Markus 3,31-35: Gemeinde: Die Familie von Jesus
Jesus nutzt eine Begegnung mit seiner leiblichen Familie, um etwas Überraschendes zu sagen: Wer Gottes Willen tut, gehört zu seiner Familie. Durch den Glauben entsteht eine neue Gemeinschaft, die tiefer geht als Blutsverwandtschaft. Gemeinde ist nicht einfach eine Organisation - sie ist die Familie von Jesus.
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Transkript
Im heutigen Bibeltext wird Jesus von seiner eigenen Familie aufgehalten, seinen Dienst zu tun. Da wird er ungewöhnlich deutlich. Er sagt:
"Meine Familie, das sind die Menschen, die Gottes Wille tun."
Hat Jesus wirklich seine Familie abgelehnt? Wie setze ich meine Prioritäten zwischen Gott, Familie, Arbeitgeber und meinen persönlichen Bedürfnissen richtig? Und bedeutet die Aussage von Jesus, dass ich Gottes Wille tun muss, um Teil seiner Familie zu werden? Das finden wir heute heraus. Wir nehmen diesen Bibelabschnitt unter die Lupe und wir lassen uns von Gottes Wort herausfordern. In diesem Sinne: Schön, dass du mit dabei bist. Moin, Servus und Grüezi liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüße euch ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe von Bible Study. Hundert Prozent biblisch, geisterfüllt mit Jesus im Zentrum.
Wir lesen heute in der Bibel, genauer gesagt im Markus Evangelium in Kapitel drei, die Verse einunddreißig bis fünfunddreißig. Das sind insgesamt sechs Verse. Was heute geschieht in diesem Bibeltext, das ist eingebettet in ein, würde ich jetzt mal sagen, größeres Geschehnis. Und das möchte ich euch kurz erklären, was da passiert ist.
Es heißt Jesus, der kam wieder nach Hause, also zumindest da, wo er temporär gewohnt hat, im Haus von Simon. Und es waren so viele Menschen da, die Jesus erleben wollten, dass sie das Haus regelrecht belagerten. Und Jesus, der hatte zusammen mit seinen Jüngern nicht einmal Zeit, um zu essen. Also die haben sich so verausgabt für die Menschen, die da, ja, ja, die, die Hilfe von Jesus gesucht haben.
Die Familie von Jesus, die haben das mitgekriegt und die haben gesagt:
"Hey, du bist von Sinnen."
Und sie wollten ihn mit Gewalt zurück in seine Familie holen. Auch die Schriftgelehrten, also die theologischen, ähm, die theologischen Menschen der damaligen Zeit, die waren Jesus gegenüber feindselig eingestellt. Sie haben nämlich Jesus beschuldigt an diesem Punkt und haben gesagt:
"Du tust das, was du tust, nicht aus der Kraft Gottes heraus, sondern du tust es mit der Autorität des Teufels. Du bist dämonisch besessen."
Jesus, der hat entschieden erwidert:
"Nein, das stimmt nicht. Im Gegenteil, ich bin der größte Schreck des Teufels, den es gibt. Denn mein Job ist es, das Reich der Finsternis zu plündern, die Hölle zu plündern und den Himmel zu bevölkern."
Und dann hat Jesus den Schriftgelehrten noch was ganz Wichtiges gesagt. Er hat gesagt:
"Dass ihr mich als Messias ablehnt, das ist eine Sünde, die nicht vergeben werden kann."
Es ist die sogenannte Sünde gegen den Heiligen Geist. Das ist hier geschehen. Und genau hier steigen wir jetzt in den Bibeltext, in die folgenden fünf, sechs Verse ein.
Bevor wir das tun, möchte ich noch beten, dass der Heilige Geist zu uns spricht.
