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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Das Buch Ester

Das Fest in Susa – Verstoßung der Königin Wasti

1 Und es geschah in den Tagen des Ahasveros[1]d. i. Xerxes, der Sohn des Darius I. – das ist der Ahasveros, der von Indien bis nach Kusch über 127 Provinzen regierte –,

2 in jenen Tagen also, als der König Ahasveros auf seinem Königsthron saß, der in der Burg Susa war,

3 im dritten Jahr seiner Regierung, da veranstaltete er ein Gastmahl[2]o. Gelage für all seine Fürsten und Knechte, wobei das Heer[3]d. h. die Generäle des Heeres von Persien und Medien, die Vornehmen und Fürsten der Provinzen vor ihm waren

4 {und} wobei er den Reichtum {und} die Herrlichkeit seines Königreiches und die glänzende Pracht seiner Größe viele Tage lang, 180 Tage, zur Schau stellte.

5 Und als diese Tage zu Ende waren, veranstaltete der König für alles Volk, das sich in der Burg Susa befand, vom Größten bis zum Kleinsten, ein Gastmahl[2]o. Gelage von sieben Tagen im Hof des königlichen Palastgartens.

6 Weißes Leinen, Baumwollstoffe und violetter Purpur waren mit Schnüren aus Byssus und rotem Purpur in silbernen Ringen und an Marmorsäulen[4]o. Alabastersäulen aufgehängt. Goldene und silberne Ruhelager {standen} auf einem Mosaikboden aus Bahat[5]d. i. eine kostbare Steinart und Marmor[6]o. Alabaster und Darsteinen[7]Das nicht sicher zu deutende hebr. Wort wird von LXX mit »Perlmuttersteine« übersetzt. und Socheret[8]Die Bedeutung des Wortes »Socheret« ist unbekannt. Es handelt sich wohl um ein Mineral..

7 Und die Getränke reichte man in goldenen Gefäßen, und die Gefäße waren {alle} voneinander verschieden; und königlichen Wein gab es in Menge, nach der Freigebigkeit[9]o. dem Vermögen; w. der Hand des Königs.

8 Und als Trinkordnung galt: Keiner soll nötigen! Denn so hatte es der König für alle Vorsteher seines Hauses angeordnet, dass sie nach dem Belieben eines jeden tun sollten.

9 Auch die Königin Wasti veranstaltete ein Gastmahl[2]o. Gelage für die Frauen im königlichen Haus, das dem König Ahasveros gehörte.

10 Am siebten Tag, als das Herz des Königs vom Wein fröhlich war, befahl er Mehuman, Biseta, Harbona, Bigta und Abagta, Setar und Karkas, den sieben Eunuchen[10]o. Hofbeamten. – Das hebr. Wort bedeutet im engeren Sinn »Eunuch«, im weiteren Sinn »Hofbeamter«. Eunuchen bekleideten häufig hohe Staatsämter., die den König Ahasveros persönlich bedienten[11]w. die das Gesicht (o. die Person) des Königs Ahasveros bedienten,

11 die Königin Wasti mit dem königlichen Diadem vor den König kommen zu lassen, um den Völkern und Fürsten ihre Schönheit zu zeigen; denn sie war von schönem Aussehen.

12 Aber die Königin Wasti weigerte sich, auf das Wort des Königs hin zu kommen, das {ihr} durch die Eunuchen[10]o. Hofbeamten. – Das hebr. Wort bedeutet im engeren Sinn »Eunuch«, im weiteren Sinn »Hofbeamter«. Eunuchen bekleideten häufig hohe Staatsämter. {überbracht worden war}. Da wurde der König sehr zornig, und sein Zorn entbrannte in ihm.

13 Und der König sprach zu den Weisen, die die Zeiten[12]d. h. vielleicht: frühere Rechtsfälle. – Andere üs. mit Textänderung: die Gesetze kannten – denn so {kam gewöhnlich} eine Angelegenheit des Königs vor alle Gesetzes- und Rechtskundigen,

14 und die ihm am nächsten Stehenden waren Karschena, Schetar, Admata, Tarsis, Meres, Marsena, {und} Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Gesicht des Königs sahen, die den ersten Sitz im Königreich innehatten –:

15 Was ist nach dem Gesetz mit der Königin Wasti zu tun, dafür, dass sie den Befehl des Königs Ahasveros {, der} durch die Eunuchen[1]o. Hofbeamten. – Das hebr. Wort bedeutet im engeren Sinn »Eunuch«, im weiteren Sinn »Hofbeamter«. Eunuchen bekleideten häufig hohe Staatsämter. {überbracht worden ist, } nicht befolgt hat?

16 Da sprach Memuchan vor dem König und den Fürsten: Nicht allein am König hat sich die Königin Wasti vergangen, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros {wohnen}.

17 Denn das Verhalten der Königin wird zu allen Frauen hinausdringen und ihre {Ehe} herren in ihren Augen verächtlich machen, wenn man sagt: Der König Ahasveros befahl, die Königin Wasti vor ihn kommen zu lassen, aber sie kam nicht!

18 Noch heute werden die Fürstinnen von Persien und Medien, die von dem Verhalten der Königin gehört haben, das allen Fürsten des Königs vorhalten; und es wird Verachtung und Verdruss genug geben.

