiedergeborenen vorzubereiten. Und dann sagt Jesus:
"Ja, kommt eine Zeit, wo ich zurück auf die Erde komme, um die Christen zu mir zu holen, meine Kinder zu mir zu holen und, ähm, die Menschen, die nicht zu mir gehören, zu richten. Und in dieser Zwischenzeit, wo ich weg bin, wo ich im Himmel bin, in dieser Zwischenzeit, da werdet ihr fasten", sagt Jesus hier.
Und diese Zwischenzeit, die ist jetzt, wo wir jetzt gerade drin sind, äh, dahingehend, ja, bedeutet das, wir Christen, wir sind jetzt aufgefordert zu fasten, ne. Ähm, wir sind, das ist, das ist für uns eben nicht einfach so, dass wir uns auf diese Stelle berufen können und sagen können:
"Ja, Jesus und seine Jünger haben, haben ja auch nicht gefastet."
Nee, wir sind jetzt in dieser Zeit, wo eben der Bräutigam entrissen sein wird und in dieser Zeit werden wir fasten. Fastest du auch? Also ich persönlich bin jetzt auch nicht der Weltmeister im Fasten, aber ich versuch's. So einmal, vielleicht maximum zweimal im Jahr versuche ich mir eine Zeit zu nehmen, wo ich, ähm, Essen wirklich faste und wo ich mich dann wirklich auf Jesus konzentriere. Und das tue ich aber, und das ist ganz wichtig, das tue ich nicht, weil ich muss, sondern weil ich Jesus lieb habe. Ich tue es nicht aus einem Gesetz heraus, wie das eben die Pharisäer zum Beispiel getan haben, sondern ich tue es, weil ich Jesus liebe.
Und das ist auch, das betont Jesus hier auch mit diesem Bild, das er hier am Schluss dieses Abschnittes bringt. Er sagt nämlich:
"Niemand flickt ein altes Kleid mit einem neuen Stück Stoff, sonst reißt das neue Stück Stoff wieder aus und der Riss im alten Stoff wird noch größer."
Also das Bild sagt eigentlich aus, wenn du alten Stoff hast, 'n Kleid zum Beispiel, und du wäschst das immer wieder, dann zieht sich das zusammen und irgendwann, ähm, kann sich's nicht mehr zusammenziehen. Dann hat's das Maximum erreicht eigentlich. Und wenn du dann wieder ein neues Stück Stoff da reinmähst, dann zieht sich dieses neue Stück Stoff ja auch wieder zusammen, aber das alte Stück, das ist dann nicht mehr elastisch und dann zerreißt das alte Stück.
Und was Jesus hier eigentlich sagen will, ist, ähm:
"Seit ich gekommen bin, hat eine neue Zeit angefangen. Wir stehen nicht mehr unter dem Gesetz. Wir müssen nicht mehr die Gebote Gottes erfüllen, um gerettet zu werden, um vor Gott gerecht zu sein."
Ne? Die Pharisäer, die, ähm, haben das eben gemacht. Die haben gefastet, um vor Gott gerecht zu sein, um Gott zu gefallen. Aber bei uns ist das jetzt anders. Das ist eben das neue System. Das ist eben dieses neue Kleid. Wir gefallen Gott, weil wir Jesus Christus haben, der für uns bezahlt hat. Jesus ist unsere Gerechtigkeit. Wir gefallen Gott, weil Jesus für uns am Kreuz gestorben ist, ne. Das ist diese neue Zeit.
Und dann doppelt Jesus hier auch einfach noch mal nach. Eigentlich, er bringt das, dieselbe Aussage nochmals in einem neuen Bild. Er sagt:
"Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche, er gärt ja noch und würde die Schläuche zum Platzen bringen und der Wein samt den Schläuchen wäre verloren. Nur jungen Wein, nein, jungen Wein füllt man in neue Schläuche."
Auch hier dasselbe: Wenn du einen, äh, wenn du Wein in einen Schlauch damals gefüllt hattest und, äh, jungen Wein und dann hat dieser junge Wein gegärt, dann hat sich dieser Schlauch auseinander, ähm, gezogen, ne. Der wurde größer. Und irgendwann hat er dann das Maximum an dieser Elastizität erreicht. Und wenn man dann diesen alten Wein getrunken hat und wieder neuen Wein reingefüllt hat, dann hat ja der neue Wein auch wieder gegärt und dann wäre der Schlauch, der dann keine Elastizität mehr hatte, zerrissen. Und genau dasselbe Bild eigentlich. Wir, wir sind, wir müssen nicht mehr versuchen, unseren Glauben in diesem alten Glaubenssystem zu leben, sondern Jesus ist eben der neue Wein.
Das heißt jetzt nicht, dass wir die Gebote Gottes nicht tun, ne. Wir halten die Gebote Gottes, aber nicht, weil wir sonst verloren gehen, sondern wir halten die Gebote Gottes, weil wir Jesus lieben und weil wir Gott ehren wollen. Und ja, weil wir, weil wir ihn einfach, ähm, ja, weil, weil er uns gerettet hat. Und deswegen halten wir die Gebote Gottes sehr gerne.
Was haben wir heute gelernt? Wir haben darüber geredet, dass, wie die Juden gefastet haben, was, was sie für eine Fastentradition hatten. Sie haben gefastet, um Buße zu tun, um zu trauern, um Gott zu suchen, um, ja, überwinden zu lernen, aber auch um an geistlicher Autorität zuzunehmen. Warum haben die Jünger von Jesus nicht gefastet? Ganz einfach, Jesus hat gesagt:
"Jetzt ist nicht die Zeit zum Fasten gerade, weil Gott besucht den Menschen. Und jetzt Fei-, jetzt gibt's 'n Vorgeschmack auf dieses Hochzeitsfest, das dann im Himmel mal stattfinden wird."
Aber, hat Jesus gesagt:
"Sobald ich wieder weg bin, dann ist die Zeit zum Fasten dann eben gekommen."
Und, äh, ja, diese Zeit, in der stehen wir jetzt. Und deswegen fasten wir Christen auch. Aber wir tun es nicht, weil wir müssen. Wir tun es nicht, weil wir denken, dass wir dann bei Gott höher im Kurs stehen, sondern wir wissen, wir stehen bei Gott sehr hoch im Kurs, weil Jesus für uns am Kreuz bezahlt hat. Ja, ihr Lieben, das war's von heute für Bible Study. Nächstes Mal geht's weiter im Text. Bis dahin wünsche ich dir Gottes Segen und tschüss.
Immer wieder schreiben uns Menschen, wie sehr sie durch unser gemeinsames Bibellesen, durch Bible Study, gesegnet wurden. Und vielleicht würdest auch du das sagen. Wenn das so ist, dann schreib auch du uns gerne eine Nachricht. Das ermutigt mich und auch das ganze Team, das hinter der Sendung steht. Übrigens, diese Sendung, die ist komplett spendenfinanziert. Wir freuen uns über jeden von euch, der sich nach seinen Möglichkeiten mit einer kleinen oder großen Spende an den Produktionskosten beteiligt. Danke für alles, was du gibst.
Automatisch transkribiert durch KI
Zusatzinformationen
Serie: BIBLE STUDY mit Gabriel Häsler
Genre: Ratgeber