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Elberfelder Bibel

Elberfelder 2006

Mordechais Plan zur Rettung der Juden durch Ester

1 Und als Mordechai alles erkannte, was geschehen war, da zerriss Mordechai seine Kleider und kleidete sich in Sack und Asche. Und er ging hinaus mitten in die Stadt und erhob ein lautes und bitterliches Klagegeschrei[1]o. Hilfegeschrei, w. schrie ein lautes und bitteres Geschrei.

2 So kam er bis vor das Tor des Königs. Denn in das Tor des Königs durfte man nicht im Sackgewand kommen.

3 Und in jeder einzelnen Provinz, überall, wohin das Wort des Königs und sein Gesetz gelangte, war eine große Trauer bei den Juden und Fasten und Weinen und Wehklage. Den meisten war Sack und Asche als Lager ausgebreitet.

4 Und Esters Dienerinnen[2]w. Mädchen und ihre Eunuchen[3]o. Hofbeamten; vgl. Anm. zu Kap.1,10 kamen und teilten ihr {das} mit. Da geriet die Königin sehr in Angst[4]o. Da wand sich die Königin zitternd. Und sie sandte Kleider hin, um Mordechai zu bekleiden und sein Sacktuch von ihm abzunehmen; aber er nahm sie nicht an.

5 Da rief Ester Hatach, einen von den Eunuchen[3]o. Hofbeamten; vgl. Anm. zu Kap.1,10 des Königs, den er mit ihrem Dienst beauftragt hatte[5]w. den er vor ihr stehen hieß, und gab ihm Befehl wegen Mordechai, um zu erfahren[6]o. erkennen, was das sei und weshalb es so sei.

6 Da ging Hatach zu Mordechai hinaus auf den Platz der Stadt, der vor dem Tor des Königs {war}.

7 Und Mordechai teilte ihm alles mit, was ihm widerfahren war, auch den genauen Betrag an Silber, den Haman versprochen hatte, in die Schatzkammern des Königs {als Gegenwert} für die Juden darzuwiegen, um sie ausrotten zu können.

8 Auch eine Abschrift des Schreibens mit dem Gesetz, das in Susa zu ihrer Vernichtung erlassen worden war, gab er ihm. {Die} solle er der Ester zeigen und ihr {alles} mitteilen. Und er solle ihr gebieten, zum König hineinzugehen, ihn um Gnade anzuflehen und vor ihm für ihr Volk zu bitten.

9 Und Hatach kam und teilte Ester die Worte Mordechais mit.

10 Da sagte Ester zu Hatach und trug ihm auf für Mordechai:

11 Alle Knechte des Königs und das Volk der Provinzen des Königs wissen[6]o. erkennen, dass für jeden, Mann oder Frau, der zum König in den inneren Hof hineingeht, ohne dass er gerufen worden ist, ein Gesetz gilt, {nämlich ihn} zu töten, es sei denn, dass der König ihm das goldene Zepter entgegenreicht, {dann} darf er am Leben bleiben. Ich aber, ich bin schon seit dreißig Tagen nicht {mehr} gerufen worden, zum König hineinzukommen.

12 Und man teilte Mordechai die Worte Esters mit.

13 Und Mordechai ließ der Ester antworten: Bilde dir nicht ein, du könntest dich mit deinem Leben[1]o. Bilde dir in deinem Innern nicht ein, du könntest dich im Haus des Königs {allein} von allen Juden in Sicherheit bringen!

14 Denn wenn du zu diesem Zeitpunkt wirklich schweigst, so wird Befreiung und Rettung für die Juden von einem andern Ort her erstehen. Du aber und das Haus deines Vaters, ihr werdet umkommen. Und wer erkennt, ob du nicht gerade für einen Zeitpunkt wie diesen zur Königswürde gelangt bist?

