Christliche Werte sind die Grundlage unserer Gesellschaft. Doch was sind sie genau und wie wichtig sind sie heute noch?
Christliche Werte haben unsere Gesellschaft geformt, oft stärker, als uns im Alltag bewusst ist. Vieles von dem, was wir als selbstverständlich betrachten, hat seine Wurzeln im christlichen Glauben.
Unser Grundgesetz beginnt mit dem Satz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dieser Grundsatz basiert auf dem christlichen Menschenbild: Der Mensch ist nicht wertvoll, weil er nützlich ist. Er ist wertvoll, weil er von Gott geschaffen ist.
Auch unser Rechtssystem trägt christliche Handschrift. Die Verbote zu töten, zu stehlen oder falsch auszusagen, finden sich in den Zehn Geboten aus der Bibel. Selbst der freie Sonntag geht auf das biblische Prinzip des Sabbats zurück.
Und das Gebot der Nächstenliebe hat Institutionen hervorgebracht, die bis heute wichtige Träger unserer Sozialsysteme sind. Diakonie und Caritas wurden aus dem christlichen Glauben heraus gegründet und gehören heute zu den größten sozialen Trägern Deutschlands.
Was sind christliche Werte?
| Definition Werte: Werte sind innere Überzeugungen, die als erstrebenswert und moralisch gut angesehen werden und bestimmen, was einem Menschen wichtig ist und wie er handelt. |
Christliche Werte sind Grundsätze und Haltungen, die sich aus der Bibel und dem Leben Jesu Christi ableiten.
Sie geben Orientierung, wie Menschen mit Gott, ihren Mitmenschen und sich selbst umgehen sollen. Im Mittelpunkt steht das Gebot der Liebe: Gott zu lieben und den Nächsten wie sich selbst.
Im Kern geht es um ein Leben, das nicht nur um das eigene Ich kreist. Christliche Werte erinnern daran: Der andere Mensch ist nicht nur Konkurrent, Störung, Problem, Meinungsträger oder Mittel zum Zweck. Er ist auch ein Mensch und hat deswegen die gleiche Würde wie ich.
Die Bibel macht deutlich: Jeder Mensch besitzt Würde, weil er von Gott geschaffen ist. Aus dieser Würde entsteht ein respektvoller und verantwortungsvoller Umgang miteinander.
Christliche Werte bieten somit Leitplanken für ein Leben, das aktiv das Wohl der Gemeinschaft sucht.
Zu christlichen Werten gehören unter anderem:
- Liebe
- Freude
- Friedfertigkeit
- Geduld
- Freundlichkeit
- Güte
- Treue
- Sanftmut
- Selbstbeherrschung
- Barmherzigkeit
Zu den Erklärungen der einzelnen Werte mit Alltagsbeispielen
Christliche Werte in der Bibel
In der Bibel gibt es nicht die eine Bibelstelle, die uns konkret sagt: Das sind alle christlichen Werte, die einen guten Christen auszeichnen. Aber wenn wir die Bibel lesen, ergibt sich ein Bild, welche Eigenschaften wir anstreben sollten. Das größte Vorbild ist dabei Jesus Christus. Doch auch in anderen Bibelstellen finden wir Leitplanken für das Leben in Jesu Nachfolge.
📌 Übersicht wichtiger Bibelstellen
- Die Zehn Gebote: Grundregeln für das Zusammenleben ➔ 2. Mose 20 (Exodus 20)
- Die Bergpredigt: Impulse für ein Leben nach Jesu Vorbild ➔ Matthäus 5–7
- Das Gebot der Liebe: Liebe als Grundlage allen Handelns ➔ Matthäus 22,37–39
- Die Früchte des Geistes: Charaktereigenschaften, die im Glauben wachsen ➔ Galater 5,22–23
Die Zehn Gebote
Nach dem Auszug aus Ägypten gab Gott seinem Volk Israel die Zehn Gebote. Diese finden sich in der Bibel in Exodus 20 und beinhalten grundlegende Regeln, damit das Zusammenleben gelingt. Sie schützen Leben, Wahrheit, Beziehungen und Eigentum.
Die Gebote machen deutlich, dass Menschen einander nicht verletzen, belügen oder ausnutzen sollen.
Bis heute prägen die Zehn Gebote viele Vorstellungen von Gerechtigkeit, Respekt und Verantwortung im gesellschaftlichen Zusammenleben.
