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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

1 In jener Nacht floh den König der Schlaf. So befahl er, das Buch der Denkwürdigkeiten, die Chronik[2]w. die Begebenheiten der Tage, zu bringen. Und sie wurden vor dem König vorgelesen.

2 Da fand sich geschrieben, was Mordechai gemeldet hatte über Bigtan und Teresch, die beiden königlichen Eunuchen[3]o. Hofbeamten; vgl. Anm. zu Kap.1,10, von denen, die an der Schwelle Wache hielten, dass sie {nämlich} danach getrachtet hatten, Hand an den König Ahasveros zu legen.

3 Da sagte der König: Was ist dem Mordechai dafür an Ehre und Auszeichnung[4]w. und Größe erwiesen worden? Und die Pagen[5]o. jungen Männer des Königs, die ihn bedienten, sagten: Es ist ihm nichts erwiesen worden.

4 Da sagte der König: Wer ist im Hof? Nun war Haman {gerade} in den äußeren Hof des Königshauses gekommen, um dem König zu sagen, man möge doch Mordechai an dem Holzpfahl aufhängen, den er für ihn errichtet hatte.

5 Und die Pagen[5]o. jungen Männer des Königs sagten zu ihm: Siehe, Haman steht im Hof. Der König sagte: Er soll hereinkommen!

6 Und Haman kam herein. Der König sagte zu ihm: Was soll man dem Mann tun, an dessen Ehrung der König Gefallen hat? Da dachte Haman in seinem Herzen: Wem könnte der König mehr Ehrung erweisen wollen als mir?

7 Und Haman sagte zum König: Was den Mann betrifft, an dessen Ehrung der König Gefallen hat,

8 so soll man ein königliches Gewand bringen, mit dem sich der König {bereits} bekleidet hat, und ein Pferd, auf dem der König {schon} geritten ist und auf dessen Kopf königlicher Kopfschmuck[6]w. ein königliches Diadem gesetzt worden ist.

9 Und man soll das Gewand und das Pferd der Hand eines der Obersten des Königs, eines der Vornehmen übergeben. Und man soll dem Mann, an dessen Ehrung der König Gefallen hat, das Gewand anziehen und ihn auf dem Pferd über den Platz der Stadt reiten lassen und soll vor ihm her ausrufen: So wird dem Mann getan, an dessen Ehrung der König Gefallen hat!

10 Da sagte der König zu Haman: Beeile dich, nimm das Gewand und das Pferd, wie du geredet hast, und mache es so mit Mordechai, dem Juden, der im Tor des Königs sitzt! Lass nichts ausfallen von allem, was du geredet hast!

11 Da nahm Haman das Gewand und das Pferd, und er zog Mordechai das Gewand an und ließ ihn über den Platz der Stadt reiten und rief vor ihm her aus: So wird dem Mann getan, an dessen Ehrung der König Gefallen hat!

12 Dann kehrte Mordechai zum Tor des Königs zurück. Haman aber eilte in sein Haus, traurig und mit verhülltem Haupt.

13 Und Haman erzählte seiner Frau Seresch und all seinen Freunden alles, was ihm widerfahren war. Da sagten seine Ratgeber[7]w. seine Weisen und seine Frau Seresch zu ihm: Wenn Mordechai, vor dem du zu fallen begonnen hast, von den Nachkommen der Juden ist, dann wirst du nichts gegen ihn ausrichten, sondern du wirst vollends vor ihm zu Fall kommen!

14 Während sie noch mit ihm redeten, trafen die Eunuchen[3]o. Hofbeamten; vgl. Anm. zu Kap.1,10 des Königs ein und holten in aller Eile Haman zu dem Mahl, das Ester bereitet hatte.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Haman muss Mordechai die höchste Ehre erweisen

1 Der König konnte in dieser Nacht nicht schlafen, deshalb ließ er die Chronik bringen, in der die wichtigen Ereignisse seiner Regierungszeit aufgeschrieben waren. Man las dem König daraus vor

2 und kam dabei zu der Stelle, wo berichtet wurde, wie Mordechai die Verschwörung der königlichen Torwächter Bigtan und Teresch aufgedeckt und König Xerxes das Leben gerettet hatte.

3 Der König fragte: »Was für eine Belohnung, was für eine Auszeichnung hat Mordechai dafür erhalten?« »Keine«, antworteten die Diener des Königs.

4 »Wer ist da draußen im Hof?«, fragte der König. Eben in diesem Augenblick war nämlich Haman in den äußeren Hof des Palastes getreten. Er wollte sich vom König die Erlaubnis erbitten, Mordechai an den Galgen zu hängen, den er errichtet hatte.

5 Die Diener antworteten dem König: »Es ist Haman, der da draußen steht.« »Ruft ihn herein«, befahl der König.

6 Als Haman eintrat, fragte der König ihn: »Was kann ein König für jemand tun, dem er eine besondere Ehre erweisen will?« Haman dachte: »Da kann nur ich gemeint sein; wen sonst sollte der König besonders ehren wollen?«

7 Deshalb antwortete er: »Für den Mann, dem der König eine besondere Ehre erweisen will,

8 soll man ein kostbares Gewand bringen, das sonst der König selbst trägt, und ein Pferd mit dem königlichen Schmuck am Zaumzeug, das sonst der König selbst reitet.

9 Man soll Pferd und Gewand einem der höchsten Würdenträger des Königs übergeben, damit dieser den Mann, den der König ehren will, königlich kleidet und ihn auf dem Pferd des Königs über den großen Platz der Stadt führt. Dabei soll er vor dem zu Ehrenden hergehen und ausrufen: ›So handelt der König an dem Mann, dem er eine besondere Ehre erweisen will!‹«

10 Da sagte der König zu Haman: »Nimm schnell ein Gewand und ein Pferd, wie du sie beschrieben hast! Ehre den Juden Mordechai, der in der Torhalle des Palastbezirks sitzt, so wie du es vorgeschlagen hast! Du musst alles genauso ausführen und darfst nichts auslassen.«

11 Haman folgte dem Befehl des Königs, kleidete Mordechai königlich, führte ihn auf dem Pferd des Königs über den großen Platz und rief vor ihm aus: »So handelt der König an dem Mann, dem er eine besondere Ehre erweisen will!«

12 Danach kehrte Mordechai an seinen Platz im Tor des Palastbezirks zurück. Haman aber eilte völlig verstört, mit verhülltem Gesicht, nach Hause.

13 Dort erzählte er seiner Frau und allen seinen Freunden, was geschehen war. Diese seine klugen Ratgeber sagten zu ihm: »Wenn Mordechai, mit dem dir das passiert ist, zum Volk der Juden zählt, dann kannst du aufgeben. Dein Untergang ist besiegelt.«

Ester enthüllt dem König ihre Herkunft

14 Noch während sie das sagten, kamen die Diener des Königs, um Haman zum Mahl bei der Königin abzuholen.

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