Jesus, ich danke dir für dein Wort. Ich danke dir, dass du zu uns redest, dass du uns nicht alleine auf dieser Erde zurückgelassen hast. Ich danke dir für deinen Geist, der in uns lebt, und ich danke dir dafür, dass du uns die Bibel geschenkt hast. Und ich bitte dich, Geist Gottes, dass du uns die Augen öffnest für dein Bibelwort. Ich bitte dich, dass du uns hilfst, es zu verstehen. Übersetze es in unsere Herzen hinein. Zeig uns die Geheimnisse deines Reiches. In Jesu Namen, Amen.
Gut, lass uns einsteigen. Erster Vers. Da heißt es also, wie gesagt, wir sind jetzt da in diesem Haus von Jesus, wo da die Riesenmenschenmenge war und wo die Familie ihn mit Gewalt zurückholen wollte. Und jetzt heißt es:
"Inzwischen waren Jesu Mutter und seine Geschwister gekommen. Sie blieben vor dem Haus stehen und schickten jemanden zu ihm, um ihn zu rufen."
Also, was hier schon bemerkenswert ist, Jesus, der hat eine Familie. Also manchmal ist ja Jesus so eine verklärte Person für uns. Jemand, der irgendwie vor vielen Jahren gelebt hat und ja, die Weltgeschichte wirklich verändert hat. Ähm, die einen wissen auch, er ist nicht nur ein normaler Mensch, er ist auch Gott und so, ne. Und dann ist es für uns manchmal so ein bisschen, ein bisschen komisch, dass Jesus Familie gehabt haben soll. Aber genau so war das. Jesus, der kam auf die Welt, der war ein Baby, der war ein Kleinkind. Dann war er ein Teenager, wurde erwachsen, hat 'n Beruf gelernt. Und dann erst, als er dreißig Jahre alt war, ungefähr, hat er, ist er in seinen Dienst gegangen. Also ist er öffentlich aufgetreten.
Und wer gehörte zu Jesus Familie? Natürlich seine Mutter. Würde ich jetzt mal sagen, von einem Mann die wichtigste Bezugsperson. Die Maria, die war selbst vermutet man noch sehr jung, als sie Jesus gekriegt hat und die war von Anfang an im Leben von Jesus präsent. Natürlich, bei der Geburt war sie dabei. Sie hat ihn aufgezogen. Sie hat dann zum Beispiel erlebt, wie Jesus im Tempel war, als er zwölf Jahre alt war und da mit den Theologen schon debattiert hat und alle sich gewundert haben, woher hat der nur schon dieses Verständnis. Maria war zum Beispiel auch involviert beim ersten Wunder von Jesus. Als Jesus an einer Hochzeitsfeier war, da ging ja der Wein aus. Und dann hat die Maria dem Jesus gesagt:
"Hey, tu was, wir haben keinen Wein mehr."
Und Jesus hat ihr dann aus Wasser Wein gemacht. Jesus, äh, Maria war auch dabei, als Jesus gekreuzigt wurde. Sie stand vor dem Kreuz. Und Maria war eine ganz wichtige Person in der ersten Gemeinde. Also sie war eine Jüngerin von Jesus, aber auch nicht mehr. Das ganz wichtig zu betonen, Maria war nicht göttlich, wie einige sagen. Maria war nicht verklärt. Maria war einfach eine sehr privilegierte Person, ein privilegierter Mensch, der das Vorrecht hatte, Jesus auf die Welt zu bringen und großzuziehen.
Dann war da zum Beispiel noch Josef, das ist der Vater von Jesus, aber nicht der leibliche Vater, denn Maria wurde als Jungfrau schwanger. Der Heilige Geist ist ja, hat ja eigentlich Würde ich jetzt mal sagen, Jesus gezeugt, wenn man dem so sagen will. Aber Josef war der soziale Vater von Jesus. Josef war ein Handwerker und auch Jesus hat dann einen Handwerksberuf gelernt wie sein Vater. Und spannend ist, dass Josef sehr früh im Leben von Jesus einfach verschwindet. Also im Sinne von man redet nicht mehr über ihn. Ab, äh, seinen jugendlichen Jahren kommt er einfach nicht mehr vor. Und ja, man muss da eigentlich einfach vermuten, dass der Josef sehr früh gestorben ist und dass Maria dann alleinerziehend war.