19 Wenn es dem König recht ist, gehe ein königlicher Erlass von ihm aus, und er werde geschrieben in die Gesetze der Perser und Meder, und {zwar} unwiderruflich[2]w. und er wird nicht vergehen, o. und man darf {ihn} nicht übertreten: Wasti darf nicht mehr vor den König Ahasveros kommen! Ihre Königswürde aber gebe der König einer anderen, die besser ist als sie.

20 Und wird man den Befehl des Königs, den er erlassen wird, in seinem ganzen Königreich hören – es ist wirklich groß –, dann werden alle Frauen ihren {Ehe} herren Ehre geben, vom Größten bis zum Kleinsten.

21 Das Wort war gut in den Augen des Königs und der Fürsten, und der König handelte nach dem Wort Memuchans.

22 Er sandte Briefe an alle Provinzen des Königs, an jede Provinz in ihrer Schrift und an jedes Volk in seiner Sprache, dass jeder Mann Herr in seinem Hause sei und dass er in der Sprache seines Volkes reden solle.

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Macht und Reichtum des Perserkönigs

1 Es war in der Zeit, als König Xerxes über das Perserreich herrschte, ein Reich aus 127 Provinzen, das von Indien bis Äthiopien reichte;

2 sein Königsthron stand in der Stadt Susa.

3 In seinem dritten Regierungsjahr gab er ein Fest für alle führenden Männer des gesamten Reiches. Die hochrangigen Offiziere aus Persien und Medien, der hohe Adel und die Statthalter aller Provinzen nahmen daran teil.

4 Volle sechs Monate stellte der König seine Macht und seinen unermesslichen Reichtum vor ihnen zur Schau.

5 Anschließend veranstaltete der König ein Fest für alle Bewohner des Palastbezirks, vom vornehmsten bis zum geringsten. Sieben Tage lang wurde im Schlosspark gefeiert.

6 Zwischen Alabastersäulen waren weiße und blaue Vorhänge aus kostbaren Stoffen aufgehängt, befestigt mit weißen und purpurroten Schnüren und silbernen Ringen. Polsterbetten mit goldenen und silbernen Füßen standen auf dem kostbaren Fußboden aus verschiedenfarbigen Steinplatten.

7 Getrunken wurde aus goldenen Bechern, von denen keiner dem andern glich; Wein gab es in Fülle aus den königlichen Kellern.

8 Alle konnten trinken, so viel sie wollten; aber niemand wurde dazu gezwungen. Der König hatte die Diener angewiesen, sich ganz nach den Wünschen der Gäste zu richten.

Die Königin fällt in Ungnade

9 Königin Waschti veranstaltete gleichzeitig im Palast des Königs ein Fest für die Frauen.

10 Am siebten Tag des Festes rief König Xerxes die sieben Eunuchen zu sich, die ihn persönlich bedienten: Mehuman, Biseta, Harbona, Bigta, Abagta, Setar und Karkas. In seiner Weinlaune befahl er ihnen,

11 die Königin im Schmuck ihrer Krone herzubringen. Alle seine Gäste, die führenden Männer seines Reiches ebenso wie die Bewohner des Palastbezirks, sollten ihre außerordentliche Schönheit bewundern.

12 Aber Königin Waschti weigerte sich, dem Befehl des Königs zu gehorchen. Da packte den König der Zorn.

13 Sofort besprach er sich mit seinen Ratgebern, weisen Männern, die sich auf den Lauf der Gestirne verstanden und über das Recht Bescheid wussten.

14 Es waren Karschena, Schetar, Admata, Tarschisch, Meres, Marsena und Memuchan. Diese sieben Fürsten der Perser und Meder hatten den höchsten Rang nach dem König. Sie waren seine engsten Vertrauten und durften jederzeit bei ihm vorsprechen.

15 Er sagte zu ihnen: »Ich habe meine Diener mit einem Befehl zur Königin Waschti gesandt, aber sie hat ihn nicht befolgt. Was soll nach dem Gesetz mit ihr geschehen?«

16 Memuchan antwortete: »Königin Waschti hat sich nicht nur am König vergangen, sondern auch an seinen Fürsten, ja am ganzen Volk in allen Provinzen des Reiches.

17 Was sie getan hat, wird sich unter allen Frauen herumsprechen. Sie werden auf ihre Männer herabsehen und sagen: ›König Xerxes befahl der Königin Waschti, vor ihm zu erscheinen; aber sie weigerte sich.‹

18 Die Frauen der Fürsten im Reich haben es gehört und sie werden sich schon heute ihren Männern gegenüber darauf berufen. Das wird eine Menge böses Blut geben.

19 Wenn der König es für richtig hält, sollte er einen königlichen Befehl erlassen, dass Waschti nie wieder vor ihm erscheinen darf. Dies müsste unter die Gesetze der Meder und Perser aufgenommen werden, die unwiderruflich sind. Und dann sollte der König an ihrer Stelle eine andere zur Königin machen, die diese Würde auch verdient.

20 Wenn dieser Beschluss des Königs in seinem ganzen Reich bekannt wird, werden alle Frauen, von den vornehmsten bis zu den einfachsten Familien, ihren Männern den schuldigen Respekt erweisen.«

21 Dem König und seinen Fürsten gefiel dieser Rat gut. Wie Memuchan vorgeschlagen hatte,

22 schickte der König einen Erlass in alle Provinzen seines Reiches, jeweils in der Schrift und Sprache des betreffenden Landes. Auf diese Weise wollte er sicherstellen, dass jeder Mann in seinem Haus der Herr bleibt.

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