Habits of Joy
Die Sehnsucht nach echter Freude ist heute so hoch wie nie, erklärt Elias Glaeser. Aber warum ist das Glücklichsein so schwierig? Und spielte Freude im Leben von Jesus überhaupt eine Rolle? Fernab von positive Thinking, Affirmations oder Manifestieren hält die Bibel eine Anleitung für echte Freude bereit.
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Transkript
Glücklich sein ist wie cool sein. Je mehr du es versuchst, desto weniger bist du es. Wir leben in einer Gesellschaft, wo die Sehnsucht nach Freude, das Streben nach Glück so hoch ist wie noch nie. Kann ich ein Leben führen, das auf Freude gegründet ist? Und ich bin bei meiner Recherche echt auf ein paar unerwartete Sachen gestoßen und auf ein paar tiefe Sachen und die will ich heute mit euch teilen.
Erst mal ist es kein Zufall, dass jeder Marketingspruch direkt oder indirekt irgendwie dir Freude verspricht oder Glück verspricht, ne. Entweder deine Versicherung oder dein Rasierer, der sagt:
„Ab der siebten Klinge, da kommt die Freude rein.“
Alle versprechen dir Freude, weil die Marketingagenturen sind nicht doof. Die wissen genau, nach was wir uns sehnen. Die wissen's genau. Und wir leben in einer Gesellschaft, wo die Sehnsucht nach Freude, das Streben nach Glück so hoch ist wie noch nie. In etlichen Studien können wir nachlesen, dass die häufigste Antwort auf die Frage:
„Was ist dein Ziel im Leben?“
ist:
„Ich will einfach nur ein glückliches Leben leben. Ich will einfach nur glücklich sein.“
Hier sehen wir eine Langzeit-Einspacher-Studie von den Siebzigern bis Anfang 2000ern. Da war die Frage:
„Was ist dein Ziel im Leben?“
Die obersten zwei Punkte, die so nach oben gehen. Erster Punkt ist:
Ich will einfach ein glückliches Leben leben.
Der zweite ist:
Ich will mein Leben genießen.
Das ist ungefähr das Gleiche. Und die, die anderen zwei, die unteren, die eher nach unten gehen, ist:
Ich will anderen helfen, ich will eine bessere Gesellschaft bauen.
Und aktuellere Studien zeigen, dass dieser Trend nicht nachgelassen hat. Wir wollen einfach nur glücklich sein. Und das Interessante ist aber, dass in dem gleichen Zeitraum das tatsächliche Glück abgenommen hat. Also je, je mehr wir nach Glück streben, desto unwahrscheinlicher ist es, dass wir glücklich sind. Die Wissenschaft spricht hier vom Glücksparadoxon. Und das heißt, dass mein Lieblingssatz wissenschaftlich stimmt. Und zwar:
Glücklich sein ist wie cool sein. Je mehr du es versuchst, desto weniger bist du's.
Wissenschaftlich bewiesen. Also die Versprechen nach Glück und Zufriedenheit scheinen einfach nicht aufzugehen. Ist dieses Streben nach Glück in uns also was Falsches?
Wisst ihr was? Ich glaube, dass Jesus einer der freudevollsten Menschen der Welt war. Lukasevangelium, wir fangen ganz von Anfang an. Wir lesen das jetzt einfach Stück für Stück durch, die nächsten vierzig Minuten. Quatsch. Also wir fangen am Anfang an: Weihnachtsgeschichte. Da kommen aus Weihnachten, was passiert? Maria wird schwanger. Sie geht zu ihrer Cousine, die ebenfalls schwanger ist, Elisabeth, und begrüßt sie. Und dann lesen wir Folgendes:
„Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Denn siehe, sowie der Klang deines Grußes in mein Ohr drang, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib und glückselig ist, die geglaubt hat.“
Ihr Kind hüpfte vor Freude in ihrem Leib. So, es geht weiter. Jesus wird geboren. Was passiert? Ein Engel begegnet Hirten. Die erschrecken sich natürlich. Was sagt der Engel?
„Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch,“
was?
„große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll.“
Und wir lesen weiter. Wir lesen weiter, wie Jesus durch die Straßen geht und links und rechts Menschen heilt und befreit. Was für Stimmung war da auf den Straßen, wenn überall plötzlich Lahme gehen, Blinde sehen? Was war da für 'ne Stimmung? Freude. Und Jesus erzählt dann Gleichnisse von verlorenen Sachen, von verlorenen Söhnen und Schafen und Münzen. Und was passiert, wenn die wiedergefunden werden? Party und Freude. Dann schickt er seine Jünger aus und die kommen zu ihm zurück mit Freude. Lest mal die Evangelien mit dieser Freudensbrille und ihr werdet erstaunt sein. By the way, Evangelien, was bedeutet das? Frohe Botschaft. Wie krass muss ein Mensch sein, wie krass freudevoll, dass seine Biografie Frohe Botschaft heißt? Ist doch crazy.
Und das geht bis zum Schluss durch. Letzte, letzter, letztes Kapitel im Lukasevangelium, die letzten drei Verse. Jesus fährt in den Himmel auf. Und es steht Folgendes:
„Und es geschah, indem er sie segnete, schied er von ihnen und wurde aufgehoben in den Himmel. Und siehe, sie warfen sich anbetend vor ihm nieder und kehrten mit großer Freude nach Jerusalem zurück. Und sie waren alle Zeit im Tempel und priesen und lobten Gott. Amen.“
Letzter Vers, Lukasevangelium. Jesus war voller Freude. In Hebrä-in Hebräer steht, dass er mit Freudenöl gesalbt ist, mehr als seine Gefährten. Und nicht nur ist Jesus voller Freude, er will auch, dass wir voller Freude sind. Im Johannesevangelium spricht er zu seinen Jüngern über das Gebot der Liebe und dann sagt er Folgendes. Er sagt:
„Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen ist.“
Das bedeutet, Leute, dass diese Sehnsucht, die wir verspüren nach Freude in uns, nichts was ist, was kaputt ist. Ich glaube, das ist tief in uns eingepflanzt. Ich glaube, wir sind zur Freude geschaffen. Das Problem ist nur, wir suchen's am falschen Fleck, an den falschen Orten. Unsere Gesellschaft verwechselt Freude oft mit Glücksgefühlen und wir jagen dem nächsten Glück nach und dem nächsten Glück, aber es ist nicht nachhaltig. Das heißt, wir werden frustriert und dann suchen wir das nächste Glück und wir werden noch mal frustriert. Im christlichen Sinne ist Freude Mehr als ein Gefühl. Ist auch ein Gefühl, aber es ist mehr als ein Gefühl. Freude ist ein Zustand deines Herzens.
Der englische Schriftsteller G. K. Chesterton hat das Phänomen der Freude, finde ich, am besten analysiert. Er sagt Folgendes, er sagt:
„Freude ist das gigantische Geheimnis des Christen.“
Freude ist das, ist das gigantische Geheimnis des Christen. Was sagt er damit? Er sagt, der Normalzustand heutzutage ist, dass Menschen sich über kleine Oberflächlichkeiten freuen, aber traurig sind über die tiefen Fragen des Lebens. Er spricht von Menschen, die eher ein materialistisches Weltbild haben, nicht an Gott glauben. Er sagt, man freut sich über 'n Urlaub, über eine Beförderung, über ein schönes Erlebnis, über 'n Sonnenuntergang. Aber sobald man über die tiefen Fragen, die fundamentalen Fragen nachdenkt, bin ich geliebt, gibt es einen Sinn? Wie geht das hier alles weiter? Was passiert nach dem Tod? Dann überkommt einen eher das Gefühl von Verzweiflung und Ausweglosigkeit.