Jesus, der hatte auch Geschwister, wie wir hier in diesem Bibeltext lesen. Ganz an anderen Stellen lesen wir auch noch, wie die heißen, nämlich er hatte vier Brüder. Das war der Jakobus, der Josef, der Simon und der Judas. Nicht zu verwechseln mit den Aposteln, äh, die teilweise auch so geheißen haben. Also die Brüder von Jesus. Die haben nämlich am Anfang, so in diesen drei Jahren, als Jesus unterwegs war, haben die nicht an ihn geglaubt. Erst später wurden sie tatsächlich auch Nachfolger von ihm, wurden auch Teil der ersten Gemeinde.
Der Jakobus zum Beispiel wurde wirklich eine Säule in der ersten Gemeinde, also der Jakobus eben nicht zu verwechseln mit, mit dem Apostel Jakobus, sondern eben es war der Jakobus, der Bruder von Jesus und dieser Bruder von Jesus, der wurde zu einer Säule in der ersten Gemeinde. Er war zum Beispiel verantwortlich für diese, ähm, Dispute, die sie hatten. Also wenn, wenn man über theologische Themen geredet hat, dann hat der Jakobus eigentlich so diese, diese Gremien geleitet. Und auch den Jakobusbrief, der kommt von Jakobus, dem Bruder von Jesus.
Ja, jetzt lass uns mal weiterlesen. Also Jesus hat eine Familie. Jetzt lesen wir hier, die sind vor dem Haus stehen geblieben und ja, weil sie einfach nicht durchkamen, weil die Menschenmenge so groß war. Und so haben sie jemanden geschickt, um ihn zu rufen. Warum kamen sie vielleicht noch mal als Repetition? Warum kamen sie zu diesem Haus? Weil sie Jesus schützen wollten. Das ist wahrscheinlich der Hauptgrund. Ich denke, diese Familie von Jesus, die hat einfach gedacht:
"Hey, jetzt ist Jesus falsch abgebogen, jetzt wird er zu extrem."
Selbst die unsere Theologen stellen sich ja gegen ihn. Und sie wollten ihn schützen vor sich selber. Das ist ja auch so ein bisschen das, was Familien tun. Sie schützen ihre eigenen Familienmitglieder und dadurch haben sie ihn aber, ja, eigentlich abhalten wollen von seinem Auftrag, den er von seinem himmlischen Vater bekommen hat, nämlich die Menschen zu lehren, das Evangelium zu predigen, Menschen zu heilen und dann vor allem am Kreuz von Golgatha für die Sünde der ganzen Menschheit zu sterben.
Jetzt heißt es hier die Menschen, die saßen dicht gedrängt um Jesus herum, als man ihn, als man ihm ausrichtete:
"Deine Mutter und deine Brüder und Schwestern sind draußen, und sie wollen dich sprechen."
Vielleicht eine kurze Randbemerkung. Es heißt hier, die Menschen saßen dicht gedrängt um Jesus herum. Und auch Jesus, der saß. Denn zur damaligen Zeit haben die Rabbis sitzend gepredigt. Und auch Jesus, das lesen wir an verschiedenen Stellen, der hat sich hingesetzt, um zu den Menschen zu predigen. Ist jetzt nicht 'ne weltbewegende Info, aber trotzdem eigentlich spannend. Spannend, das zu hören. Die Menschen saßen dicht gedrängt und auch Jesus. Und jetzt kam die Familie nicht durch das Gedränge hindurch und die haben Jesus ausgerichtet:
"Komm zu uns."
