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Elberfelder Bibel
Elberfelder 2006
Das Buch Rut
Ruts Weg nach Bethlehem
1 Und es geschah in den Tagen, als die Richter richteten, da entstand eine Hungersnot im Land. Und ein Mann von Bethlehem-Juda ging hin, um sich im Gebiet[1]w. in den Feldern von Moab als Fremder aufzuhalten, er und seine Frau und seine beiden Söhne.
2 Und der Name des Mannes war Elimelech und der Name seiner Frau Noomi und die Namen seiner beiden Söhne Machlon und Kiljon, Efratiter aus Bethlehem-Juda. Und sie kamen im Gebiet[1]w. in den Feldern von Moab an und blieben dort.
3 Da starb Elimelech, der Mann Noomis; und sie blieb zurück mit ihren beiden Söhnen.
4 Die nahmen sich moabitische Frauen; der Name der einen war Orpa und der Name der anderen Rut. Und sie wohnten dort etwa zehn Jahre.
5 Da starben auch diese beiden, Machlon und Kiljon; und die Frau blieb zurück ohne ihre beiden Söhne und ohne ihren Mann.
6 Und sie machte sich auf, sie und ihre Schwiegertöchter, und kehrte aus dem Gebiet[2]w. von den Feldern von Moab zurück. Denn sie hatte im Gebiet[1]w. in den Feldern von Moab gehört, dass der Herr sein Volk heimgesucht habe, um ihnen Brot zu geben[3]o. indem er ihnen Brot gegeben habe.
7 So zog sie weg von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Als sie nun des Weges zogen, um in das Land Juda zurückzukehren,
8 sagte Noomi zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht, kehrt um, jede in das Haus ihrer Mutter! Der Herr erweise euch Gnade[4]o. Liebe; o. Verbundenheit; o. Gemeinschaft, so wie ihr sie den Verstorbenen und mir erwiesen habt!
9 Der Herr gebe es euch, dass ihr Ruhe[5]o. einen Rastplatz; o. eine Heimstätte findet, eine jede in dem Haus ihres Mannes! Und sie küsste sie. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten
10 und sagten zu ihr: {Nein, } sondern wir wollen mit dir zu deinem Volk zurückkehren!
11 Doch Noomi sagte: Kehrt nur um, meine Töchter! Wozu wollt ihr mit mir gehen? Habe ich etwa noch Söhne in meinem Leib, dass sie eure Männer werden könnten?
12 Kehrt um, meine Töchter, geht! Ich bin ja zu alt, um eines Mannes {Frau} zu werden. Selbst wenn ich spräche: Ich habe {noch} Hoffnung! – wenn ich gar diese Nacht eines Mannes {Frau} werden würde und sogar Söhne gebären sollte,
13 wolltet ihr deshalb[6]o. darauf. – LXX und die syr. Üs. : auf sie; d. h. auf die zu erwartenden Söhne Noomis warten, bis sie groß würden? Wolltet ihr euch deshalb[6]o. darauf. – LXX und die syr. Üs. : auf sie; d. h. auf die zu erwartenden Söhne Noomis abgeschlossen halten, ohne eines Mannes {Frau} zu werden? Nicht doch, meine Töchter! Denn das bittere {Leid} , das mir {geschah} , ist zu schwer[7]w. ist zu sehr für euch. Ist doch die Hand des Herrn gegen mich ausgegangen[8]d. h. der Herr hat seine Hand gegen mich erhoben.
14 Da erhoben sie ihre Stimme und weinten noch {mehr}. Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter, Rut aber hängte sich an sie.
15 Da sagte sie: Siehe, deine Schwägerin ist zu ihrem Volk und zu ihrem Gott zurückgekehrt. Kehre {auch du} um, deiner Schwägerin nach!
16 Aber Rut sagte: Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, von dir weg[9]w. von hinter dir her umzukehren! Denn[10]o. Sondern wohin du gehst, {dahin} will {auch} ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe {auch} ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
17 Wo du stirbst, {da} will {auch} ich sterben, und dort will ich begraben werden. So soll mir der Herr tun und so hinzufügen – {nur} der Tod soll mich und dich scheiden.
18 Als sie nun sah, dass Rut[1]w. sie fest darauf bestand, mit ihr zu gehen, da ließ sie ab, ihr zuzureden.
19 So gingen die beiden, bis sie nach Bethlehem kamen. Und es geschah, als sie in Bethlehem ankamen, da geriet die ganze Stadt ihretwegen in Bewegung, und die Frauen[1]w. sie sagten: Ist das Noomi?
20 Sie aber sagte zu ihnen: Nennt mich nicht Noomi[2]d. h. Wonne, o. Lieblichkeit, nennt mich Mara[3]d. h. Bittere, o. Betrübte! Denn der Allmächtige hat mir sehr bitteres {Leid} zugefügt[4]o. hat mich sehr bitter gemacht.