Die Bergpredigt
Die Bergpredigt ist eine der bekanntesten Reden von Jesus im Neuen Testament. Er hielt sie vor einer großen Menschenmenge unter freiem Himmel auf einem Berg. In der Bergpredigt (Matthäus 5–7) beschreibt Jesus eine neue Perspektive auf Leben und Glauben. Die Seligpreisungen stellen Barmherzigkeit, Frieden, Demut und Gerechtigkeit in den Mittelpunkt.
Jesus macht deutlich, dass wahre Größe nicht von Macht oder Erfolg abhängt. Entscheidend ist vielmehr, wie Menschen miteinander umgehen und wie sie Verantwortung füreinander übernehmen.
Das höchste Gebot: Liebe zu Gott und zum Nächsten
Jesus fasst das Gesetz zusammen:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben … und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Matthäus 22,37–39)
Damit wird Liebe zum zentralen Maßstab christlicher Ethik. Dieses Gebot zeigt, dass christlicher Glaube nicht nur eine Beziehung zu Gott beschreibt, sondern sich immer auch im Alltag gegenüber anderen Menschen bewährt – in Worten, Entscheidungen und Handlungen.
Die Früchte des Geistes
Eine der biblischen Grundlagen für christliche Werte steht im Galaterbrief. Paulus schreibt dort:
“Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22–23)
Nach christlichem Verständnis meint der Geist den Heiligen Geist. Er wird als die unsichtbare Gegenwart, Liebe und Kraft Gottes beschrieben, die im Inneren eines Menschen einzieht und dort wirkt.
Paulus spricht von der „Frucht des Geistes“. Das ist wichtig. Eine Frucht entsteht nicht durch Druck, sondern durch Wachstum. Niemand stellt sich unter einen Apfelbaum und schreit: „Jetzt mach endlich Äpfel!“ Frucht braucht Wurzeln, Zeit, Licht, Pflege und Leben.
Diese Eigenschaften entstehen nicht über Nacht, sondern entwickeln sich im Alltag. So wird sichtbar, wie Glaube das Denken und Handeln eines Menschen prägt.
Christliche Werte im Alltag
Christliche Werte bekommen genau dann ihren Wert, wenn man nicht nur über sie redet, sondern sie lebt. Man kann viel von Liebe reden und trotzdem lieblos sein. Man kann Frieden beschwören und Konflikten ausweichen. Man kann Wahrheit fordern und selbst mit Halbwahrheiten arbeiten. Man kann christliche Werte verteidigen und zugleich Menschen verachten.
Nimm dir vor, heute einen Menschen bewusst wahrzunehmen, den du sonst übersiehst. Schreib eine Nachricht, die Frieden stiftet. Halte eine verletzende Bemerkung zurück. Entschuldige dich ohne das berühmte „Aber“. Sei freundlich zu jemandem, der dir nichts bringt. Lass eine wütende Nachricht eine Nacht liegen. Bitte Gott um Geduld mit einem Menschen, der dich herausfordert.
Du musst nicht mit einer großen Lebensreform anfangen. Beginne klein.
Christliche Werte wachsen durch Übung. Nicht immer erfolgreich. Aber Schritt für Schritt.
Liebe: Mehr als ein Gefühl
- Der Kern: Liebe steht im Zentrum des christlichen Glaubens. Jesus fasst das wichtigste Gebot so zusammen: Gott lieben und den Nächsten wie sich selbst (Lukas 10,27). Liebe fragt nicht zuerst: „Was bringt mir das?“, sondern: „Was tut dem anderen Menschen gut?“
- Das Missverständnis: Christliche Liebe ist keine bloße Sympathie oder ein flüchtiges Wohlgefühl. Sie ist eine bewusste Haltung, anderen mit Respekt und Mitgefühl zu begegnen, gerade dann, wenn es schwerfällt.
- Im Alltag: Wenn in einer Chatgruppe über jemanden gelästert wird, bedeutet Liebe, nicht mitzulachen, sondern mutig zu schreiben: „Das ist uncool. Lasst uns über etwas anderes reden.“
Freude: Mehr als gute Laune
- Der Kern: Christliche Freude kommt aus der Gewissheit, dass Gott da ist, auch wenn nicht alles gut ist.
- Das Missverständnis: Es geht hier nicht um eine künstliche Dauerfröhlichkeit oder das Verdrängen von Problemen. Freude kann man nicht befehlen. Wenn jemand traurig ist und man sagt: „Jetzt freu Dich halt“, hilft das ungefähr so sehr wie ein Apfel gegen Depression. Die christliche Freude entspringt den festen Glauben an einen guten Gott.