15 Da ließ Ester dem Mordechai antworten:

16 Geh hin, versammle alle Juden, die sich in Susa befinden! Und fastet um meinetwillen und esst nicht und trinkt nicht drei Tage lang, Nacht und Tag! Auch ich selbst werde mit meinen Dienerinnen[2]w. Mädchen ebenso fasten. Und sodann will ich zum König hineingehen, obwohl es nicht nach dem Gesetz ist. Und wenn ich umkomme, so komme ich um!

17 Da ging Mordechai weg und handelte nach allem, was Ester ihm befohlen hatte.

Gute Nachricht Bibel

Gute Nachricht Bibel 2018

Ester soll die Juden retten

1 Als Mordechai erfuhr, was vorgefallen war, zerriss er sein Gewand, band sich den Sack um und streute sich Asche auf den Kopf. So ging er durch die Stadt und stieß laute, durchdringende Klagerufe aus.

2 Er kam bis vor den Palastbezirk, den er jedoch im Trauerschurz nicht betreten durfte.

3 Auch in allen Provinzen herrschte unter den Juden große Trauer, nachdem der königliche Erlass dort eingetroffen war. Sie fasteten, weinten und klagten und viele saßen im Sack in der Asche.

4 Die Dienerinnen und Diener Esters berichteten ihrer Herrin von Mordechais Trauer. Ester war ganz erschrocken und ließ Mordechai Kleider bringen, damit er den Sack ablegen und zu ihr in den Palast kommen konnte. Aber er wollte ihn nicht ausziehen.

5 Da schickte Ester den Eunuchen Hatach, den der König ihr als Diener gegeben hatte, zu Mordechai hinaus. Er sollte ihr berichten, warum Mordechai sich so auffallend verhielt.

6 Hatach ging zu Mordechai auf den großen Platz vor dem Palastbezirk.

7 Mordechai erzählte ihm alles, was geschehen war, und nannte ihm auch die Geldsumme, die Haman dem König für seine Staatskasse versprochen hatte, wenn er die Juden umbringen dürfte.

8 Er gab ihm eine Abschrift des königlichen Erlasses, in dem die Ausrottung der Juden befohlen wurde. Er sollte sie Ester zeigen und sie dringend auffordern, zum König zu gehen und für ihr Volk um Gnade zu bitten.

9 Hatach berichtete Ester alles, was Mordechai ihm aufgetragen hatte.

10 Ester aber schickte den Eunuchen noch einmal zu Mordechai und ließ ihm sagen:

11 »Alle, die im Dienst des Königs stehen, und alle seine Untertanen in den Provinzen des Reiches kennen das unverbrüchliche Gesetz: Wer ungerufen, ob Mann oder Frau, zum König in den inneren Hof des Palastes geht, muss sterben. Nur wenn der König ihm das goldene Zepter entgegenstreckt, wird er am Leben gelassen. Mich hat der König jetzt schon dreißig Tage nicht mehr zu sich rufen lassen.«

12-13 Mordechai schickte Ester die Antwort: »Denk nur nicht, dass du im Königspalast dein Leben retten kannst, wenn alle anderen Juden umgebracht werden!

14 Wenn du in dieser Stunde schweigst, wird den Juden von anderswo her Hilfe und Rettung kommen. Aber du und deine Familie, ihr habt dann euer Leben verwirkt und werdet zugrunde gehen. Wer weiß, ob du nicht genau um dieser Gelegenheit willen zur Königin erhoben worden bist?«

15 Da ließ Ester Mordechai die Antwort bringen:

16 »Geh und rufe alle Juden in Susa zusammen! Haltet ein Fasten für mich. Drei Tage lang sollt ihr nichts essen und nichts trinken, auch nicht bei Nacht; und ich werde zusammen mit meinen Dienerinnen dasselbe tun. Dann gehe ich zum König, auch wenn es gegen das Gesetz ist. Komme ich um, so komme ich um!«

17 Mordechai ging und tat, was Ester ihm aufgetragen hatte.

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