Und du musst wissen, zur damaligen Zeit hatte die Familie in der jüdischen Kultur einen sehr hohen Stellenwert. Ist ja auch heute so Familie, würden wir sagen, das ist etwas vom Wichtigsten, sagen viele, aber zur damaligen Zeit vielleicht noch mehr. Die Familie, das war etwas unglaublich Wichtiges. Und ich vermute jetzt mal, die Leute, die, als die das gehört haben, "Jesus, deine Familie ist hier", war ihr Gedanke auch:
"Herr Jesus, geh jetzt zu deiner Familie, denn deine Familie ist hier."
Ne, Familie first, Family first, hat man damals gesagt. Ne, das ist auch Ehrerbietung. Ehre Vater und Mutter, dass du, ähm, auf deine Mutter hörst, wenn sie dich ruft. Und ich denke, das würde man auch heute sagen. Wie ich schon gesagt habe, Familie ist etwas auch in der, in der heutigen Zeit, auch wenn viele Familien auseinanderbrechen, auch wenn viele Menschen in, in Einsamkeit leben, auch wenn die Singlehaushalte absolut dominieren, würde ich sagen, in unserer Gesellschaft ist trotzdem so die Familie ein sehr wichtiger Wert, ne. Also man würde, man, man empfiehlt niemandem, sich gegen die eigene Familie zu stellen. Das Credo ist so ein bisschen: Tu dein eigenes Ding, verwirkliche dich selbst und so weiter. Aber lass nicht zu, dass sich etwas zwischen dich und zwischen deine Familie stellt. Family first, ne. Deine Familie ist dein letzter Halt sozusagen.
Jetzt, ähm, ist es ja auch so, dass wir Menschen verschiedene, äh, Dinge haben in unserem Leben, die wir unterschiedlich gewichten. Ist doch so, ne. Also wir, wir müssen in unserem Leben Prioritäten setzen. Also einerseits haben wir da eben die Familie. Bei den einen, die haben eine intakte Familie, andere vielleicht nicht so eine intakte, aber irgendwie sind wir alle familiär eingebettet. Dann haben wir den Beruf, vielleicht unsere Karriere, ne. Dann haben wir unsere Berufung. Ist vielleicht nicht immer dasselbe wie der Beruf. Ähm, ja, das eine ist der Brotjob, das andere ist unsere Leidenschaft, die wir tun. Im Optimalfall geht das zusammen. Dann haben wir unsere Hobbys oder die Sachen, die wir tun, um uns zu zerstreuen. Und dann ist da noch die Religion oder der Glaube oder die Spiritualität.
Und Ob, ob wir das bewusst machen oder nicht, wir, wir priorisieren das. Also wir setzen das so 'n bisschen in eine Prioritätsliste. Was ist das Wichtigste? Was ist das Zweitwichtigste? Was ist das Drittwichtigste? Was hast du für 'ne Reihenfolge? Hast du dir das schon mal überlegt? Was steht bei dir zuoberst? Würdest du sagen Family first, dann meine Berufung und dann eben mein Glaube, wenn der irgendwie da irgendwo reinpasst, nehme ich den noch 'n bisschen? Oder würdest du sagen:
"Nee, ganz klar, bei mir steht der Glaube an erster Stelle und alles muss sich dem unterordnen."
Jesus, der stellt das hier sehr klar, w-wie wir in den nächsten Versen lesen. Er sagt:
"Wer ist meine Mutter und wer sind meine Geschwister?", erwiderte Jesus. Er sah die an, die rings um ihn her saßen, und er fuhr fort: "Seht, das sind meine Mutter und meine Geschwister. Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter."
Jesus, der setzt hier eine ganz klare Priorität. Er sagt:
"An erster Stelle, an meiner ersten Stelle steht Gott. Meine Berufung, mein Auftrag, den Wille von Gottes zu tun, das ist meine erste Priorität."
Gott ist nicht Platz zwei, nicht Platz drei, nicht Platz vier, er ist Platz eins. Und alles, was ich in meinem Leben habe, muss sich um diesen Gott herum anordnen. Es ist nicht so, dass, dass bei mir irgendwas anderes auf dem Thron ist, sondern Gott steht auf dem Thron. Und das sollte auch bei uns so sein. Da können wir uns 'ne große Scheibe hier von Jesus abschneiden. Auch bei unserem Leben soll es so sein, dass Gott den ersten Platz hat.
