Was tun mit Flüchtlingen?
Ein Thema, das die Gemüter erhitzt: „Du sollst den Fremden nicht unterdrücken". Ein Impuls von Matthias Brender zum Spannungsfeld zwischen Fördern und Fordern.
Transkript
Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollte ihn nicht unterdrücken. Das steht im dritten Buch Mose, Kapitel neunzehn, und zieht sich dann durch die ganze Bibel durch.
Nimm den Fremden auf in dein Haus, lass ihn bei dir wohnen und versorge ihn gut.
Auch die Menschen vom Volk Gottes müssen immer wieder als Ausländer in anderen Ländern leben. Zwei besonders schlimme Zeiten: Die Sklavenzeit in Ägypten, lange unterdrückt. Und dann die Verschleppung aus Jerusalem nach Babylon. Gastfreundschaft und gut zu den Fremden zu sein, ist Gott und damit auch für uns als seine Leute ganz wichtig.
Bei uns dachte ich immer, werden keine Fremden unterdrückt. Im Gegenteil, wir haben so viele Geflüchtete bei uns aufgenommen. So viele, dass manche sagen, es ist zu viel. Die aus der Ukraine, die können doch mehr arbeiten oder wieder zurückgehen und dort helfen. Oder die Syrer können doch langsam auch wieder zu Hause mithelfen, das Land aufzubauen. Haben wir ja hier in Deutschland nach dem Krieg auch gemacht. Ja, es braucht gute Gesetze und Abwägungen und die Gesetze müssen auch durchgesetzt werden.
Und gleichzeitig spüre ich manchmal bei mir die Angst, selbst zu kurz zu kommen. Eine diffuse Abneigung gegen das Fremde. Der nimmt mir was weg. Was wollen die hier? Was ist das? Das kenne ich nicht.
Jesus hat bei der Speisung der fünftausend gezeigt, dass bei ihm genug für alle da ist. Und der Bibelvers heute sagt uns, Gott will nicht, dass wir Geflüchtete spüren lassen, dass sie nicht willkommen sind.
Eine Willkommenskultur ist gut, wobei die Bibel auch für klare Regeln und Pflichten ist, für Mitarbeit und Konsequenzen. Und in gewisser Weise sind wir alle als Jesus-Nachfolger hier auf dieser Erde überall in der Fremde und dankbar, hier nicht unterdrückt zu werden. Als Fremde gemeinsam unterwegs, denn wir haben hier keine bleibende Stadt und die Zukünftige suchen wir.
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