Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer, hast du dich schon mal übersehen gefühlt? So geht es Hagar. Sie ist von ihrer Herrin Sarai weggelaufen, weil sie deren schlechte Behandlung einfach nicht mehr ausgehalten hat. Lieber setzt sie sich den Gefahren, als Frau alleine in der Wüste zu sein, aus. Wie schnell können wir in solche verzweifelte Situationen kommen, wo wir den Eindruck haben, niemand sieht uns, niemand versteht uns, und dann sind wir ganz allein.
Mitten in ihrer größten Verzweiflung wird Hagar zur ersten Frau in der Bibel, die Gott durch seinen Boten persönlich anspricht.
Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: „Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn gebären. Dessen Name sollst du Ismael nennen, denn der Herr hat dein Elend erhört."
Hagar bleibt in ihrer schwierigen Situation, aber es verändert sich alles. Ihr Wert liegt nicht mehr darin, wie sie von ihrer Herrin behandelt wird, sondern darin, dass Gott sie sieht und bei ihr ist. Er hat ihr eine Verheißung gegeben, ein Versprechen, eine Hoffnung. Und sie erkennt einen Wesenszug Gottes:
„Du bist ein Gott, der mich sieht."
Und das Gleiche gilt auch für dich. In welchen Lebensumständen du auch bist, Gott sieht dich. Er ist bei dir. Er ist ein Gott, der eingreift und der deine Situation verändert, damals wie heute.
Und ich möchte dich einladen, dies in dem beginnenden Jahr immer wieder auszuprobieren. Wenn du dich verzweifelt, wenn du dich übersehen, wenn du dich einsam fühlst, denk dran, Gott ist bei dir. Sprich zu ihm und erlebe, wie er da ist und deine Situation verändert. Du bist ein Gott, der mich sieht.