Glaubensfragen vom Experten erklärt:
Jesus ist die grenzenlose Liebe Gottes im menschlichen Antlitz. Durch Jesus sagt uns Gott, dass er uns nicht nur liebt, sondern dass er uns in dieser Liebe eine ewige Zukunft gibt. Und das ist am Kreuz offenbar geworden. Da ist Gott aufs Ganze gegangen und hat seine Liebe bis in den Tod und über den Tod hinaus bewiesen.
Weil Jesus lebt, haben wir Zukunft.
Ich glaube, und ich bin überzeugt, dass Gott der Ursprung dieser Welt ist. Dass Gott der Ursprung des Seins ist. Ohne Gott gäbe es diese Welt nicht. Und ich würde verzweifeln an dieser Welt, wüsste ich nicht und könnte ich nicht glauben, dass es Gott gibt.
Gott ist derjenige, der diese Welt und mich vollenden will. Das ist unheimlich entlastend. Ich muss nicht der perfekte sein. Ich habe eine Chance von Gott die Vollendung zu erwarten. Das hat er mir verheißen, und darauf vertraue ich. Und dafür lohnt es sich zu leben.
Als katholischer Christ glaube ich an die Gegenwart Gottes in all den Dingen, die er mir durch seine Schöpfung gegeben hat, an seine Gegenwart in den Mitmenschen. Und wir nennen das Sakramentalität. Und der Höhepunkt: Das sind natürlich die Sakramente, die wir in der katholischen Liturgie feiern und die Sakramente geben mir unheimlich Kraft.
Eucharistie, das ist die immer neue Vereinigung mit dem Herrn.
Die Krankensalbung, die mich aufrichtet.
Die Buße, die Beichte, die mich befreit von Schuld.
All die Sakramente lassen mich aufs Neue erkennen. Der Herr ist da in dieser Wirklichkeit. Wir sind nicht verlassen, sondern diese Wirklichkeit ist von seiner Gegenwart durchtränkt, und er hat uns sein Wort gegeben, dass das so ist.
Einmal getauft. In der Tat, das hinterlässt Spuren in unserem Inneren, in der Seele, die nicht mehr aufhebbar sind. Aber die Taufe allein genügt nicht. Die Taufe ist der Anfang eines Weges, der Anfang einer Beziehung, die intensiviert werden muss, die mit dem praktischen Leben eingelöst werden muss. Es genügt nicht einmal, getauft zu sein und dabei zu belassen. Das wäre ungefähr so, wie wenn ich mich verliebe, einen Kuss gebe und dann von meiner Geliebten weggehe und sage: Ja, das war’s jetzt. Aber wir sind dennoch verliebt.
Das wäre eine magere Beziehung.
Der Heilige Geist ist die Kraft aus Gott, die uns mit Gott und untereinander verbindet. Dort, wo wir dem Heiligen Geist Raum geben, dort, wo diese Glut herrscht. Pfingsten erscheinen ja Feuerzungen, Glut dort, wo diese Glut herrscht, verbindet uns immer schon mehr, als uns trennt. Deswegen ist der Heilige Geist ein Wunder des Zusammenseins, ein Wunder der Gemeinschaft.
Wie geht Christsein? Werde ich immer wieder gefragt. Ganz einfach: Ich schaue auf meine Beziehungen. Wie geht Beziehung leben? Und Christsein ist ähnlich. Christsein heißt in Beziehung leben mit Jesus Christus; im Gespräch sein mit ihm; Zeit haben für ihn; auf sein Wort hören. Mit ihm leben teilen. Ihm Vertrauen schenken. Das sind die Basics des Christseins.
Christ kann ich werden, wenn ich erfahren, erlebt habe, dass Gott Sehnsucht nach mir hat. Dass er auf mich wartet. Ja, ich bin ein erwarteter. Aber das kann ich nur erkennen, wenn es mir Menschen, andere Menschen glaubwürdig vermitteln. Menschen, die das Evangelium, die frohe Botschaft, diese frohe Kunde, dass ich erwartet bin, in ihr eigenes Leben, in ihr eigenes Handeln umgesetzt haben.
Wer aber diesen Weg geht, wer diesen Weg des Christseins geht, das ist ein Mensch der Hoffnung. Ein Mensch, der die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Alltags, des Lebens leicht anpacken wird, weil er um das große Ziel weiß, auf das er zuläuft.