Ich versuch das mal bildlich darzustellen, was G. K. Chesterton meint. Er sagt, wenn wir nicht an einen Gott glauben, einen Gott der Freude und der Liebe, dann ist unser Fundament, unsere fundamentalen Fragen sind mit Schwere und mit Trauer besetzt. Und um den, um uns abzulenken von diesem tiefen Fundament der, der Trauer, suchen wir kleine Oberflächlichkeiten, hier ein schönes Erlebnis, da ein Abenteuer, die uns Glück bringen. Trauer ist gefährlich. Trauer fällt ins Nichts.
Und dann sagt G. K. Chesterton Folgendes. Er sagt, bei den Christen ist es genau andersrum. Während die Freude hier eine kleine Oberflächlichkeit ist, ist die Freude des Christen ein gigantisches Geheimnis. Das ist der Grund, auf dem wir stehen. Unser Fundament, die tiefen Fragen des Lebens sind mit Freude beantwortet. Wir sind geliebt. Wir sind gewollt. Es wird alles gut. Es gibt einen höheren Sinn und in diesem, in dieser Realität können wir uns freuen. Wir können schöne Erlebnisse haben, aber wenn wir mal trauern, fallen wir nicht ins Nichts. Und das ist eine radikal andere Art zu leben.
Hier leben wir in der Nacht. Es ist dunkel und wir sehnen uns nach diesen Lichtblitzen, wo wir kurz Helligkeit haben. Und noch dunklere Orte sind existenziell gefährlich. Hier leben wir am Tag. Der Grundzustand ist hell und wenn mal eine Wolke überzieht, eine Wolkendecke überzieht, dann kannst du gewiss sein, dass die Sonne über dieser Wolke trotzdem scheint und dass sie zurückkommt. Es ist fundamental anders und G. K. Chesterton sagt, dass wir für diese Realität geschaffen sind. Wir sind für Freude geschaffen.
Jetzt fragst du dich vielleicht, okay, was ist denn das für ein Fundament? Wie sieht das aus? Auf was für Fundament stehen wir denn grundsätzlich? Nicht, nicht hier die Bühne oder der Boden, sondern auf was für Fundamenten steht unser Herz? Was für Überzeugungen und Glaubenssätze? Oft wissen wir das ja gar nicht. Und da gibt's den, ähm, den, den Philosophen Michael Novak, amerikanischer Philosoph, und der sagt, dass es drei Ebenen von Überzeugungen und Glauben gibt. Drei Ebenen. Die erste Ebene ist der öffentliche Glaube. Das ist das, was du willst, dass andere denken, dass du glaubst. Also der, wie der Herodes, der den drei Königen sagt, äh, sagt mir, wo das Kind ist, damit ich es auch anbeten kann. Erste Ebene. Zweite Ebene ist der private Glaube. Das ist das, was du glaubst, dass du glaubst. Das ist Petrus, der sagt:
„Herr, ich geh mit dir bis in den Tod.“
Und dann kommt die Krisensituation. Petrus wird konfrontiert und in der Krisensituation kommt die dritte Ebene zum Vorschein, dein Herzensglaube. Und die These von Michael Novak ist, dass wir nie gegen unseren Herzensglauben handeln. Das ist die mentale Landkarte, in der du dich bewegst. Da kannst du dir noch was einreden, da kannst du noch was erzählen. Wenn's hart auf hart kommt, ist das dein Fundament, der Herzensglaube. Und jetzt die, die Transformation von hier nach hier passiert auf dieser Ebene, auf der Herzensebene. An dieser Ebene ist Jesus interessiert. Die meint er, wenn er sagt, ich will, dass eure Freude vollkommen ist.
