Warum musste Jesus sterben?

Hätte ein allmächtiger Gott der Menschheit nicht einfach so vergeben können. Mit einem Wort, ohne Blut, ohne Leid? Was für ein Vater schickt seinen Sohn in den Tod? War es notwendig, dass Jesus auf so grausame Weise sterben musste. Wir haben die Antworten verschiedener Glaubensexperten zusammengetragen, die Dir helfen sollen, ein tieferes Verständnis für den Tod Jesus Christus am Kreuz zu entwickeln.

Glaubensfragen von Experten erklärt:

Warum musste Jesus sterben? - Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl

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Jesus musste sterben, weil die Menschen schlichtweg nicht akzeptieren konnten, dass Gott dieser liebende Vater ist, dessen Liebe keine Grenzen gibt. Und das sind wir als Menschen nicht gewohnt. Und das hält man nicht aus. Und als Zeichen dieser Liebe, die sich ganz schenkt, steht das Kreuz. Aber als Jesus stirbt und das ist ja auch, finde ich, für uns Menschen echt ein ermutigendes Zeichen, erlebt auch eine ganz große Verlassenheit.
Er fragt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und wenn es damit aus wäre, dann wäre dieser Lebensweg aus der Liebe Lügen gestraft. Aber am Ostermorgen, da steht’s dafür, dass Gott genau diesen Weg, der einfach so hoffnungslos erscheint, bestätigt und ein für alle Mal zeigt, dass die Liebe das letzte Wort behält.

(Text von Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl persönlich autorisiert.)

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Warum musste Jesus sterben? - Dr. Johannes Hartl

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Das Böse und die Sünde und die Schuld sind wirklich zerstörerisch. Und wenn Jesus der liebenste und feinfühligste Mensch und der solidarischste Mensch war, der mit uns mitfühlt war, dann wurde er von Sünde, Tod und Schuld persönlich getroffen. Und zwar nicht nur äußerlich, sondern radikal und bis zum Letzten. Und in seiner Liebe und in seiner Solidarität ist Jesus bis ins Letzte tödliche Leiden am Kreuz durchgegangen.
Das musste er in Anführungszeichen nicht, sondern das wählte er. Aber das wurde uns zur Erlösung.

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Warum musste Jesus sterben? - Erzbischof Dr. Stefan Heße

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Jesus sagt von sich selbst nicht, dass er genötigt worden ist, sondern dass er sein Leben selbst freiwillig gegeben hat. Den Tod Jesu würde ich daher immer als Hingabe deuten. Er gibt sich selbst, und zwar aus Liebe. Theoretisch könnte ich mir auch vorstellen, dass er auch auf andere Weise hätte sterben können.
Aber das Wichtigste ist, dass er sein Leben hingibt. Er gibt sich ganz aus Liebe zu uns Menschen hin. Für mich sind Kreuzesdarstellungen sehr wichtig. Ich kenne viele verschiedene. Im Süden Deutschlands ist mir mal ein Kreuz begegnet, da sieht man sogar auf dem Gesicht Jesu schon ein Lächeln. Das heißt, er gibt sich sogar mit Freude hin. Er tut es nicht einfach notgedrungen. Ihm wird nichts abgerungen, sondern er gibt sich, weil er das möchte und weil er ganz für uns Menschen da sein möchte. Ein Heiliger hat mal gesagt: Jeder einzelne Mensch ist das ganze Leben Christi wert.
Hätte es nur einen Menschen auf der Erde gegeben, ich glaube, Jesus wäre auch für diesen einzelnen Mensch voll und ganz gestorben.

(Text von Erzbischof Dr. Stefan Heße persönlich autorisiert.)

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