Glaubensfragen von Experten erklärt:
Der Kern des Christseins ist die Gottesbeziehung. Die lebendige Gottesbeziehung. Also die Frage ist: Wie ist unser persönliches Gebetsleben? Gibt es sowas? Wie gehen wir mit dem Wort Gottes um? Wie leben wir in der Gemeinschaft? Geht es darum, dass wir irgendwas erfüllen, was Konvention ist, oder weil unsere gläubigen Verwandten uns in die Kirche schicken? Oder geht es darum, dass wir eine Sehnsucht haben, die Beziehung mit Gott zu leben und zu pflegen und darin zu wachsen und dann wirklich auch seine Jüngerinnen und Jünger zu werden.
Glaube ist mehr als nur eine äußere Dekoration unseres sonstigen gesellschaftlichen Lebens. Glaube ist existenzielles Verwurzeltsein in Gott und davon auch Zeugnis zu geben durch unser Wort, aber auch durch unser Tun. Erkennen wir im anderen Menschen auch die Gegenwart Gottes und dienen ihm deshalb und nicht, weil wir ihn brauchen oder ihn für uns nutzen wollen.
(Text von Bischof Dr. Stefan Oster SDB persönlich autorisiert.)
Christsein steht und fällt mit der Person Jesu. Die erste Frage ist, glaube ich, Jesus und möchte ich, dass er Teil meines Lebens wird? Und dann ist der nächste Schritt. Wenn ich das möchte, dann ist der äußere Ausdruck davon, dass ich mich taufen lassen, dass ich Mitglied einer Gemeinschaft, einer christlichen Gemeinschaft, der Kirche werde. Denn Christentum ist kein Einzelkämpfer-Sport.
Und dann würde ich sagen, der nächste Schritt ist, dass ich anfange, mit diesem Gott Kontakt zu haben, indem ich bete und indem ich mein Leben nach Gottes Willen nach und nach ausrichte. Das sind die ersten Schritte, und das christliche Leben ist wie so eine Pflanze, die nach und nach wächst und Früchte bringt.
Wie geht Christsein? Werde ich immer wieder gefragt. Ganz einfach: Ich schaue auf meine Beziehungen. Wie geht Beziehung leben? Und Christsein ist ähnlich. Christsein heißt in Beziehung leben mit Jesus Christus; im Gespräch sein mit ihm; Zeit haben für ihn; auf sein Wort hören. Mit ihm leben teilen. Ihm Vertrauen schenken. Das sind die Basics des Christseins.
Christ werde ich, indem ich Sehnsucht habe. In dieser Sehnsucht sollte ich mir sodann einen Begleiter suchen, einen Menschen, der Christ ist und der mich begleiten kann, der mir Fragen beantworten kann. Am Ende werde ich Christ, nicht indem ich es mache oder indem ich eine Mitgliedserklärung unterzeichne: Christ wird man durch die Taufe.
In der Taufe werde ich in Christus eingegliedert, in die Gemeinschaft des dreifaltigen Gottes. Die Taufe ist das große Geschenk – etwas Größeres gibt es eigentlich nicht. Das weitere Leben besteht anschließend darin, die Taufe zu entfalten und im Alltag zu leben.
(Text von Erzbischof Dr. Stefan Heße persönlich autorisiert.)