Und von dem Fundament spricht Jesus die ganze Zeit. Seine ganze Botschaft will uns überzeugen, dass es eine andere Realität gibt, wo andere Prinzipien herrschen. Und er nennt diese Realität das Reich Gottes. Er will, dass unser Herzensglaube ein Fundament der Freude wird. Wie sieht diese Realität aus, dieses Reich Gottes? Was sind das für Wahrheiten, die hier stehen? Und ich will euch zwei davon kurz, kurz sagen. Es gibt viele Wahrheiten, die da stehen, aber zwei, die mich persönlich berühren.
Erste Wahrheit: Du bist wunderbar geschaffen. Du bist geliebt und gewollt und das Lächeln des Vaters strahlt über dir, was wir gerade gesungen haben. Das Lächeln des Vaters strahlt über dir und jeden Tag donnert seine Stimme über deinem Leben, die sagt:
„Das ist mein viel geliebtes Kind, an dem ich Wohlgefallen habe. Und nichts auf dieser Welt, weder Tod noch Leben, noch Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch Engel und Gewalten können uns trennen von seiner Liebe.“
Glaubst du das? Glaubst du das wirklich? Wisst ihr, das Fundament unserer Freude ist, dass Gott sich über uns freut, dass sein Gesicht aufleuchtet, wenn er uns sieht. Glaubst du das? Wie sähe deine Leben aus, wenn das zu einem tiefen Herzensglaube von dir will, von dir wird? Das ist die erste Wahrheit.
Die zweite. Und hier zitiere ich den amerikanischen Theologen Timothy Keller. Er sagt:
„Wenn Jesus wirklich auferstanden ist, wenn er wirklich aufgestanden ist, aus dem Grab hinausgegangen ist, wenn er wirklich mit Menschen begegnet ist, mit ihnen gesprochen hat, wenn Jesus wirklich den Tod überwunden hat, wisst ihr was? Dann wird alles gut. Dann wird alles gut. Egal, was für Sorgen du dir gerade machst, was für Ängste du gerade hast, wenn Jesus den Tod wirklich überwunden hat, dann wird alles gut. Denn wir haben im Christentum die einzigartige, wunderschöne Botschaft, dass Jesus alles neu macht. Es ist nicht die Botschaft, dass wir irgendwo auf 'nem Wölkchen Harfe spielen. Das ist nicht die christliche Botschaft. Die christliche Botschaft ist, dass der Herr diese Welt, diese Welt erneuert und aufrichtet und dass er jede Träne wieder abwischt.“
Glaubst du das? Leute, diese Wahrheiten, das ist der Boden. Das ist das Material, aus dem dieser Boden besteht. Wie oft geht es mir so, dass ich mir sage:
„Klar, ich bin Christ, ich glaube an Jesus“
und im nächsten Atemzug male ich mir die schlimmsten Westcase-Szenarien aus. Es ist so und es gibt diese berührende Story im Johannesevangelium, wo Jesus Lazarus von den Toten erweckt. Er geht nach Bethanien und die Schwester von Lazarus läuft ihm schon entgegen, Martha, und sie sagt:
„Herr, wärst du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben.“
Und Jesus sagt ihr, erwidert ein paar Verse weiter Folgendes. Er sagt:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“
Und jetzt kommt's. Dann sagt er:
„Glaubst du das?“
Ich glaube, Jesus begegnet uns immer wieder so. In unseren tiefsten Momenten nimmt er uns liebevoll an der Schulter, guckt uns in die Augen und sagt:
„Hey, ich bin die Auferstehung und das Leben. Ich habe das Böse überwunden. Du bist geliebt. Es wird alles gut. Glaubst du das?“
Als würde er unseren privaten Glauben runterschütteln in unser Herz. Jesus streckt immer wieder den Arm aus und will uns hochziehen, näher an dieser Realität. Er, er spricht von Umkehr. Er sagt:
„Metanoia.“
Was heißt Metanoia? Es ist ein tiefgreifender, transformativer Wandel unseres Wesens. Das ist, was Jesus will für uns. Er will unseren Herzensglauben verwandeln und uns hinauf, hochziehen, immer näher an das Reich Gottes.