- Im Alltag: Diese Freude zeigt sich bei Menschen, die trotz schwieriger Situationen Hoffnung bewahren. Es bedeutet, ich freue mich und bin zuversichtlich, auch wenn die Umstände gerade alles andere als gut für mich sind.
Friede: Mehr als kein Streit
- Der Kern: Jesus sagt in der Bergpredigt: „Selig sind, die Frieden stiften.“ (Matthäus 5,9). Friede steht für Versöhnung, Ehrlichkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit Konflikten. Frieden entsteht dort, wo Menschen bereit sind zuzuhören, zu vergeben und Verantwortung füreinander zu übernehmen.
- Das Missverständnis: Friede ist kein feiges Schweigen oder das „Teppich-Kehren“ von Problemen. Wer nur Konflikten ausweicht, sorgt nur oberflächlich für Ruhe, während es darunter weiterbrodelt.
- Im Alltag: Wenn dich jemand verletzt hat, schluckst du den Frust nicht einfach hinunter. Friede bedeutet, aktiv und ohne Groll auf die Person zuzugehen und Versöhnung anzustreben.
Geduld: Gottes Zeitplan vertrauen
- Der Kern: Geduld bedeutet, ich kann es akzeptieren, wenn etwas nicht in dem Tempo geht, wie ich es gerne hätte. Ich vertraue Gottes Zeitplan und ich gebe Menschen, Situationen und auch mir selbst Zeit zum Wachsen.
- Das Missverständnis: Geduld ist kein passives, frustriertes Erleiden oder resigniertes Aufgeben. Sie ist ein aktives, vertrauensvolles und standhaftes Warten.
- Im Alltag: Du steckst in einer zähen Lebensphase (z. B. Jobsuche) und kassierst eine Absage nach der anderen. Geduld bedeutet hier, die Situation auszuhalten und darauf zu vertrauen, dass Gott einen Plan hat.
Freundlichkeit: Lächeln statt schimpfen
- Der Kern: Freundlichkeit begegnet dem Nächsten mit einem grundlegenden Wohlwollen. Sie drückt sich in kleinen, respektvollen Gesten aus , selbst unter Stress oder Zeitdruck.
- Das Missverständnis: Sie ist keine rein strategische Höflichkeit oder aufgesetzte Freundlichkeit, um eigene Ziele zu erreichen. Christliche Freundlichkeit ist absolut zweckfrei.
- Im Alltag: Du schenkst dem notorisch wortkargen Nachbarn ein ehrliches „Guten Morgen“ oder behandelst die völlig gestresste Arzthelferin in der Praxis bewusst wertschätzend und geduldig.
Güte: Mehr tun als das Minimum
- Der Kern: Güte als christlicher Wert zeigt sich dort, wo Menschen bereit sind, bewusst Gutes zu tun, auch dann, wenn sie nichts dafür zurückbekommen. Wer gütig ist, zeigt Mitgefühl und Empathie und schaut nicht nur zu. Er bemüht sich aktiv, seinem Gegenüber zu helfen und ist auch bereit, dafür ein Opfer zu bringen.
- Das Missverständnis: Güte ist kein mitleidiges „Zusehen“ oder bloßes Bedauern. Sie wechselt vom reinen Mitgefühl direkt in den Handlungsmodus.
- Im Alltag: Der Partner kommt extrem gereizt und schroff nach Hause. Statt verletzt zurückzuschießen, machst du ihm stillschweigend einen Tee, setzt dich dazu und sagst: „Ich bin da. Du musst nichts erklären.“
Treue: Verlässlich bleiben, wenn es unbequem wird
- Der Kern: Treue bedeutet Verlässlichkeit. Ein gegebenes Wort hat Gewicht. Eine Beziehung wird nicht sofort weggeworfen. Eine Verantwortung gilt nicht nur, solange sie angenehm ist.
- Das Missverständnis: Treue betrifft nicht nur die romantische Paarbeziehung. Sie ist eine Lebenseinstellung gegenüber Aufgaben, Versprechen, dem eigenen Glauben und Mitmenschen.
- Im Alltag: Du bleibst für einen Freund da, wenn er gerade keine unterhaltsame Gesellschaft ist, sondern dringend Hilfe braucht, oder du ziehst dich im Beruf bei Problemen nicht elegant aus der Affäre.
Sanftmut: Stärke ohne Härte
- Der Kern: Sanftmut ist die bewusste Entscheidung, die eigene Macht, Überlegenheit oder messerscharfe Worte nicht zu missbrauchen, um andere zu verletzen, obwohl man es problemlos könnte.