Weißt du, die Realität, selbst wenn wir das haben, selbst wenn wir irgendwann mal gesagt haben, "Okay, Gott, du hast meinen ersten Platz", ist die Realität aber, dass es doch eben Dinge gibt in unserem Leben, eben diese anderen Bereiche, die Gott diesen ersten Platz streitig machen wollen. Eigentlich so, es ist fast 'n bisschen so, als würde jeder dieser Bereiche in unserem Leben gerne am ersten Platz, äh, stehen, als würden diese, diese Bereiche um den ersten Platz kämpfen. Ich erlebe das in meinem Leben immer wieder oder beobachte das in meinem eigenen Leben, aber beobachte das auch im Leben von anderen Menschen.
Zum Beispiel, was ich oft beobachte, ist, dass Menschen ihr Leben Jesus anvertrauen. Dann steht er an erster Stelle. Sie sind frisch verliebt in Jesus und sind alles, alles ist rosarot bei ihnen und, und reden den ganzen Tag nur noch von ihrem Glauben. Und dann plötzlich kommt eine menschliche Liebesbeziehung ins Spiel. Diese Personen verlieben sich dann vielleicht in, in einen Partner, der mit dem Glauben nix am Hut hat und plötzlich verdrängt diese menschliche Liebesbeziehung die Liebesbeziehung zu Gott. Und das beobachte ich dann oft, dass diese Leute, da, bei denen rückt dann der Glaube langsam wieder in den Hintergrund und ihre Liebesbeziehung, die sie zu einem Menschen haben, steht dann wieder im Vordergrund.
Oder was ich auch oft beobachte, ist, dass Menschen feurig und leidenschaftlich mit Jesus leben, aber dann kommen Dinge in ihr Leben, die sie herausfordern. Vielleicht zum Beispiel beruflicher Stress. Vielleicht sind sie nonstop unterwegs von morgens bis abends und haben kaum mehr Zeit, sich irgendwie um sich selbst, um ihre eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Und der Beruf nimmt so einen, einen starken Platz ein, dass der Glaube immer weniger Platz bekommt und immer mehr in den Hintergrund rückt.
Oder es kann auch sein, dass, äh, du zum Beispiel krank wirst oder, ja, vielleicht, ja, mit irgendeiner Sucht kämpfst oder irgendwelche Dinge, die in dein Leben kommen, die dich so sehr dich selber, die, die bewirken, dass du dich so sehr auf dich selber fokussierst, dass dieser Glaube an Gott dann in den Hintergrund rückt. Aber Jesus, und das ist eine gute Erinnerung für uns alle, Jesus sagt hier:
"Der Wille Gottes muss am Anfang stehen."
God für-first, ne? Und Jesus sagt:
"Und wer das auch so sieht, der gehört zu meiner Familie."
Jesus, der führt hier eigentlich die Gemeinde ein, wenn man so will. Die Gemeinde, das ist nämlich eine Gemeinschaft von Menschen, die Gottes Willen an die erste Stelle setzen. Hast du das gehört? Gemeinde, also Kirche, das ist eine Gemeinschaft von Menschen, die Gottes Willen an die erste Stelle setzen. Also Jesus sagt das in Vers fünfunddreißig:
"Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter."
Aus diesem Grund solltest du auch misstrauisch werden, wenn deine Gemeinde, deine Kirche nicht mehr Gottes Wille an die erste Stelle setzt, sondern zum Beispiel den Willen des Zeitgeistes. Also wenn die Gemeinde anfängt zu argumentieren,
"Ja, aber heute kann man das, wie das so in der Bibel steht, nicht mehr so machen. Das verstehen die Menschen nicht mehr. Deswegen machen wir das heute anders."