Okay, wir werden praktisch. Wie sieht das aus? Ganz praktisch: Wie kommen wir von der zu der Realität? Weil ich glaube, oft verstehen wir Freude gar nicht so richtig. Wir denken, Freude ist irgendwie passiv. Wenn wir Glück haben, freuen wir uns. Passiert irgendwas Schönes, freuen wir uns. Oder Jesus sitzt oben in den Himmel und schmeißt ab und zu so eine Freudenbombe runter. Bub, Freude, Freude, Freude. Du gehst in den Gottesdienst, zack, Freude. Kommst du auf dem Meer, bum, Freude. Und wenn jetzt noch nicht, dann spätestens im zweiten Lobpreislied in der dritten Chorus, boom, Freude. Oder dann in der Bridge, wenn die Bridge das fünfte Mal wiederholt wird, dann kommt die richtige Freude. Und das ist schön, wenn das passiert. Das ist gut. Aber Jesus hat so viel mehr vor für uns.
Der amerikanische Pastor John McOmer hat mal gesagt:
„Jesus will nicht nur, dass wir Freude haben. Er will, dass wir zu freudevollen Personen werden.“
Und dieser Prozess von hier nach hier ist nicht passiv. Er ist aktiv. Wie oft steht in der Bibel:
„Freut euch. Freut euch.“
Imperativ. Wir sind aufgerufen, Freude zu kultivieren. Dieser Weg von da nach da, das ist, was Nachfolge ist. Das ist ein aktiver Weg und wir sind berufen zu Freude. Wir sind berufen, Freude zu kultivieren in unserem Herzen. Es ist nichts Passives. Es gibt geistliche Disziplinen, die wir in unser Leben integrieren können, um unser Herz an die Hand zu nehmen und immer mehr an diese Realität zu gewöhnen. Und diese geistliche Disziplin will ich jetzt mit euch durchgehen.
Drei habe ich für euch vorbereitet, beziehungsweise ich darf mich nicht mit fremden, äh, Federn schmücken. Das hat Paulus schon getan. Deswegen, äh, schauen wir jetzt kurz mal in den Philipper Brief. Philipper vier. Ist wie eine Anleitung zum Glücklichsein von Paulus geschrieben. Und das Lustige ist, ihr kennt, in der Bibel gibt es ja oft so Überschriften bei Kapiteln. In der Schlachter ist die Überschrift von diesem Kapitel, ähm, da steht: der Ansporn zum geistlichen Wandel. Das macht Paulus hier. Okay, wir fangen an. Was sagt Paulus?
Freut euch im Herrn allezeit. Abermals sage ich: Freut euch.
So, Paulus merkt schon, er muss es wiederholen. Freut euch allezeit. Da sagen wir: Paulus, danke. Ja, will ich. Ist gut. Wie? Wie geht das? Sagt er: Keine, keine Angst. Es kommt. Erster Punkt. Sagt:
Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.
Okay, erster Punkt: Sorgt euch um nichts, sondern bringt alles vor Gott. Wisst ihr, was unser Problem ist oft als Menschen? Wir leiden unter Kontrollillusion. Was heißt das? Das heißt, dass wir die Tendenz haben, unseren eigenen Einfluss auf bestimmte Ereignisse ganz weit zu überschätzen. Vor allem, wenn es Sachen angeht wie, äh, zukünftige Ereignisse oder wie andere Personen sich verhand– verhal-verhalten oder sogar die Gesundheit. Da haben wir einen begrenzten Einflussbereich und trotzdem lieben wir es, uns Sorgen zu machen über diese Sachen. Unser, unser Bewusstsein nutzt Sorgen manchmal als so eine Art Pseudokontrolle. Wir denken:
Oh, wenn ich mir, wenn ich mir Sorgen mache, dann bereite ich mich irgendwie drauf vor. Dann, dann, dann, dann werden die negativen Effekte nicht so, nicht so stark oder das Leiden nicht so stark.
