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Spätestens seitdem der deutsche Entertainer und Autor Hape Kerkeling in seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ von seiner Reise auf dem Jakobsweg berichtet hat, erfreut sich das Pilgern wieder wachsender Beliebtheit. Jährlich pilgern viele Christen aus der ganzen Welt auf dem sogenannten Jakobsweg zum Grab des Apostels Jakobus nach Santiago de Compostela - und das schon seit über 1000 Jahren. Doch was bedeutet Pilgern eigentlich und hat es einen biblischen Ursprung oder nicht?

Pilgern - Eine besondere Form, Gottes Nähe zu erfahren

Der Begriff Pilgern ist abgeleitet aus dem Lateinischen „pergere“ bzw. „per agere“. Diese beiden lateinischen Begriffe können übersetzt werden mit „jenseits des Ackers“ oder  „in der Fremde“. Daraus lässt sich schon die Bedeutung erkennen: Wenn ein Mensch pilgert, ist er unterwegs, wandert er - aber mit einer bestimmten Absicht -  und ist möglicherweise dabei auch in der Fremde unterwegs. Das vom lateinischen peregrinus oder peregrinari abgeleitete Wort „Pilger“ bezeichnet ursprünglich einen Fremdling. Heute versteht man darunter Menschen, die aus religiösen Gründen eine Reise unternehmen. Das ist vergleichbar mit dem in diesem Zusammenhang auch oft genannten Begriff des Wallfahrens. 

Pilgern und Wallfahren in der Bibel

Beides, Pilgern und Wallfahren, ist im biblischen Kontext wiederzufinden: So ist Abraham in Gen 12 unterwegs in das verheißene Land Kanaan, wobei er eine immer tiefere Beziehung zu Gott erlebt. Insbesondere die Festkalender bezeugen im Alten Testament in 2. Mose 23 und 2. Mose 34 sowie 5. Mose 16,1-17 das Feiern von "Wallfahrtsfesten". Pilgern und Wallfahren findet sich auch in den sogenannten Wallfahrtspsalmen wieder (Psalm 120-134), die eine redaktionelle Einheit im Buch der Psalmen haben. Außerhalb der fünf Bücher Mose und des Psalters wird in einigen Erzählungen von Wallfahrten berichtet, wobei unterschiedliche Wallfahrtsorte genannt werden, darunter Silo in 1. Samuel 1,3, der Horeb in 1. Könige 19,8 oder auch Bethel, Gilgal, Beersheba ( so in Amos 4,5 und 5,5) und natürlich Jerusalem (1 Könige 12,27, 2 Chronik 30,1). Jerusalem erscheint als der Wallfahrtsort in den Psalmen. Das wird auch im Neuen Testament aufgegriffen: In der Zeit Jesu hatte sich das jüdische Ritual der Wallfahrt zum Jerusalemer Tempel etabliert. Jesus selbst wird vor allem in den Evangelien als ein jüdischer Pilger dargestellt, der zum Pesach- und Laubhüttenfest nach Jerusalem hinaufzog.

Pilgern und Wallfahren haben unterschiedliche Schwerpunkte

Der Unterschied zwischen Pilgern und Wallfahren lässt sich im Wesentlichen so zusammenfassen:

Wallfahrt: Bei einer Wallfahrt stehen Anlass, die Wallfahrt-Dauer und das Ziel schon von Anfang an fest. Meistens ist das Wallfahren eine Unternehmung an einen bestimmten Ort, an dem Wallfahrende sich mit der Geschichte des Ortes oder der Stätte auseinandersetzen, den Ort bewusst entdecken und sich an seiner Schönheit, zum Beispiel bei alten Kirchengebäuden erfreuen. Anders ist es beim Pilgern:

Pilgern: Hier suchen die Menschen während sie unterwegs sind auf besonderen Wegen oder an besondern Orten die Nähe Gottes oder intensivieren dabei die eigene Beziehung zu Gott. Dabei stehen die Erlebnisse und Erfahrungen, die Pilgerer während ihrer Pilgerzeit machen, stehen im Vordergrund, auch wenn oft das Zeil der Reise eine bestimmte Pilgerstätte ist. Doch im Wesentlichen geht es um das Zeit Verbringen mit Gott und sich selbst während des Unterwegs-Seins, aus dem Pilgerer auch nach ihrer Reise häufig noch etwas in ihren Alltag mitnehmen.

Pilgerer können in einer Gruppe oder alleine unterwegs sein. Die Sendungen, die Sie zum Thema Pilgern in der Mediathek entdecken können, zeigen: Das Erlebte ist ein zutiefst persönliches Erlebnis jedes einzelnen Pilgers.

Schauen Sie sich die Sendungen rund um das Thema Pilgern in der Mediathek an: