Die beiden Jünger kannten Jesus viel besser, als wir ihn hier auf der Erde je kennen werden, denn sie wussten, wie er wirklich aussieht. Und nicht nur das, sie wussten auch, wie Jesus riecht, wie er schnarcht. Und sie wussten noch viel mehr über ihn, so wie es zwangsläufig ist, wenn eine Gruppe von Menschen viele Monate ohne Einzelzimmer, ohne Duschkabinen, ohne WC-Häuschen zusammen unterwegs ist. Das macht diesen Fall umso rätselhafter.
Als Jesus gerade am Kreuz gestorben war, dachten sie traurig an ihn. Sie redeten ständig über Jesus. Aber gerade dann, als sie ihn am meisten vermissten, erkannten sie nicht, als Jesus stundenlang mit ihnen durch die Steinwüste wanderte.
Kann es mir, kann es dir auch passieren, dass uns Gott begegnet, aber wir ihn nicht erkennen? Ich befürchte, das passiert ständig. Gott ist da, nur ich bin nicht da, weil ich wie die Emmausjünger zusammen mit mir und meine Vorstellungen von Gott beschäftigt bin. Und Gott hat uns mehr Sinne geschenkt, als schmecken, riechen, fühlen, hören, sehen. Er hat uns auch Sinne geschenkt, um ihn wahrzunehmen.
Und so merken die Emmausjünger, brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete?
Manchmal sind die wesentlichen Dinge fürs Auge unsichtbar. Und da möchte ich auch sensibler und offener werden für Gottes Anwesenheit, zu merken, wie Gott mir nachgeht, bei mir ist. Um das einzuüben, auf Gottes Anwesenheit zu achten, ist mir das Bibel-TV-Programm eine große Hilfe. Dort in den Geschichten ist Jesus etwas leichter zu erkennen, wenn Menschen von ihm erzählen, aber im Alltag ist Jesus noch viel mehr da. Und da feinfühlig zu sein, ihn wahrzunehmen, sodass wir überrascht, wie die Jünger feststellen können:
„Hey, Jesus ist mir nachgelaufen. Er ist da. Wir sind mit Jesus unterwegs."
Und das immer mehr zu erleben, das wünsche ich auch dir.