- Das Missverständnis: Sanftmut ist keine Schwäche, Feigheit oder Harmlosigkeit. Jesus war sanftmütig, hat aber dennoch Missstände glasklar kritisiert, ohne die Menschen dabei als Person zu entwerten.
- Im Alltag: Du hättest online die perfekten Argumente parat, um jemanden in einer Diskussion öffentlich vorzuführen. Sanftmut bedeutet: Du kritisierst sachlich, entscheidest dich aber bewusst dagegen, die Person zu demütigen.
Selbstbeherrschung: Nicht jedem Impuls folgen
- Der Kern: Selbstbeherrschung ist die Fähigkeit, nicht unreflektiert auf jeden inneren Reiz oder jede Emotion (wie Wut, Neid, Kränkung) zu reagieren, sondern besonnen und frei zu handeln.
- Das Missverständnis: Sie ist kein spießiger Feind des Spaßes oder der Lebensfreude, sondern deren Voraussetzung. Wer sich nicht selbst beherrscht, wird zum Sklaven seiner eigenen Impulse.
- Im Alltag: Ein Kollege kritisiert dich in einer großen Besprechung ungerechtfertigt. Statt sofort emotional zurückzuschießen, atmest du kurz durch und sagst ruhig: „Das sehe ich anders. Lass uns das nachher unter vier Augen besprechen.“
Barmherzigkeit: Mitgefühl in Aktion
- Der Kern: Barmherzigkeit bedeutet, das Leid oder die Fehler des anderen an sich heranzulassen, auf das Recht zur Vergeltung zu verzichten und stattdessen helfend einzugreifen. Jesus selbst sagt: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (Lukas 6,36).
- Das Missverständnis: Barmherzigkeit ist kein naives Gutheißen von Fehlern. Sie sieht das Unrecht oder das Problem, entscheidet sich aber bewusst für die Gnade.
- Im Alltag: Ein Kollege baut bei einem wichtigen Projekt einen schweren Fehler. Statt ihn beim Chef anzuschwärzen oder auflaufen zu lassen, siehst du seine Überforderung und hilfst ihm stillschweigend, den Fehler zu korrigieren.
Christliche Werte in verschiedenen Lebensbereichen
Christliche Werte in der Familie
Gerade in der Familie neigen wir dazu, am wenigsten geduldig und emotioaler zu sein, weil wir uns dort am sichersten fühlen.
Wenn dein Kind zum dritten Mal die gleiche Frage stellt, oder dein Partner nach einem langen Tag knapp antwortet, entscheidet sich in genau diesem Moment, ob Liebe nur ein Wort ist oder gelebte Praxis. Es bedeutet, zuzuhören statt zu unterbrechen. Nachzugeben, wo es nicht um Prinzipien geht. Sich zu entschuldigen, auch wenn man eigentlich recht hatte, weil die Beziehung wichtiger ist als der Sieg im Streit.
Auch die Bibel betont die Bedeutung von Vergebung im Miteinander:
„Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ (Kolosser 3,13)
Christliche Werte im Berufsleben
Im Berufsleben bedeutet christlicher Glaube nicht, den eigenen Vorteil zu suchen, sondern ihn dem fairen Umgang miteinander unterzuordnen.
Das zeigt sich, wenn du einen Fehler machst und ihn offen ansprichst, statt ihn zu vertuschen oder jemand anderem zuzuschieben. Es zeigt sich, wenn du bei einer Beförderung übergangen wirst und trotzdem fair mit der Kollegin bleibst, die den Job bekommen hat. Es zeigt sich, wenn ein Kollege dich ungerechtfertigt anfährt, du aber respektvoll bleibst und nicht in den den Angriffsmodus wechselst.
Ehrlichkeit, Verantwortung und Fairness prägen den Umgang miteinander und tragen zu einem respektvollen Arbeitsklima bei, gerade dann, wenn niemand zusieht.
Christliche Werte in der Gesellschaft
Christliche Werte erinnern daran, dass jeder Mensch Würde besitzt, unabhängig von Leistung, Herkunft oder sozialem Status.
Das bedeutet, dem Obdachlosen vor dem Supermarkt nicht nur Kleingeld, sondern auch einen Blick und ein „Guten Tag“ zu schenken. Es bedeutet, in der Diskussion über Geflüchtete oder Arbeitslose nicht zuerst nach Leistung zu fragen, sondern nach dem Menschen dahinter. Es bedeutet, in Online-Diskussionen nicht über Menschen zu urteilen, die du nie getroffen hast.