Und das ist alles, das stimmt nicht. Das stimmt einfach nicht. Paulus sagt: Hör auf damit. Sorg dich um nichts. Du hast nicht die Kontrolle, aber fun fact: Es gibt jemanden, der die Kontrolle hat. Und zwar alle. Warum bringst du deine Sorgen nicht zu ihm und lässt sie dort liegen? Erster Punkt von Paulus: Lass deine Kontrollillusion los. Bring deine Sorgen zu Gott. Hör auf, dir Worst-Case-Szenarien auszumalen und lass deine Sorgen dort liegen. Das ist die erste Disziplin.
Zweite: Wir bleiben beim gleichen Vers. Was steht da? Hier steht durch Gebet und Flehen mit Danksagung. So, das ist jetzt vielleicht ein bisschen, ne. Jeder Ratgeber steht: Hey, Dankbarkeit ist wichtig. Dankbarkeit ist wichtig. Tausendmal gehört. Machen wir's. Das, der Grund, warum es in jedem Ratgeber steht, ist, weil es stimmt. Es stimmt halt. Vor allem, wenn wir einen Adressaten für unsere Dankbarkeit haben. Wir leben in einer Gesellschaft, die so konsumorientiert ist, die uns immer sagt:
Hey, das brauchst du noch, um glücklich zu sein. Das musst du noch haben. Das musst du noch haben.
Aber der Soziologe Arthur, Arthur Brooks hat mal Folgendes gesagt. Er hat gesagt:
,Der ineffektivste Weg, glücklich zu werden, ist, das zu haben, was du willst.
Funktioniert nicht. Der effektivste Weg, glücklich zu werden, ist, das zu wollen, was du hast. Noch mal:
Das zu haben, was du willst, macht dich nicht glücklich. Das zu wollen, was du hast, macht dich glücklich.
Wie heißt das? Dankbarkeit. Integrier es in dein Leben. Guck, was du schon hast und fang erst, es, fang an, es zu wollen. Sag:
Danke, Herr. Danke, dass ich das habe.
Integrier es in dein Leben. Du kultivierst den Boden der Freude durch Dankbarkeit. Probier's mal. Zweiter Punkt: Dankbarkeit.
Dritter Punkt. Paulus schreibt weiter.
Im Übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend, was irgendeine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht.
Toll, das ist schon cool. Wisst ihr, das Problem mit unseren Gefühlen ist, dass wir sie nicht kontrollieren können. Wir haben keinen Freudeschalter. Leider. Also, oh, klick, ah, Freude. Schön wär's. Wir haben, wir können unsere Gefühle nicht kontrollieren und deswegen fühlen wir uns oft ausgeliefert unseren Gefühlen und wir werden zu Sklaven unseren Gefühlen. Und das stimmt, wir können Gefühle nicht kontrollieren, aber es gibt etwas, was wir kontrollieren können: unsere Gedanken. Denn Gefühle folgen Gedanken. Kurzer Test. Denk mal kurz an den Krieg in der Ukraine oder an Putin oder was da so passiert. Wenn man also wirklich so reindenkt, was passiert da, wenn man wirklich nur die Nachrichten guckt? Angst, Besorgnis, Wut. Oder du denkst an eine künstliche Intelligenz, deine Zukunft, eine dystopische, wo Roboter uns regieren. Ja, Beklemmung vielleicht kommt da hoch, oder? So, und jetzt denk mal daran, dass wir einen Gott haben, der das alles in der Hand hält, dem das nichts ausmacht. Der sagt: Hey, es wird alles gut. Was für Gefühle kommen da hoch? Erleichterung. Gefühle folgen Gedanken.
Und ich meine nicht, Negatives zu verdrängen. Das meine ich damit nicht. Aber es gibt einen großen Unterschied. Also du kannst wählen, wie sehr du badest in deinen negativen Gedanken. Wie sehr willst du, wie, wie viel Raum willst du dem geben? Luther hat mal gesagt:
„Wir können nicht verhindern, dass die Vögel der Sorgen über unseren Köpfen kreisen, Aber wir können verhindern, dass sie Nester darauf bauen.