Dann ist genau das, was die Gemein, äh, diese Gemeinden tun. Sie setzen den Willen der Menschen, den Willen des Zeitgeistes setzen sie über den Willen Gottes. Und da solltest du misstrauisch werden, denn Gemeinde ist eine Gemeinschaft von Menschen, die den Willen Gottes an die erste Stelle tu-- setzen.
Wendet sich hier Jesus gegen seine Familie? Könnte man noch fragen, ne? Das kann man ganz klar verneinen. Das ist etwas, das Sekten tun, ne? Also Sekten, die ermutigen ihre oder, oder befehlen ihren Leuten, sich von den Familien zu distanzieren. Aber Jesus und auch im Christentum ist das überhaupt nicht so. Also das Christentum hat gerade im, äh, die Familie hat gerade im Christentum einen sehr hohen Stellenwert und auch die Familie von Jesus. Jesus hat sich nie von seiner Familie distanziert. Die Familie von Jesus, die ist sein ganzer Dienst hindurch, war die immer Präsent und sie wurde, wie ich schon gesagt habe, auch ein wichtiger Teil der Gemeinde dann später. Also Jesus hat sich hier nicht von seiner Familie abgewendet, aber er zeigt uns in diesem Bibeltext ein sehr wichtiges Prinzip. Er sagt, Familie ist zwar wichtig, aber Gott gehört unsere oberste Loyalität.
Das ist eigentlich dasselbe Prinzip, das auch Petrus ins Feld gezogen hat, als er vom hohen Rat, also von diesem obersten Gericht, aufgefordert wurde, nie mehr über Jesus zu reden. Dann hat Petrus gesagt:
"Das kann ich nicht tun, denn wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen."
Das ist ein wichtiges Prinzip, dass Jesus hier uns daran erinnert, nämlich wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen, weil er die erste Wahl ist, weil er die erste Priorität hat, weil ihm unsere oberste Loyalität gehört.
Jetzt sagst du vielleicht:
"Uuuh, das hört sich für mich aber ganz gefährlich nach Extremismus an."
Gibt ja auch solche Leute, die dann sagen:
"Ja, die Christen, das ist ganz gefährlich, weil die sich dann irgendwie gegen den Staat stellen, ne. Die wollen dann Gott mehr gehorchen als dem Staat und da wird's gefährlich."
Aber da kann ich dich beruhigen. Du musst ja die Bibel immer im Kontext lesen. Und wenn du die Bibel im Kontext liest, dann wirst du sehr schnell entdecken, dass die Bibel an verschiedenen Stellen uns Christen auffordert, uns dem Staat zu unterordnen. Also die Bibel ruft nicht gegen Rebellion dem Staat gegenüber auf, sondern gegen, sie sagt:
"Ordne dich dem, den staatlichen Gesetzen und der staatlichen Macht unter."
Aber was die Bibel eben auch sagt, ist, wenn dieser Staat versucht, sich zwischen dich und zwischen Gott zu stellen, dann ist eine rote Linie überschritten. Und genau dasselbe ist auch bei der Familie der Fall. Wenn wir ehren die Familie, wir achten die Familie. Familie ist etwas sehr Wichtiges, aber wenn sich die Familie zwischen uns und zwischen Gott stellen will, dann ist eine rote Linie überschritten und dann entscheiden wir uns für Gott und nicht für die Familie.
Und das kann tatsächlich auch etwas kosten. Also in gewissen Kulturen ist es wirklich so, dass wenn du dich zu Jesus bekennst, dass sich dann deine Familie wirklich von dir radikal abwendet. Also in bestimmten Gebieten, äh, in bestimmten islamischen Gebieten, wo der Islam sehr eng und sehr, sehr streng ausgelegt wird, ist es tatsächlich so, wenn dich, du dich zu Jesus bekennst, wenn du konvertierst, verlierst du deine Familie.
