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Ostersonntag

Christen gedenken am Ostersonntag der zentralen Bedeutung von Jesu Auferstehung von den Toten. Insbesondere die Jünger Jesu wurden durch die persönliche Begegnung mit dem Auferstandenen zu leidenschaftlichen Zeugen seiner Botschaft. Zahlreiche und bewegende Ostergottesdienste knüpfen an diese elementare Erfahrung und das Zeugnis der Auferstehung an.
Von Tobias Becker
04.04.2015

Kirchenfenster St Mary´s church, Nottingham.: Jesus Christus erscheint Maria Magdalena (Quelle: flickr / Lawrence OP CC BY-NC 2.0)

Der Engel sagte zu den Frauen: „Ihr braucht euch nicht zu fürchten. Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er es vorausgesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat. Und dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen, dass er von den Toten auferstanden ist.“

Matthäus 28,5-7

Die Botschaft von Jesu Auferstehung wird laut den Evangelien bemerkenswerterweise als Erstes an eine Gruppe von Frauen verkündet. Für die damalige Zeit eine ungewöhnliche Vorgehensweise, da Frauen juristisch gesehen nicht für Glaubwürdigkeit standen. Dennoch entschieden sich die Schreiber der Evangelien, dieses Detail bewusst zu vermerken. Sie wollten offenbar einen authentischen und unverfälschten Bericht.

Sind damit alle Restzweifel beseitigt?

Die Jünger selbst rechnen nicht mit der Auferstehung (Markus 16,10-13). Niedergeschlagen, entmutigt und desillusioniert trauern sie um ihr verstorbenes Vorbild. Auch der Freudenbotschaft der überwältigten Frauen trauen sie nicht. Sie versinken in Selbstmitleid. Jesus war offenbar nicht der versprochene Messias, sondern nur ein Rabbi. Doch die Geschichte hat damit nicht ihr Ende.

Die Auferstehung als zentrales Ereignis

Überraschenderweise erscheint Jesus seinen Jüngern in Jerusalem. Er bietet ihnen die Möglichkeit ihn in Fleisch und Blut zu berühren und sich selbst zu überzeugen (Lukas 16,39). Ihre Restzweifel werden beseitigt. Über Nacht werden sie zu leidenschaftlichen Verfechtern der Auferstehungsbotschaft, die die ganze Welt erfahren soll.

Bis zum heutigen Tag feiern Christen an Ostern die Überwindung des Todes durch Jesus. Die Auferstehung bildet das Zentrum des christlichen Glaubens. Auch Paulus, einer der größten Theologen des Christentums, ist überzeugt, dass ohne die Auferstehung der Glaube inhaltslos sei (1 Kor 15,12-14). Ostern wird somit zum wichtigsten Feiertag der Christen.

Ostern ist im jüdischen Pessahfest verwurzelt

Das Osterfest hat enge Parallelen zum jüdischen Pessahfest bei dem unter anderem die Erlösung aus der Knechtschaft Ägyptens gefeiert wird. Christus ist in dieser Hinsicht der Erlöser von der Knechtschaft der Sünde. In vielen Sprachen ist die aramäische Wortwurzel „pascha“ noch erkennbar. In Deutschland wird vermutet, dass sich das Wort Ostern von der indogermanischen Göttin „Ostara“ ableitet. Wahrscheinlicher ist, dass sich der Name auf das althochdeutsche Wort „eostarun“ für die Morgenröte bezieht.

Ostern als krönender Abschluss

Innerhalb der katholischen Tradition bildet das Osterfest den Abschluss des Triduum Sacrum (lateinisch für die heiligen drei Tage). Die Osternacht ist dabei Höhepunkt der Feierlichkeiten. Sie gliedert sich in eine vierteilige Liturgie aus Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier und schließlich der Eucharistiefeier bzw. dem Abendmahl. 

Viele evangelische Kirchen haben sich dem katholischen Brauch der Osternacht angenähert. Manche Gemeinden beginnen am Vorabend mit Gebet und Meditationen. In den frühen Morgenstunden folgt eine Auferstehungsandacht mit Kerzen. Nach der Lesung der Ostergeschichte wird der charakteristische Osterruf „Der Herr ist auferstanden!“ mit einem Orgelspiel abgeschlossen. Ein darauffolgendes Osterfrühstück in geselliger Runde lädt ein, die Auferstehung gemeinsam zu feiern. Im freikirchlichen Bereich hat das Osterfest auch einen festlichen Charakter. Manche Gemeinden organisieren Nachtgottesdienste, Musical- und Gospelevents. Oftmals werden auch Taufgottesdienste mit Zeugnissen in die Osterfeierlichkeiten integriert. Die Stimmung ist meist sehr fröhlich, offen und einladend. Lobpreisabende mit viel Musik sind am Sonntagabend auch keine Seltenheit.

Weil wir ihm so viel wert sind: Die Radikalität der Liebe Gottes

Osterimpuls von Bayless Conley

Ostern: Das Happy End