Also unsere Gedanken, unsere Aufmerksamkeit gesund zu führen, ist ein maßgeblicher Anteil der Nachfolge. Also dritter Punkt von Paulus ist Aufmerksamkeit auf Gutes.
So, und was mir jetzt ganz wichtig ist, ich spreche nicht von positive Thinking oder Affirmations oder Manifestieren oder was alles gerade so in ist. Darauf, darüber spreche ich nicht. All diese drei Schritte, diese drei Schritte, die ziehen unseren Blick hin zu dem, der die Freude selbst ist. Kontrollillusion loslassen, Dankbarkeit und Fokus auf Gutes zieht unseren, unseren Blick weg von uns hin zu dem, der die Freude ist. Es ist nichts, es ist keine Selbstsuggestion. Ich kreiere nicht meine eigene Realität dadurch, sondern ich trete ein in eine Realität, die es schon gibt und für die ich geschaffen bin. Das ist ein Riesenunterschied.
Okay, wir kommen zum Schluss und ich will euch noch eine Frage stellen, die mich bei meiner Vorbereitung tief getroffen hat. Und zwar folgende Frage:
Erlaubst du dir es eigentlich, glücklich zu sein? Lässt du es zu?
Es gibt Seiten in uns, die nicht glücklich sein wollen, die wollen sich nicht freuen. Und wir leben in einer Gesellschaft, wo es ziemlich en vogue ist, gestresst zu sein. Wie geht's dir? Ach, gerade viel los. Oder empört zu sein. Oder sich irgendwie als Opfer des Systems zu sehen, als Opfer der Umstände zu sehen. Und das Krasse ist, ich habe diese Seiten alle in mir entdeckt. Ich habe sie alle in mir entdeckt. Ein Teil von mir will schlecht drauf sein. Ein Teil von mir will meckern. Ein Teil von mir will Opfer der Umstände sein. Denn wisst ihr was? Das ist eine ziemlich angenehme Position, denn dann sind alle anderen schuld. Dann sehen alle, wie schwer ich's gerade habe. Kommen mit Trost und Mitleid.
Und ich will mich nicht drüber lustig machen. Es, es gibt wirklich, es gibt Zeiten im Leben, die sind schwer. Da gilt es zu trauen und zu verarbeiten. Es gibt Zeiten, wo du tatsächlich Opfer von Schlimmen bist. Aber ich will dich heute einladen. Stell dir mal ganz ehrlich die Frage: Gibt es Seiten in mir, wo ich mich selbst runterziehe, wo ich mir selbst einen Riegel vorschiebe, wo ich die Freude nicht zulasse? Denn diese Seiten, Leute, die halten dich fern von einem der größten Schätze des Himmels. Es hat nichts Heiliges zu leiden und irgendwie zu denken, ich trage die Last der Welt auf meinen Schultern. Tust du überregend nichts. Das hat schon wer getan. Gibt es diese Seiten.
Dann wisst ihr was? Freude ist so viel mehr als ein Gefühl. Freude ist ein Akt des Widerstands. Freude ist ein Wiederaufstehen im Angesicht von Widrigkeiten. Freude ist eine Waffe auf allen Ebenen. Wusstet ihr, körperlich, wir gehen drei Ebenen durch. Körperlich: Freude beschleunigt Wundheilung und Genesung von Krankheiten. Fakt. Seelisch: Freude reduziert Stress. Fakt. Geistlich: Der Teufel hat leichtes Spiel mit bitteren Menschen. Mit freudevollen Menschen hat er's nicht leicht. Nicht umsonst heißt die Freude am Herrn ist meine Stärke. Der Feind hat keinen Bock, dass wir uns freuen. Aber wisst ihr was? Der Feind kann uns alle mal.
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