Ich hab vor einiger Zeit ein Buch gelesen von einem Mann, der ist im, äh, Sudan aufgewachsen und dann hat er Jesus kennengelernt, hat Jesus sein Leben anvertraut und der wurde wirklich aus seiner Familie verstoßen, sogar aus dem Dorf verstoßen. Und seine Familie, die haben eine Beerdigungsfeier für ihren Sohn durchgeführt. Die haben einen leeren Sarg durch das Dorf getragen und damit gesagt:
"Unser Sohn ist gestorben."
Aber auch wenn das bei uns heute nicht so ist, kann es trotzdem so sein, dass, wenn wir uns für Jesus entscheiden, dass vielleicht unsere Familie auf Distanz geht. Und dann ist das hier eben ein sehr großer Trost, was Jesus hier sagt. Er sagt eben, wenn du dein Leben Jesus anvertraust, dann bekommst du eine geistliche Familie. Du bekommst einen, du bekommst neue Brüder, neue Mütter, neue Väter. Die Gemeinde, die Kirche ist dann dein neues Zuhause.
Jetzt die abschließende Frage, die man sich hier stellen kann, ist: Bedeutet das denn, dass wir den Wille Gottes tun müssen, um zur Familie von Gott zu gehören? So könnte man das ja verstehen. Da, auch in diesem Fall, muss man die Bibel wirklich im Kontext lesen. Nein, so ist das nicht gemeint. Die ganze Bibel sagt uns an unterschiedlichsten Stellen: Wir können nicht durch unsere eigene Leistung gerettet werden. Wir kommen nicht in Gottes Familie rein, weil wir den Wille Gottes tun, sondern nur, weil Jesus am Kreuz für unsere Sünden bezahlt hat. Das ist alles Gnade.
Es funktioniert nämlich genau umgekehrt. Wenn wir durch Gnade gerettet werden und dann zu dieser Familie von Jesus gehören, dann tun wir nämlich den Wille Gottes. Und wenn wir aber unser Leben anschauen und wir tun den Wille Gottes nicht, dann zeigt das einfach, dass wir nicht wirklich gerettet sind, dass es keine echte Bekehrung war, dass wir eben nicht wirklich zum Wille Gottes gehören. Also man kann das wirklich umgekehrt sagen: Wir werden aus Glaube gerettet und gehören dadurch zur Familie Gottes und auf, weil wir zur Familie Gottes gehören, tun wir auch den Wille Gottes.
Ja, was haben wir heute gelernt? Die Familie von Jesus will ihn abhalten, seinen Dienst zu tun. Die Leute, die finden eigentlich, das ist richtig. Jesus, geht mit deiner Familie. Aber Jesus, der setzt hier ganz neuere, neue Prioritäten. Er sagt nicht Family first, sondern God first. Er sagt:
"Baut alles um Gott herum."
Das fordert er auch uns auf, unsere Prioritäten ganz klar zu setzen. Gott zuerst und dann alles andere. Das ist kein Statement, das Jesus hier gegen die Familie oder auch gegen seine eigene Familie gemacht hat, sondern es ist eine Erinnerung an dieses göttliche Prinzip. Gott gehört unsere erste Loyalität. Wir müssen Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Ihr Lieben, das war's für heute von Bible Study. Nächstes Mal geht's weiter im Text. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und bis dann. Tschüss.
Immer wieder schreiben uns Menschen, wie sehr sie durch unser gemeinsames Bibellesen, durch Bible Study gesegnet wurden. Und vielleicht würdest auch du das sagen. Wenn das so ist, dann schreib auch du uns gerne eine Nachricht. Das ermutigt mich und auch das ganze Team, das hinter der Sendung steht. Übrigens, diese Sendung, die ist komplett spendenfinanziert. Wir freuen uns über jeden von euch, der sich nach seinen Möglichkeiten mit einer kleinen oder großen Spende an den Produktionskosten beteiligt. Danke für alles, was du gibst.
Automatisch transkribiert durch KI
Zusatzinformationen
Serie: BIBLE STUDY mit Gabriel Häsler
Genre: Ratgeber