Gerade in einer leistungsorientierten Gesellschaft setzen christliche Werte ein bewusstes Gegenzeichen und laden dazu ein, den Menschen hinter seiner Leistung zu sehen.
Wie Eltern christliche Werte an Kinder weitergeben können
Kinder lernen Werte vor allem durch Vorbilder im Alltag. Nicht Worte allein prägen sie, sondern das, was sie täglich erleben und beobachten. Du kannst deinem Kind erklären, dass es geduldig, sanftmütig oder freundlich sein soll, doch es lernt es am besten und nachhaltigsten, wenn es diese Eigenschaften bei seinen Eltern beobachtet.
Die Bibel bringt diesen Gedanken sehr klar zum Ausdruck:
„Gewöhne den Knaben an den Weg, den er gehen soll, so wird er nicht davon weichen, wenn er alt wird!“ (Sprüche 22,6)
Wichtig sind dabei besonders:
- ehrlicher und offener Umgang miteinander
- gelebte Vergebung nach Konflikten
- gemeinsames Gebet oder spirituelle Rituale im Alltag
- respektvolle und liebevolle Kommunikation
So entsteht ein Umfeld, in dem Kinder erleben können, was christliche Werte konkret bedeuten.
Impulse zu christlichen Werten aus der Bibel TV Mediathek
Zu Gast bei Uwe Heimowski: Marie-Luise Dött
Bügeleisen und Bibel – Maschinenbauer mit weltweitem Verantwortungsgefühl
Recht sprechen – versöhnt leben
Was macht einen “guten” Christen aus?
Wenn du ungeduldig bist, wenn du zornig bist, wenn du hartherzig bist, heißt das dann, dass du kein guter Christ bist?
Die Antwort ist klar: Nein. Es heißt, dass du ein Mensch mit Fehlern bist.
Ein guter Christ ist kein perfekter Mensch, sondern jemand, der im Alltag mit Gott lebt und seinen Glauben Schritt für Schritt umsetzt. Es geht nicht darum, fehlerfrei zu sein, sondern darum, in Beziehung zu Gott zu bleiben und sich immer wieder neu ausrichten zu lassen.
Dazu gehört:
- Gott zu vertrauen
- Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen
- anderen Menschen mit Respekt und Geduld zu begegnen
- und nach Fehlern neu anzufangen
Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern eine Haltung von Vertrauen, Demut und Veränderungsbereitschaft. Christsein bedeutet deshalb vor allem: unterwegs zu bleiben und im Alltag zu wachsen.
Gebet um christliche Werte
Wenn du merkst, dass christliche Werte in deinem Alltag mehr Raum bekommen sollen, kannst du Gott genau darum bitten. Nicht kompliziert. Nicht perfekt formuliert. Einfach ehrlich.
Schon der Kirchenlehrer und Diakon Ephräm der Syrer, der im 4. Jahrhundert lebte, hat in einem bekannten Gebet darum gebeten, dass Gott sein Herz verändert:
Herr und Gebieter meines Lebens,
den Geist des Müßiggangs, des Kleinmuts, der Herrschsucht und der Geschwätzigkeit gib mir nicht.
Den Geist der Lauterkeit, Demut, Geduld und Liebe aber verleihe mir, Deinem Diener.
Ja, Herr und König, lass mich meine eigenen Sünden erkennen und nicht meinen Bruder und meine Schwester verurteilen.
Denn gepriesen bist Du in alle Ewigkeit.
Amen.
Du kannst auch deine eigenen Worte nehmen, sprich einfach drauf los. Nur Mut!
Sind christliche Werte heute noch relevant?
Christliche Werte bleiben aktuell, weil sie grundlegende Fragen des Zusammenlebens betreffen: Würde, Gerechtigkeit, Frieden und Verantwortung.
Gerade in einer Zeit, die von Unsicherheit, schnellen Urteilen und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist, bieten sie Orientierung im Umgang miteinander.
Im Kern geht es dabei nicht um ein abstraktes Ideal, sondern um gelebte Haltung:
Wie sprichst Du über andere Menschen?
Wie gehst Du mit Konflikten um?
Und wo kannst Du im Alltag bewusster handeln, statt nur zu reagieren?
Das ist nicht spektakulär. Es wird selten beklatscht. Aber genau dort werden christliche Werte sichtbar. Sie sind kein Schmuck für fromme Worte. Sie sind ein Weg. Ein Weg, auf dem Menschen menschlicher werden können, weil sie sich von Gott verändern lassen.
Beginne jetzt damit. In deinem Alltag. In deinem nächsten Satz. In deiner nächsten Entscheidung!
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