21 Voll bin ich gegangen, und leer hat mich der Herr zurückkehren lassen. Warum nennt ihr mich Noomi, da der Herr gegen mich ausgesagt und der Allmächtige mir Böses getan hat?
22 So kehrte Noomi zurück und mit ihr die Moabiterin Rut, ihre Schwiegertochter, die aus dem Gebiet[5]w. von den Feldern von Moab heimgekehrt war. Sie kamen nach Bethlehem zu Beginn der Gerstenernte.
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Gute Nachricht Bibel
Gute Nachricht Bibel 2018
Rut lässt ihre Schwiegermutter nicht im Stich
1 Es war die Zeit, als das Volk Israel noch von Richtern geführt wurde. Weil im Land eine Hungersnot herrschte, verließ ein Mann aus Betlehem im Gebiet von Juda seine Heimatstadt und suchte mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen Zuflucht im Land Moab.
2 Der Mann hieß Elimelech, die Frau Noomi; die Söhne waren Machlon und Kiljon. Die Familie gehörte zur Sippe Efrat, die in Betlehem in Juda lebte. Während sie im Land Moab waren,
3 starb Elimelech und Noomi blieb mit ihren beiden Söhnen allein zurück.
4 Die Söhne heirateten zwei moabitische Frauen, Orpa und Rut. Aber zehn Jahre später starben auch Machlon und Kiljon,
5 und ihre Mutter Noomi war nun ganz allein, ohne Mann und ohne Kinder.
6-7 Als sie erfuhr, dass der HERR seinem Volk geholfen hatte und es in Juda wieder zu essen gab, entschloss sie sich, das Land Moab zu verlassen und nach Juda zurückzukehren. Ihre Schwiegertöchter gingen mit.
8 Unterwegs sagte sie zu den beiden: »Kehrt wieder um! Geht zurück, jede ins Haus ihrer Mutter! Der HERR vergelte euch alles Gute, das ihr an den Verstorbenen und an mir getan habt.
9 Er gebe euch wieder einen Mann und lasse euch ein neues Zuhause finden.« Noomi küsste die beiden zum Abschied. Doch sie weinten
10 und sagten zu ihr: »Wir verlassen dich nicht! Wir gehen mit dir zu deinem Volk.«
11 Noomi wehrte ab: »Kehrt doch um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Habe ich etwa noch Söhne zu erwarten, die eure Männer werden könnten?
12 Geht, meine Töchter, kehrt um! Ich bin zu alt, um noch einmal zu heiraten. Und selbst wenn es möglich wäre und ich es noch heute tun würde und dann Söhne zur Welt brächte –
13 wolltet ihr etwa warten, bis sie groß geworden sind? Wolltet ihr so lange allein bleiben und auf einen Mann warten? Nein, meine Töchter! Ich kann euch nicht zumuten, dass ihr das bittere Schicksal teilt, das der HERR mir bereitet hat.«
14 Da weinten Rut und Orpa noch mehr. Orpa küsste ihre Schwiegermutter und nahm Abschied; aber Rut blieb bei ihr.
15 Noomi redete ihr zu: »Du siehst, deine Schwägerin ist zu ihrem Volk und zu ihrem Gott zurückgegangen. Mach es wie sie, geh ihr nach!«
16 Aber Rut antwortete: »Dränge mich nicht, dich zu verlassen. Ich kehre nicht um, ich lasse dich nicht allein. Wohin du gehst, dorthin gehe ich auch; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.
17 Wo du stirbst, da will auch ich sterben; dort will ich begraben werden. Der Zorn des HERRN soll mich treffen, wenn ich nicht Wort halte: Nur der Tod kann mich von dir trennen!«
Ankunft in Betlehem
18 Als Noomi sah, dass Rut so fest entschlossen war, gab sie es auf, sie zur Heimkehr zu überreden.
19 So gingen die beiden miteinander bis nach Betlehem. Als sie dort ankamen, sprach es sich sofort in der ganzen Stadt herum und die Frauen riefen: »Ist das nicht Noomi?«
20 »Nennt mich nicht mehr Noomi«, sagte sie, »nennt mich Mara; denn Gott, der Gewaltige, hat mir ein sehr bitteres Schicksal bereitet.
21 Mit meinem Mann und mit zwei Söhnen bin ich von hier weggezogen; arm und ohne Beschützer lässt der HERR mich heimkehren. Warum nennt ihr mich noch Noomi? Der HERR, der Gewaltige, hat sich gegen mich gewandt und mich ins Elend gestürzt.«
22 So war Noomi mit ihrer moabitischen Schwiegertochter Rut wieder nach Betlehem zurückgekehrt. Dort hatte gerade die Gerstenernte begonnen.
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart