Warum ich?
Alles läuft schief und Du fragst Dich: Warum ich? Im Impuls zum Vers aus den Klageliedern 3,22-23 erfährst Du, wie Gott Dir in schweren Zeiten begegnet.
Transkript
An manchen Stellen feiert die aktuelle Luther Bibel vielleicht ein bisschen zu sehr seine damalige Sprache.
Zum Beispiel Klagelieder drei:
„Die Güte des Herrn ist's, dass wir nicht gar aus sind. Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle morgen neu und deine Treue ist groß."
Gar aus, jemand den gar aus machen. Ich vermute, Martin Luther selbst hätte heute diesem alten Wort „Gar aus", so schön es sich anhört, den gar ausgemacht, weil er wollte, dass jeder sofort Gottes Wort versteht, so wie es in der guten Nachrichtbibel verständlich heißt:
„Von Gottes Güte kommt es, dass wir noch leben. Sein Erbarmen ist noch nicht zu Ende. Seine Liebe ist jeden Morgen neu und seine Treue unfassbar groß."
Um was geht es hier? Der Schreiber der Klagelieder ist verzweifelt. Er wirft Gott direkt vor, dass es ihm schlecht geht. Gott würde ihn schlecht behandeln. Kennst du das? Warum ich? Den anderen geht es viel besser. Gott, warum tust du mir das an? Du kümmerst dich gar nicht mich.
Aber auch wenn er mehr klagt, als ich mich das je trauen würde, zweifelt er nicht daran, dass es Gott gibt. Und während er klagt, wird ihm bewusst, wie gut Gott ist und was er ihm eigentlich verdankt.
Ja, eigentlich verdanken wir Gott alles. Von Gottes Güte kommt es, dass wir noch leben. Sein Erbarmen ist noch nicht zu Ende. Seine Liebe ist jeden Morgen neu und seine Treue unfassbar groß. Indem ich, indem du, indem wir im Gebet Gott unseren Frust, unseren Schmerz bringen, indirekt klagen, verändert er uns. Er beschenkt uns und wir kommen in die Dankbarkeit. Seine Liebe ist jeden Morgen neu. Wir dürfen immer wieder neu mit ihm anfangen. Seine Treue unfassbar groß. Und das zu erleben, das wünsche ich dir.
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